19.01.2012

EU will mehr Elektroschrott sammeln

Alte Handys und ausrangierte Kühlschränke sind bares Geld - weil sie teure Rohstoffe enthalten. Die EU will angesichts rasant steigender Rohstoffpreise künftig mehr Kupfer, Gold und Palladium daraus zurückgewinnen.
Diesen Artikel auf Twitter empfehlen

Die EU will gegen den dramatischen Rohstoffmangel den Handel und die Bürger zu mehr Recycling von Elektroschrott anhalten. Foto: Bernd Thissen (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Alte Handys und ausrangierte Kühlschränke sind bares Geld - weil sie teure Rohstoffe enthalten. Die EU will angesichts rasant steigender Rohstoffpreise künftig mehr Kupfer, Gold und Palladium daraus zurückgewinnen. Für diesen sogenannten Elektroschrott gelten bald höhere Sammelquoten.

Das EU-Parlament stimmte am Donnerstag in Straßburg mit großer Mehrheit für die Neufassung eines Gesetzes von 2003.
Bis Sommer 2013 müssen die Staaten die neuen Regeln in nationales Recht umsetzen.

Die Mitgliedsstaaten müssen künftig höhere Quoten für das Sammeln und Recyceln erfüllen. Von 2016 an sollen 45 Prozent der verkauften Neugeräte wieder recycelt werden, ab 2019 rund 65 Prozent. Für einige osteuropäische Länder gelten längere Übergangsfristen bis 2021. «Die Mitgliedsstaaten müssen sich künftig bei der Sammlung mehr anstrengen», sagte der Berichterstatter des Parlaments, der CDU-Abgeordnete Karl-Heinz Florenz.

Großhändler werden verpflichtet, kleine Geräte wie elektrische Zahnbürsten oder Rasierapparate zurückzunehmen. Ausnahmen sind möglich, wenn ein Land nachweisen kann, dass die freiwillige Sammlung und Wiederverwertung ähnlich effektiv ist. In Deutschland wird bislang auf freiwilliger Basis gesammelt und zurückgenommen - dies könnte auch in Zukunft so bleiben.

Die Richtlinie soll auch helfen, den illegalen Export von Elektroschrott nach Asien und Afrika zu unterbinden. Aus Deutschland werden nach Schätzungen etwa 155 000 Tonnen pro Jahr illegal exportiert. In vielen Entwicklungsländern landen die Geräte nach Angaben des Parlaments auf illegalen Deponien. Nur ein Bruchteil werde umweltgerecht und effizient wiederverwertet.

Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) sprach von einem «echten Fortschritt» des europäischen Gesetzgebers. Es gebe «noch großes Potenzial» bei der Nutzung dieser Wertstoffe, immerhin würden alleine in Deutschland 142 000 Tonnen Elektrokleingeräte in der Mülltonne landen und nicht in zertifizierten Recyclinganlagen. Der Bundestag müsse die Vorgaben nun rasch umsetzen.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) geht davon aus, dass Deutschland dank der effizienten Sammelstrukturen der Kommunen die Ziele erreicht. Voraussetzung sei, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmten, sagte Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. «Das heißt auch, dass illegale Schrottsammlungen stärker geahndet werden.» Der Verband fordert daher, Ordnungsstrafen für illegale Schrottsammlungen zu verhängen. (Quelle: Straßburg (dpa/lby))


ähnliche Meldungen

Francois Hollande am Airport in Chicago - Foto: Kamil Krzaczynski
Frankreich setzt Kampftruppen-Abzug in Afghanistan durch

21.05.2012: Frankreich hat beim Nato-Gipfel seinen vorzeitigen Kampftruppen-Abzug aus Afghanistan bis Ende des Jahres durchgesetzt. «Wir haben eine gemeinsame Abmachung gefunden», sagte der neue Staatspräsident François Hollande am Sonntagabend (Ortszeit) am Rande des Spitzentreffens in Chicago.

