09.02.2012

Fürth bei Pokal-Premiere krasser Außenseiter

Greuther Fürths Top-Stürmer Olivier Occean hat mit dem «Tor des Tages» in der 44. Minute bei 1899 Hoffenheim den erstmaligen Pokal-Einzug des deutschen Meisters von 1914, 1926 und 1929 in die Runde der besten Vier perfekt gemacht.
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Olivier Occean erzielt für Greuther Fürth das wichtige Tor des Abends. Foto: Uwe Anspach (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Greuther Fürths Top-Stürmer Olivier Occean hat mit dem «Tor des Tages» in der 44. Minute bei 1899 Hoffenheim den erstmaligen Pokal-Einzug des deutschen Meisters von 1914, 1926 und 1929 in die Runde der besten Vier perfekt gemacht.

Die Franken sehen sich nun einer Übermacht von Vereinen gegenüber, die es zusammen auf 20 Cupsiege bringen.
Wenn Nationalspielerin Kim Kulig am Samstag im Aktuellen Sportstudio des ZDF die Lose für das Halbfinale am 20. und 21. März zieht, warten auf den Underdog drei der vier aktuellen Bundesliga-Topteams: Rekordgewinner Bayern München nach dem 2:0 beim VfB Stuttgart, Borussia Mönchengladbach (2:0 nach Verlängerung bei Hertha BSC) und Meister Borussia Dortmund (4:0 bei Regionalligist Holstein Kiel).

Fürths Trainer Mike Büskens rang nach dem 1:0 von Sinsheim um Fassung. «Ich habe vor dem Spiel zu den Jungs gesagt: Spielt das Spiel eures Lebens. Das haben sie getan. Wie sie dieses Spiel angenommen haben, welche Leidenschaft sie gezeigt haben, das macht mich wahnsinnig stolz», sagte der 43 Jahre alte Chefcoach. «Für Fürth ist das etwas Historisches.» Auf dem Weg in das Finale von Berlin am 12. Mai kommt es für ihn zum «Spiel unseres Lebens».

Für Hoffenheim-Coach Holger Stanislawski hatte die Pleite gegen den Zweitliga-Außenseiter die befürchteten Konsequenzen. Am Tag nach dem 0:1 im Viertelfinale trennte sich Bundesligist von seinem Trainer. Der langjährige Coach des FC St. Pauli betreute die Fußballer aus dem Kraichgau erst seit Beginn dieser Saison.

Rekordtitelträger Bayern (15 Pokalsiege) und der dreimalige Cupgewinner aus Mönchengladbach folgten Erstliga-Tabellenführer Dortmund, Sieger von 1965 und 1989, am Mittwoch in das Halbfinale. «Wir haben von Anfang an für klare Verhältnisse gesorgt und waren eine homogene Einheit», zog Münchens Chef-Übungsleiter Jupp Heynckes Bilanz. Das 2:0 vor 57 500 Zuschauern in Stuttgart durch die Treffer von Franck Ribéry (30.) und des ehemaligen VfB-Profis Mario Gomez (46.) musste das Star-Ensemble indes schmerzlich bezahlen.

Nationalspieler Bastian Schweinsteiger zog sich bei einem unabsichtlichen Tritt seines Gegenspielers Georg Niedermeier abermals eine Verletzung zu. Nach einer Viertelstunde musste Schweinsteiger passen und fällt mit einem Außenbandriss im rechten Sprunggelenk erneut aus. Eine Prognose, wann Schweinsteiger das Training wieder aufnehmen kann, konnte Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt noch nicht geben.

In Berlin war der Ärger über einen womöglich spielentscheidenden Irrtum des Unparteiischen gewaltig. «Unfassbar, unfassbar» - Michael Skibbe fiel es im Anschluss an seine vierte Niederlage im vierten Spiel als Hertha-Trainer schwer, die Contenance zu wahren. «Es ist ganz, ganz bitter, dass wir durch einen unfassbaren Fehler des Schiedsrichters aus dem Pokal geflogen sind», erboste sich Skibbe.

Nach einem Kopf-an-Kopf-Geplänkel zwischen Roman Hubnik und Igor de Camargo fiel der Mönchengladbacher vor 47 465 Besuchern im Olympiastadion theatralisch zu Boden. Schiedsrichter Felix Brych zeigte Hubnik die Rote Karte und sprach der Mannschaft des ehemaligen Hertha-Trainers Lucien Favre einen Elfmeter zu, den Kapitän Filip Daems (101.) zum 1:0 verwandelte. Oscar Wendt gelang in der Nachspielzeit das 2:0, die Borussia stand erstmals seit 2004 (0:1 gegen Alemannia Aachen) wieder im Halbfinale. (Quelle: Düsseldorf (dpa/lby))


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