22.02.2012

Hannover auf Daums Acker: «Spielen auf jedem Platz»

Seinem Ruf als Lautsprecher ist Christoph Daum vor dem Europa-League-Rückspiel gegen Hannover 96 wieder einmal gerecht geworden.
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Christoph Daum will mit dem FC Brügge ins Achtelfinale der Europa League einziehen. Foto: Peter Steffen (Foto: dpa)
 
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Seinem Ruf als Lautsprecher ist Christoph Daum vor dem Europa-League-Rückspiel gegen Hannover 96 wieder einmal gerecht geworden.

Wortgewaltig schimpfte der deutsche Trainer des FC Brügge: «Unser Platz ist so schlecht, dass ein Bauer seine Kühe nicht darauf lassen würde, aus Angst, dass sie sich die Beine brechen.
» Hannover 96 ist dennoch ohne Angst vor dem Acker nach Flandern gereist und reagierte gelassen angesichts der großen braunen Flecken im Jan-Breydel-Stadion. «Wir sind bereit, auf jedem Platz zu spielen», sagte Trainer Mirko Slomka vor der Partie am Donnerstag.

Vor und nach dem 1:2 in Hannover hatte sich Daum noch um Mäßigung bemüht. Mit Blick auf das Rückspiel in Brügge führte die schwere Verletzung seines Linksverteidigers Fredrik Stenman (Achillessehnenriss im rechten Fuß) im heimischen Stadion allerdings zu einer für Daum typischen Verbal-Attacke. «Das ist der schlechteste Platz, den ich in meiner Karriere erlebt habe«, wetterte der Coach. Der Rasen des Stadions, das sich sein Club mit Cercle Brügge teilt, «ist ein echtes Risiko».

«Der Rasen wird nicht unser Thema sein», kommentierte Jan Schlaudraff die Brügger Diskussion um den erbärmlich aussehenden Untergrund. Hannovers Coach demonstrierte ebenfalls Gelassenheit und sagte, dass der Platz «von der UEFA abgenommen» sei. Allerdings durfte sein Team beim Abschlusstraining nur auf einer Hälfte üben. «Das ist schon außergewöhnlich», sagte Slomka. Brügge verzichtete sogar auf die Übungseinheit im Stadion, um den Platz zu schonen.

Während bei Hannover alle Stammspieler fit sind und auch der zuletzt kränkelnde Lars Stindl einsatzbereit ist, klagte Daum über mehrere Ausfälle. Angesichts der Brügger Personalprobleme bemühte Daum in seiner unnachahmlichen Art den Begriff des «russischen Roulettes». Die Aussichten, gegen den Siebten der Bundesliga das Achtelfinale zu erreichen, sieht der Fußball-Lehrer als nicht sonderlich gut an. «Es wird sehr, sehr schwer», sagte Daum: «Wir müssen fast fehlerfrei spielen.»

Hannover ist im Vorteil, das in diesem Jahr noch ungeschlagene 96-Team wäre schon mit einem Unentschieden eine Runde weiter. «Wir müssen Druck machen, Hannover wird auf Konter lauern», prophezeite Daum.

Für das bevorzugte Spiel der Hannoveraner mit schnellen Gegenangriffen ist die Ausgangslage tatsächlich ideal. Die überfallartigen Konter sind eine 96-Spezialität, mit der die Mannschaft bei ihrer ersten Europa-League-Teilnahme schon mehrfach glänzte. In dem im Januar geholten Mame Diouf hat Hannover zudem einen pfeilschnellen Stürmer, der perfekt zu dieser Taktik passt. «Wir sind keine Mannschaft, die ein Ergebnis verwalten kann», betonte Slomka und fügte an: «Wenn man zurückweicht, dann macht man den Gegner stark.»

Der 96-Trainer warnte bei allem Selbstbewusstsein vor Euphorie. «Das wird eine ganz enge Nummer», sagte der Coach: «Wir müssen alle in Topverfassung sein.» Das Auftreten der Daum-Truppe im Hinspiel hat den 96-Coach durchaus beeindruckt: «Das ist wirklich ein sehr starker Gegner.»



Hannover 96: Zieler - Chahed, Eggimann, Pogatetz, Schulz - Pinto, Schmiedebach - Schlaudraff, Pander - Diouf, Abdellaoue

FC Brügge: Kujovic - Hoefkens, Almebäck, Jordi, Högli - Zimling, van Acker - Vazquez, Lestienne, Rafaelov - Akpala

Schiedsrichter: William Collum (Schottland) (Quelle: Brügge (dpa/lby))


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