Blick auf die Khondab Schwerwasser-Atomanlage im iranischen Arak. Foto: STR/Archiv
IAEA-Chef Amano zu Atomgesprächen in Teheran

21.05.2012: Der Chef der internationalen Atombehörde IAEA, Yukio Amano, ist am frühen Montagmorgen zu einer neuen Gesprächsrunde über das iranische Atomprogramm in Teheran eingetroffen.

Anti-Syrien-Protest in Beirut. Foto: Wael Hamzeh
Sechs Verletzte nach Straßenkämpfen in Beirut

21.05.2012: Der blutige Konflikt in Syrien heizt die Gewalt auch im Nachbarland Libanon weiter an: Bei Straßenkämpfen zwischen Gegnern und Anhängern des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in Beirut wurden in der Nacht zum Montag laut Sicherheitskräften mindestens sechs Menschen verletzt.

Tausende marschierten durch Chicago zum Hochsicherheitstrakt des Nato-Gipfels. Am Ende gab es Zusammenstöße. Foto: John Smierciak
Großdemonstration nahm Nato-Gipfel ins Visier - Verletzte

21.05.2012: Massenprotest gegen den bisher größten Nato-Gipfel: Viele tausend Aktivisten haben am Sonntag mitten im Zentrum der Millionenstadt Chicago gegen Krieg und Nato-Politik demonstriert.

Anhänger feiern Nikolic-Sieg: Völlig unerwartet hat Oppositionsführer Nikolic die Präsidentenwahl gewonnen. Foto: Koca Sulejmanovic
Serbien: Oppositionsführer Nikolic gewinnt Präsidentenwahl

21.05.2012: Neuer Staatschef Serbiens wird Tomislav Nikolic. Völlig überraschend konnte sich der Oppositionsführer am Sonntag bei der Stichwahl ums Präsidentenamt gegen den langjährigen Amtsinhaber Boris Tadic durchsetzten.

Tomislav Nikolic vor der Stimmabgabe mit seiner Frau Dragica. Foto: Andrej Cucic
Oppositionschef Nikolic gewinnt Präsidentenwahl in Serbien

20.05.2012: Entgegen allen Umfragen und Prognosen hat Serbiens Oppositionsführer Tomislav Nikolic die Stichwahl zur Präsidentschaft gewonnen.

Der NATO-Gipfel in Chicago wird von heftigen Protesten begleitet. Foto: Peer Grimm
Großdemonstration nimmt Nato-Gipfel ins Visier

20.05.2012: Massenprotest gegen den bisher größten Nato-Gipfel: Viele tausend Aktivisten haben am Sonntag mitten im Zentrum der Millionenstadt Chicago gegen Krieg und Nato-Politik demonstriert.

Ein Polizist im schottischen Lockerbie am Wrack der Passagiermaschine der PanAm. Foto: EPA Paletkey/Archiv
Lockerbie-Attentäter Al-Megrahi ist tot

20.05.2012: Zweieinhalb Jahre nach seiner umstrittenen Freilassung ist der mutmaßliche Lockerbie-Bomber Abdel Bassit al-Megrahi gestorben. Der Libyer soll an dem Attentat auf eine US-Maschine im Jahr 1988 beteiligt gewesen sein, bei dem 270 Menschen starben.

6,8 Millionen Wahlberechtigte sind in Serbien aufgerufen, ihre Stimme abgegeben. Zur Wahl stehen der langjährige Amtsinhaber Boris Tadic und der Oppositionsführer Tomislav Nikolic. Foto: Valdrin Xhemaj
Serben zeigen nur wenig Interesse an Präsidentenwahl

20.05.2012: Die Stichwahl um das Amt des serbischen Staatspräsidenten ist am Sonntag nur auf geringes Interesse gestoßen. Bis um 14.00 Uhr hatten nur 23 Prozent der 6,8 Millionen Wähler ihre Stimme abgegeben. Das berichtete die staatliche Wahlkommission in Belgrad.