GfK: Privater Konsum verhindert Abgleiten in Rezession
Neue Schuhe, neuer Fernseher, neues Auto: Die Kauflust der Deutschen legt nach Einschätzung von Konsumexperten in diesem Jahr um ein weiteres Prozent zu. «Der private Konsum leistet damit einen Beitrag zur Konjunktur und verhindert ein Abgleiten in die Rezession», sagte der Vorstandschef des Marktforschungsunternehmens GfK, Matthias Hartmann, am Donnerstag in Nürnberg.
Neue Schuhe, neuer Fernseher, neues Auto: Die Kauflust der Deutschen legt nach Einschätzung von Konsumexperten in diesem Jahr um ein weiteres Prozent zu. «Der private Konsum leistet damit einen Beitrag zur Konjunktur und verhindert ein Abgleiten in die Rezession», sagte der Vorstandschef des Marktforschungsunternehmens GfK, Matthias Hartmann, am Donnerstag in Nürnberg.
Wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt hätten die Verbraucher Planungssicherheit für größere Anschaffungen. Außerdem gäben viele ihr Geld lieber für Werthaltiges aus, als es dem Finanzsystem anzuvertrauen.
Im vergangenen Jahr waren die Ausgaben der Privathaushalte trotz der Schuldenkrise um 1,5 Prozent auf fast 1,48 Billionen Euro gestiegen und hatten damit rund 58 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausgemacht. «Der private Konsum war damit die robuste Stütze für das Wirtschaftswachstum in Deutschland 2011», erläuterte Hartmann. Die Kauflust sei hierzulande deutlich größer gewesen als in anderen EU-Ländern. «Zum ersten Mal waren wir in Deutschland die Konsumoptimisten und nicht die Konsummuffel», resümierte Hartmann. Nur in drei weiteren Mitgliedsstaaten war die Anschaffungsneigung ebenfalls nicht zurückgegangen.
«Deutschland ragt hier eindeutig heraus aus der Phalanx der europäischen Staaten», betonte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Davon profitierte der Handel: Die Umsätze in Lebensmittelgeschäften und den Drogeriemärkten stiegen nominal um 1,7 Prozent auf 157 Milliarden Euro. Dabei zeigte sich vor allem bei jüngeren Verbrauchern ein deutlicher Trend hin zu mehr Qualität, ergänzte GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth. «Wir sprechen von der Renaissance der Verbrauchermärkte.» Nichtsdestotrotz deckten die Discounter weiterhin gut 43 Prozent des Marktes ab.
Für 2012 geht Adlwarth von einem weiteren Wachstum im Lebensmitteleinzelhandel von 1,3 Prozent aus. Der gut 148 Milliarden Euro schwere «Non-Food-Bereich» aus Textilien, Möbeln oder Büchern werde erneut um etwa ein Prozent zulegen.
Im vergangenen Jahr hatten die Deutschen ihr Geld vermehrt für Reisen, aber auch für Immobilien, Renovierungen und Autos ausgegeben. «Also ein deutliches Hinlenken der flüssigen Mittel der Verbraucher in werthaltige Anschaffungen», zog Adlwarth Bilanz. (Quelle: Nürnberg (dpa/lby))
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