09.02.2012

GfK: Privater Konsum verhindert Abgleiten in Rezession

Neue Schuhe, neuer Fernseher, neues Auto: Die Kauflust der Deutschen legt nach Einschätzung von Konsumexperten in diesem Jahr um ein weiteres Prozent zu. «Der private Konsum leistet damit einen Beitrag zur Konjunktur und verhindert ein Abgleiten in die Rezession», sagte der Vorstandschef des Marktforschungsunternehmens GfK, Matthias Hartmann, am Donnerstag in Nürnberg.
Diesen Artikel auf Twitter empfehlen


 


Neue Schuhe, neuer Fernseher, neues Auto: Die Kauflust der Deutschen legt nach Einschätzung von Konsumexperten in diesem Jahr um ein weiteres Prozent zu. «Der private Konsum leistet damit einen Beitrag zur Konjunktur und verhindert ein Abgleiten in die Rezession», sagte der Vorstandschef des Marktforschungsunternehmens GfK, Matthias Hartmann, am Donnerstag in Nürnberg.
Wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt hätten die Verbraucher Planungssicherheit für größere Anschaffungen. Außerdem gäben viele ihr Geld lieber für Werthaltiges aus, als es dem Finanzsystem anzuvertrauen.

Im vergangenen Jahr waren die Ausgaben der Privathaushalte trotz der Schuldenkrise um 1,5 Prozent auf fast 1,48 Billionen Euro gestiegen und hatten damit rund 58 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausgemacht. «Der private Konsum war damit die robuste Stütze für das Wirtschaftswachstum in Deutschland 2011», erläuterte Hartmann. Die Kauflust sei hierzulande deutlich größer gewesen als in anderen EU-Ländern. «Zum ersten Mal waren wir in Deutschland die Konsumoptimisten und nicht die Konsummuffel», resümierte Hartmann. Nur in drei weiteren Mitgliedsstaaten war die Anschaffungsneigung ebenfalls nicht zurückgegangen.

«Deutschland ragt hier eindeutig heraus aus der Phalanx der europäischen Staaten», betonte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Davon profitierte der Handel: Die Umsätze in Lebensmittelgeschäften und den Drogeriemärkten stiegen nominal um 1,7 Prozent auf 157 Milliarden Euro. Dabei zeigte sich vor allem bei jüngeren Verbrauchern ein deutlicher Trend hin zu mehr Qualität, ergänzte GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth. «Wir sprechen von der Renaissance der Verbrauchermärkte.» Nichtsdestotrotz deckten die Discounter weiterhin gut 43 Prozent des Marktes ab.

Für 2012 geht Adlwarth von einem weiteren Wachstum im Lebensmitteleinzelhandel von 1,3 Prozent aus. Der gut 148 Milliarden Euro schwere «Non-Food-Bereich» aus Textilien, Möbeln oder Büchern werde erneut um etwa ein Prozent zulegen.

Im vergangenen Jahr hatten die Deutschen ihr Geld vermehrt für Reisen, aber auch für Immobilien, Renovierungen und Autos ausgegeben. «Also ein deutliches Hinlenken der flüssigen Mittel der Verbraucher in werthaltige Anschaffungen», zog Adlwarth Bilanz. (Quelle: Nürnberg (dpa/lby))


ähnliche Meldungen

Wer sich oft Geld aus dem Automaten holt, kann schnell ins Minus rutschen. Doch das Konto zu überziehen ist teuer, denn die Zinsen für den Dispokredit sind hoch. Foto: Kai Remmers
Umfrage: Mehrheit für gesetzliche Deckelung von Dispozinsen

20.05.2012: Den Verbrauchern in Deutschland sind die Zinsen für die Überziehung ihres Girokontos viel zu hoch.

Kirschblüten am Kaiserpalast in Tokio: Japans Wirtschaft hat sich überraschend schnell von den Katastrophen des Jahres 2011 erholt. Foto: Franck Robichin / Archiv
Japans Wirtschaft überraschend stark gewachsen

17.05.2012: Die japanische Wirtschaft erholt sich schneller von den Folgen der Naturkatastrophe vor gut einem Jahr als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal des laufenden Kalenderjahres überraschend deutlich um eine hochgerechnete Jahresrate von real 4,1 Prozent.

In einer Untersuchung von «Finanztest» (Juni-Ausgabe) schnitten Filialbanken besonders negativ ab. Zehn von zwölf erhielten für ihre Kreditangebote das Urteil «mangelhaft». Foto: Jens Büttner/Archiv
Miserables Testergebnis für Kreditberatung von Filialbanken

15.05.2012: Wer bei der Suche nach einem Kredit auf seine Bankfiliale baut, ist nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest oft schlecht beraten. Bei den Kreditangeboten fehlten häufig wichtige Angaben, die Kunden könnten sie deshalb nicht mit denen anderer Banken vergleichen.

Konjunktur: Positive Impulse lieferte vor allem der Export, wie die Statistiker berichteten Foto: Marcus Brandt
Deutsche Wirtschaft unter Dampf: Euroraum stagniert

15.05.2012: Europas Konjunkturlokomotive Deutschland nimmt wieder Fahrt auf. Nach dem Dämpfer zum Jahresende ist die Wirtschaft im Auftaktquartal 2012 überraschend kräftig gewachsen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte.

Die Wirtschaft in den Euroländern wächst derzeit gar nicht. Foto: Rolf Haid
Wirtschaft in Euroländern tritt auf der Stelle

15.05.2012: Die Wirtschaft in den Euroländern tritt auf der Stelle - doch die gefürchtete Rezession ist ausgeblieben. Im ersten Quartal blieb das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 0,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal unverändert.

Abendstimmung über einem Containerterminal im Hafen von Hamburg. Foto: Jens Ressing/Archiv
Volkswirte: Deutschland entgeht knapp Mini-Rezession

13.05.2012: Europäische Volkswirte erwarten, dass die deutsche Konjunktur im ersten Quartal auf der Stelle getreten ist oder sogar leicht zugelegt hat. Das berichtet die Tageszeitung «Die Welt» unter Berufung auf eine Umfrage unter Ökonomen.

Chinas Notenbank hat erneut den Mindestreservesatzes für Geschäftsbanken gesenkt. Foto: Ym Yik
China: Notenbank senkt erneut Mindestreserve

13.05.2012: China reagiert auf die anhaltende Abschwächung seiner Wirtschaft mit einer erneuten Absenkung des Mindestreservesatzes für Geschäftsbanken.

Im April verharrte die Teuerung abermals über der Marke von zwei Prozent. Foto: Andreas Gebert
Inflation bleibt über Zwei-Prozent-Marke

11.05.2012: Der rasante Anstieg der Kraftstoffpreise hält die Inflation in Deutschland über der Warnschwelle von zwei Prozent. Der Angst der Deutschen um ihre Ersparnisse trat die Bundesbank am Freitag aber entschieden entgegen.

Eine zerschnittene Puppe aus China liegt in einem Labor beim TÜV Rheinland in Köln auf einem Tisch. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv
Berlin klagt wegen Schadstoffen im Spielzeug gegen EU

11.05.2012: Deutschland zieht gegen die EU-Kommission vor Gericht, um den schärferen nationalen Schutz vor Giftstoffen im Spielzeug zu bewahren.

Ort des Geschehens: Nürnberg

Mehr Nachrichten aus Nürnberg