08.02.2012

Haas denkt noch nicht ans Aufhören

Tommy Haas will dem Alter weiter trotzen. Ungeachtet des Abrutschens auf Platz 166 der Tennis-Weltrangliste liebäugelt der 33-Jährige damit, auch im kommenden Jahr auf der ATP-Tour aufzuschlagen.
Diesen Artikel auf Twitter empfehlen

Tommy Haas denkt noch nicht ans Aufhören. Foto: Barbara Walton (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Tommy Haas will dem Alter weiter trotzen. Ungeachtet des Abrutschens auf Platz 166 der Tennis-Weltrangliste liebäugelt der 33-Jährige damit, auch im kommenden Jahr auf der ATP-Tour aufzuschlagen.

«Wenn der Körper hält und ich ein gutes Team habe und auch mal Erfolge hier und da, dann sehe ich keinen Grund aufzuhören», sagte Haas. Schneller als erwartet könnte der Wahlamerikaner sein Comeback im Davis Cup geben.
Nach der Absage von Philipp Kohlschreiber hat Haas gute Chancen, bereits am Freitag im Einzel bei der Erstrundenpartie gegen Argentinien in Bamberg zum Einsatz zu kommen. «Er ist krank wie ein Hund», twitterte Haas über seinen verhinderten Teamkollegen Kohlschreiber.

Er selbst fühlt sich in Bamberg pudelwohl. Es gehe ihm körperlich so positiv wie schon seit langem nicht mehr, berichtete Haas in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa: «Alles ist gut, sonst wäre ich nicht hier.» Was 2013 kommt, vermag der Tennis-Routinier noch nicht zu sagen. Es komme darauf an, wie diese Saison verlaufe: «Wie fühle ich mich, wie erfolgreich bin ich?»

Dabei wäre es nur allzu verständlich gewesen, wenn Haas schon längst den Schläger weggepackt hätte. Mal war's die Hüfte, mal die Schulter, mal der Rücken - kaum ein anderer Spieler hat eine so dicke Krankenakte wie der gebürtige Hamburger.

War Haas im Davis-Cup-Team bis zu seinem bisher letzten Einsatz beim verlorenen Halbfinale 2007 gegen Russland stets der primus inter pares, so ist ihm in Bamberg keineswegs die sportliche Hauptrolle sicher. Allerdings würde es keinen überraschen, wenn Teamchef Patrik Kühnen den Rückkehrer neben Florian Mayer als zweiten Einzelspieler aufbieten würde. Denn der Augsburger Kohlschreiber musste am Dienstag wegen eines Magen-Darm-Virus passen. «Gute Besserung, Kohli», twitterte Haas, der klaglos die zweite Reihe Geige gespielt hätte. «Die beiden haben den Stammplatz verdient, auch vom Ranking her», sagte er über Mayer und Kohlschreiber.

Im Gespräch mit Haas spürt man, dass er gelassener geworden ist. Seine kleine Familie mit der 14 Monate alten Tochter Valentina und der Verlobten Sara Foster gibt ihm innere Ruhe - und motiviert ihn. Es wäre ein «allergrößter letzter Traum», wenn ihn die kleine Valentina - «vielleicht in einem Jahr» - im Arm ihrer Mutter mal live in einem Stadion zusehen könnte. «Das wäre ein Highlight.»

Und noch einen weiteren sportlichen Traum würde sich der einstige Weltranglisten-Zweite, der einen deutschen und einen amerikanischen Pass besitzt, liebend gerne erfüllen. «Meine Glückszahl ist 13, ich habe zwölf Titel. Ich würde gerne 13 Titel mit nach Hause nehmen, wenn ich aufhöre Tennis zu spielen», sagte Haas.

