Contador sucht Ablenkung vor Urteil durch CAS
Das quälend lange Ringen um Konsequenzen aus dem Fall Alberto Contador soll am Montag endlich ein Ende finden. 18 Monate nach der Doping-Kontrolle mit den positiven Clenbuterol-Analysen in A- und B-Probe will der Internationale Sportgerichtshof CAS sein Urteil bekanntgeben.
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Das quälend lange Ringen um Konsequenzen aus dem Fall Alberto Contador soll am Montag endlich ein Ende finden. 18 Monate nach der Doping-Kontrolle mit den positiven Clenbuterol-Analysen in A- und B-Probe will der Internationale Sportgerichtshof CAS sein Urteil bekanntgeben.
Dem dreifachen Sieger der Tour-de-France droht im ungünstigsten Fall eine Zwei-Jahres-Sperre und die Aberkennung aller Siege seit dem 21. Juli 2010.
Der Spanier hofft auf Freispruch. Mit Training und dem ersten erfolgreichen Wettkampf im Januar in Argentinien wollte Contador die monatelange Wartezeit erträglicher machen.
«Ich habe versucht, mich abzulenken und meine Tage mit Terminen vollgepackt», erklärte er in einem Interview der baskischen Zeitung «El Correo», «trotzdem war es manchmal schwer. Ich liebe mein Rad und die Rennen, aber manchmal kamen mir Dinge in den Kopf und ich fragte mich, warum meine sportliche Laufbahn seit meinem Unfall 2004 alles andere als unkompliziert verlief.» Die Entfernung eines Aneurysmas im Kopf hatte ihn vor acht Jahren fast das Leben gekostet.
Diesmal steht die sportliche Zukunft des zierlichen Superstars aus Pinto auf dem Spiel - und die seiner von Bjarne Riis geleiteten Mannschaft. Egal, wie das Urteil ausfällt, dessen Verkündung nach der viertägigen Anhörung im November schon mehrmals verschoben wurde: Die viel gescholtene Branche steht als Verlierer schon fest. Ein Freispruch könnte Verschwörungs-Theorien neue Nahrung geben, eine Verurteilung würde das Mosaik der Dopingfälle im Spitzenradsport weiter bereichern.
Er wüsste schon, wie es ausgeht, hatte unlängst Flavio Becca, der Finanzier der Contador-Konkurrenz-Equipe Nissan-RadioShack angemerkt. Der Immobilien-Mogul aus Luxemburg sah Zusammenhänge zwischen dem ungewöhnlichen Trainingslager-Aufenthalt des Contador-Teams Saxo-Bank in Israel und der Herkunft des in diesem Fall obersten CAS-Richters Ephraim Barak. Zu dem Dreier-Gremium, das das Urteil fällt, zählen noch der deutsche Jurist Ulrich Haas und Quentin Byrne-Sutton aus der Schweiz.
Ungereimheiten gab es bereits nach der Doping-Kontrolle am 21. Juli 2010 am zweiten Tour-Ruhetag in Pau. Contador erfuhr einen Monat später von der positiven Analyse, die Öffentlichkeit wahrscheinlich eher aus Zufall davon im September. Erst auf Nachfrage der ARD bei UCI-Chef Pat McQuaid wurde der «Fall Contador» bekannt. Zunächst war der Königliche Spanische Verband RFEC zuständig, der den populären Rad-Helden im Februar 2011 freisprach - rechtzeitig zum Start der neuen Saison. Das Gremium folgte den Ausführungen des Profis vom «verunreinigten Steak» als Erklärung für die Spuren des Kälbermastmittels Clenbuterol in seinem Urin. Dagegen legte der Weltverband UCI Einspruch ein. Contador hat Doping stets bestritten.
Bei einem Schuldspruch würden ihm wohl sein dritter Toursieg aus dem Jahr 2010 und sein zweiter Erfolg beim Giro d'Italia 2011 aberkannt. Zudem würde Saxo-Bank ohne Kapitän dastehen, um den die gesamte Formation aufgebaut wurde - für Teamchef Riis und dessen Sponsoren eine Katastrophe. «Egal, wie das Urteil ausgeht, es schadet dem Sport», sagte Hans-Michael Holczer vom russischen Katusha-Team. (Quelle: Lausanne (dpa/lby))
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