Duell um Nationenwertung bei Paralympics
Kopf-an-Kopf-Rennen um die Nationenwertung: Deutschlands Behindertensportler liefern sich beim Paralympics-Finale ein packendes Duell mit Russland. Nach 48 von 64 Entscheidungen katapultierte sich das kleine Team mit nur 20 Athleten im Medaillenklassement an die Spitze.
(Foto: dpa)
Kopf-an-Kopf-Rennen um die Nationenwertung: Deutschlands Behindertensportler liefern sich beim Paralympics-Finale ein packendes Duell mit Russland. Nach 48 von 64 Entscheidungen katapultierte sich das kleine Team mit nur 20 Athleten im Medaillenklassement an die Spitze.
Zehnmal Gold, fünfmal Silber, sechsmal Bronze - Chef de Mission Karl Quade war baff: «Wir freuen uns tierisch, dass wir diesen großen Erfolg haben.
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir beim Gold mit den Russen mithalten können.»
Mit jugendlicher Power und dem Können der Routiniers wurde die Edelmetall-Sammlung kräftig angereichert: Gold, Silber, zweimal Bronze - die Alpin-Asse Gerd Schönfelder, Martin Braxenthaler, Andrea Rothfuß und Anna Schaffelhuber sorgten für helle Begeisterung. Quade zog eine erfreuliche Zwischenbilanz im Vergleich zu Turin: «Wir haben schon jetzt ein besseres Ergebnis als 2006.» Seinerzeit hatte es hinter Russland (13-13-7) acht erste, fünf zweite und fünf dritte Plätze gegeben.
Die deutschen Alpinen fuhren auf der Piste «Franz's Run» wie die Teufel, allen voran Schönfelder. Der «Stier von Kulmain» machte nach seinen Triumphen in Abfahrt und Riesenslalom mit dem Sieg im Super-G sein goldenes Triple perfekt. Der 39-Jährige holte mit dem 15. Paralympics-Sieg seine insgesamt 21. Medaille und überflügelte den nordischen Skiläufer Frank Höfle (Isny) als erfolgreichsten deutschen Paralympics-Starter um eine Plakette. «Das ist schön, aber das war nicht unbedingt mein Ziel. Ich wollte gut Ski fahren, ich wollte Spaß haben und aggressiv Ski fahren», sagte Schönfelder bescheiden.
Martin Braxenthaler aus Surberg, Andrea Rothfuß (Mitteltal) und die 17 Jahre alte Überraschungsdritte Anna Schaffelhuber aus Bayerbach schraubten die exzellente Alpin-Bilanz auf fünfmal Gold sowie je viermal Silber und Bronze. «Ganz stark», befand Quade. Dass die 20-jährige Andrea Rothfuß in der Stehend-Klasse Dritte wurde, machte den deutschen Chef de Mission besonders stolz: «Viertes Rennen, vierte Medaille - das ist Weltklasse.»
Mannschafts-«Küken» Schaffelhuber fuhr bei seinem Paralympics- Debüt in der sitzenden Klasse unerwartet auf Platz drei und ließ danach den Tränen freien Lauf. «Ich bin einfach nur happy. Ich habe oben am Start gestanden, und der Physiotherapeut hat mir was von Bugs Bunny erzählt, um mich zu beruhigen», sagte die Schülerin. «Sie sollte nur Atmosphäre schnuppern und mitfahren. Erwartet haben wir das nicht von ihr», meinte Quade zu dem kessen Auftritt. Und: «Das ist ganz toll mit den beiden Kleinen.»
Schaffelhuber wird sogar bei der Abschlussfeier in Whistler die deutsche Fahne tragen. «Ich kann es gar nicht richtig glauben. Damit hab ich ja fast noch weniger gerechnet als mit dem Medaillengewinn heute. Ich freue mich wahnsinnig», sagte sie.
Seit langem ein Großer ist Gerd Schönfelder. Mit einem Husarenritt fuhr der armamputierte Ausnahmekönner locker zum Sieg. «Souverän und in keiner Sekunde gefährdet. Spitze», befand DBS-Chef Friedhelm Julius Beucher. Schönfelder ging mit seiner Rekord-Medaille gelassen- fröhlich um: «Was macht man nicht alles für unser gutes, altes Deutschland», sagte er in der Erkenntnis, dass Russland im Zwischenresultat überflügelt war.
Für Monoskifahrer Braxenthaler war Rang zwei im Super-G nach den Siegen in Slalom und Riesenslalom ein willkommener Trost: Tags zuvor war er in der Abfahrt gestürzt und ausgeschieden. Deshalb durfte sich der seit einem Arbeitsunfall 1994 querschnittgelähmte Sportler wie ein Sieger fühlen: «Ich habe Silber gewonnen und nicht Gold verloren. Mit Sicherheit nicht.» (Quelle: Whistler (dpa/lby))
ähnliche Meldungen
Skifahrer Sander und Dürr sichern sich Abfahrtstitel
28.03.2012: Andreas Sander und Lena Dürr haben sich bei den offenen deutschen Alpin-Meisterschaften die Titel in der Ski-Abfahrt gesichert. Beim Sieg des Slowenen Rok Perko reichte Sander am Mittwoch ein dritter Platz, um sich auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen den Titel zu holen.
Stehle holt Slalom-Titel - Neureuther scheidet aus
25.03.2012: Felix Neureuther hat in seiner Paradedisziplin den Titel bei den deutschen alpinen Ski-Meisterschaften verpasst. Einen Tag nach seinem Erfolg im Riesenslalom schied der Partenkirchener am Sonntag in Zwiesel im zweiten Durchgang des Slaloms aus.
Neureuther holt Meistertitel im Riesenslalom
24.03.2012: Felix Neureuther hat sich bei den deutschen alpinen Ski-Meisterschaften den Titel im Riesenslalom gesichert. Neureuther fuhr den Erfolg am Samstag in Zwiesel vor Fritz Dopfer und Nachwuchsmann Stefan Luitz ein.
Rebensburg feiert Kugel - Neureuthers Lächeln
18.03.2012: Stolz küsste Viktoria Rebensburg die einzige deutsche Kristallkugel des Winters, Felix Neureuther arrangierte sich zum Saison-Abschluss mit Platz zwei. Elf Monate vor der WM in Schladming durften die deutschen Alpinen schon einmal ein bisschen Siegerehrungs-Luft schnuppern.
Neureuther will «Wörtchen mitreden»
18.03.2012: Das strahlende Lächeln kehrte bei Felix Neureuther nach dem vergebenen Sieg schnell zurück. Um drei Zehntelsekunden hatte der Partenkirchener Skirennfahrer als klar Führender seinen dritten Weltcup-Coup verpasst.
Riesenslalom-Ass Rebensburg wiederholt Kugel-Gewinn
18.03.2012: Viktoria Rebensburg hat als erste deutsche Skirennfahrerin den Gewinn der Riesenslalom-Kugel wiederholt. Die Olympiasiegerin sicherte sich beim Weltcup-Finale in Schladming zudem überlegen ihren fünften Saisonsieg.
Empfehlungen von ANTENNE BAYERN