Ein Problem aber gibt es. Sein «Protected Ranking», das ihm wegen seiner mehr als einjährigen Verletzungspause bei allen Events einen Platz im Hauptfeld garantiert, läuft mit dem Turnier in München Ende April ab. Danach wird es für Haas kompliziert, einen vernünftigen Turnierplan aufzustellen. «Wenn ich mich nicht vorspielen sollte in den nächsten fünf, sechs, sieben, acht Monaten und nur über die Quali gehen oder nur hoffen kann, dass ich Wildcards bekomme, dann wird's auch schwer», erläuterte der Davis-Cup-Rückkehrer.

Noch aber will Haas die Stunde des Abschieds möglichst lange hinauszögern. Dass er - abgesehen von den großen Vier an der Spitze - mit fast allen mithalten kann, davon ist Haas überzeugt. Sein Auftritt bei den Australian Open, als er sich gegen Rafael Nadal achtbar aus der Affäre zog, hat ihm dies bestätigt. «Das sind die Momente, warum man sich gerne quält und nochmals versucht, einen Angriff zu starten», erklärte Haas und fügte hinzu: «Tennis ist mein Leben, Tennis ist mein Sport.» (Quelle: Bamberg (dpa/lby))


ähnliche Meldungen

Ortsschilder
Ortsschilddiebe in Fucking auf frischer Tat ertappt

18.05.2012: Die Ortsschilder im oberösterreichischen Ort Fucking sind eine begehrte Trophäe für Souvenirjäger und Witzbolde. Doch diesmal hatten die Möchtegern-Diebe aus Bayern Pech.

Oliver Bierhoff und das DFB-Team werden die enttäuschten Bayern-Spieler auffangen. Foto: Andreas Gebert
Bayern-Schock als «Warnschuss für EM»

20.05.2012: Der große Fernsehraum im noblen Hotel Four Seasons Terre Blanche leerte sich in Windeseile.

Joachim Löw glaubt fest daran, dass die Bayern-Spieler die Niederlage verarbeiten werden. Foto: Andreas Gebert
Löw fürchtet keine Bayern-Nachwehen

20.05.2012: Joachim Löw fürchtet keine gravierenden Auswirkungen der bitteren Bayern-Niederlage im Champions-League-Finale für seine EM-Mission. «Ich kenne die Spieler.

Philipp Kohlschreiber präsentiert sich in Düsseldorf in überragender Form. Foto: Marc Müller
Kohlschreiber bringt DTB-Herren gegen Russland in Front

20.05.2012: Der in Galaform auftrumpfende Philipp Kohlschreiber hat das deutsche Tennis-Team beim 35. World Team Cup gegen Russland mit 1:0 in Führung gebracht.

Gegen den 26-Jährigen aus Berlin ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Foto: Ronald Wittek/Archiv
Türkei will mutmaßlichen Islamisten an Deutschland ausliefern

20.05.2012: Die Türkei will Medienberichten zufolge einen mutmaßlichen Islamisten aus Berlin in den nächsten Tagen nach Deutschland abschieben.

Lars Bender fehlte am Sonntag auf dem Trainingsplatz in Tourrettes. Foto: Carmen Jaspersen
DFB-Training ohne Lars Bender

20.05.2012: Lars Bender hat beim Teamtraining der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Tourrettes gefehlt. Der Leverkusener absolvierte nur eine Übungseinheit im Fitnesscenter.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnt die griechischen Parteien vor einer Wählertäuschung in Zusammenhang mit dem Euro. Foto: Maurizio Gambarini
Schäuble warnt griechische Parteien vor Wählertäuschung

20.05.2012: Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die griechischen Parteien vor einer Wählertäuschung in Zusammenhang mit dem Euro gewarnt.

Angelique Kerber verpasste in Rom den Finaleinzug. Foto: Claudio Onorati
Kerber verpasst Rom-Finale - Scharapowa gegen Li Na

19.05.2012: Angelique Kerber hat den Einzug ins Finale des WTA-Tennisturniers in Rom verpasst. Die Kielerin musste sich gegen die Russin Maria Scharapowa mit 3:6, 4:6 geschlagen geben.