04.10.2011

EU-Minister nominieren Asmussen für EZB-Chefetage

Für den deutschen Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen ist der Weg in die Chefetage der Europäischen Zentralbank (EZB) frei.
Diesen Artikel auf Twitter empfehlen

Der Weg für den deutschen Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen als neuer Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) ist frei. (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Für den deutschen Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen ist der Weg in die Chefetage der Europäischen Zentralbank (EZB) frei. Die Finanzminister der 27 EU-Staaten nominierten am Dienstag in Luxemburg den Ökonomen für das Direktorium der EZB, wie EU-Diplomaten berichteten.

Asmussen dürfte Nachfolger von Jürgen Stark werden, der den Posten des Chefvolkswirts der Notenbank innehatte. Es gab keinen Gegenkandidaten.
Die Personalie wird letztlich von den EU-Staats- und Regierungschefs beim Gipfel am 17. und 18. Oktober in Brüssel bestimmt.

Stark war aus Protest gegen milliardenschwere Anleihekäufe, mit denen die EZB kriselnde Euro-Staaten stützt, überraschend zurückgetreten. Nun muss das Europaparlament noch angehört werden; auch die EZB hat das Recht zu einer Stellungnahme. Die Zentralbank rechnet nach früheren Angaben damit, dass die Neubesetzung im sechsköpfigen EZB-Direktorium bis zum Jahresende über die Bühne gehen wird.

Asmussen zieht seit Jahren als Manager mit Beamtenstatus im Bundesfinanzministerium die Fäden. Im Kreis der Euro-Währungshüter wird der Ökonom auf den Deutschen Jens Weidmann treffen, der als Präsident der Bundesbank im Rat der EZB vertreten ist. Der Rat trifft die Entscheidungen über die Leitzinsen im Euro-Raum.

In letzter Zeit kam es mehrfach zu Neubesetzungen: Ende Oktober wird EZB-Präsident Jean-Claude Trichet ausscheiden, sein Nachfolger wird der italienische Notenbank-Chef Mario Draghi. Auch Weidmann ist erst seit dem Frühjahr Bundesbank-Chef. Er folgte auf Axel Weber, der im Streit über den Ankauf von Staatsanleihen von Krisenländern zurückgetreten war.

Die Europäische Zentralbank ist neben der amerikanischen Federal Reserve weltweit die wichtigste Notenbank - zuständig für die Währung von 17 Ländern mit rund 330 Millionen Einwohnern. (Quelle: Luxemburg (dpa/lby))


ähnliche Meldungen

Frankreichs Präsident Francois Hollande meldet Vorbehalte gegen Bundesfinanzminister Schäuble als Chef der Eurogruppe an - eine neue Volte im EU-Postengeschacher: Foto: Ian Langsdon
Eurogruppen-Chef: Hollande hat Bedenken gegen Schäuble

20.05.2012: Frankreichs Präsident François Hollande hat nach «Spiegel»-Informationen Bedenken gegen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) als Eurogruppen-Chef.

Der britische Finanzminister George Osborne rückt von seiner Blockadehaltung ab. Foto: Andy Rain
EU verschärft Kapitalregeln für Banken

15.05.2012: Die Banken in Europa müssen ihre Geschäfte künftig mit mehr Eigenkapital absichern, um besser gegen Krisen gewappnet zu sein.

Athen hängt am Tropf internationaler Geldgeber; falls Mitte Juni kein neues Geld aus dem Hilfsprogramm fließt, ist das Land pleite. Foto: Oliver Berg/Symbolfoto
Chef-Kassenhüter: Griechenland soll Euro behalten

15.05.2012: Die Eurogruppe will das krisengeschüttelte Griechenland als Mitglied behalten.

Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker und die österreichische Finanzministerin Maria Fekter. Foto: Torkil Adsersen/Archiv
EU-Minister wollen sich auf neue Bankenregeln einigen

15.05.2012: Die Finanzminister der 27 EU-Staaten kommen heute in Brüssel zusammen, um sich auf strengere Eigenkapitalregeln für Banken zu einigen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte: «Alle haben den Willen, eine Lösung zu finden.» Foto: Tim Brakemeier/ Archiv
Neue Eigenkapitalregeln für Europas Banken kommen

03.05.2012: Nach heftigem Streit in der EU sind die geplanten schärferen Eigenkapitalregeln für Europas Banken in Sicht. Sie sollen wie geplant Anfang 2013 in Kraft treten.

Die Finanzminister von Belgien, Schweden, Irland, Spanien und Polen (v.l.n.r.) im Gespräch. Foto: Thierry Roge
EU-Mitglieder nähern sich im Streit um Banken-Regeln an

02.05.2012: Im Streit um strengere Eigenkapitalregeln für Banken nähern sich die EU-Staaten langsam an. «Wir sind nahe an einer Vereinbarung», sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier am späten Mittwochabend nach elfstündigen Marathonverhandlungen in Brüssel.

Um die Größe des neuen Euro-Rettungsschirms ESM gibt es nach wie vor Streit. Foto: Patrick Pleul
Streit um Euro-Brandmauer

30.03.2012: Die Eurozone bekommt einen deutlich höheren Schutzwall gegen die seit zwei Jahren grassierende Schuldenkrise. Mit einer «Brandmauer» von insgesamt 800 Milliarden Euro wollen die Euroländer eine weitere Eskalation verhindern.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv
Euro-Kassenhüter wollen Streit um ESM schlichten

30.03.2012: Die Euro-Finanzminister kommen heute in Kopenhagen zusammen, um sich auf die Erhöhung des neuen Euro-Rettungsschirms ESM zu einigen. Diplomaten erwarten schwierige Debatten, da Berlin und Paris nicht auf derselben Linie liegen.

Schuldensünder Spanien kann etwas aufatmen: Die Euro-Finanzminister sind dem Wunsch nach Lockerung des für 2012 angesetzten Defizit-Ziels entgegengekommen. Foto: dpa
EU kommt Spanien bei Lockerung des Defizitziels entgegen

13.03.2012: Spanien hat beim Tauziehen mit der EU über das für 2012 angepeilte Defizitziel einen Teilerfolg erzielt. Die Euro-Finanzminister vereinbarten am Montagabend in Brüssel, die Marke von ursprünglich 4,4 Prozent der Wirtschaftsleistung auf 5,3 Prozent anzuheben.