28.01.2012

Land bietet möglichen Schlecker-Investoren Hilfe an

Das Land Baden-Württemberg stellt potenziellen Investoren der insolventen Drogeriekette Schlecker staatliche Hilfe in Aussicht.
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Insolvente Drogeriekette Schlecker: «Direkte Hilfskredite wird es nicht geben». Foto: Martin Gerten/Archiv (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Das Land Baden-Württemberg stellt potenziellen Investoren der insolventen Drogeriekette Schlecker staatliche Hilfe in Aussicht.

«Sollte das Insolvenzverfahren auf eine Investorenlösung hinauslaufen und ein Investor ein tragfähiges Konzept vorlegen, ist eine Bürgschaft des Landes Baden-Württemberg denkbar», sagte Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD) der «Wirtschaftswoche».
Darüber hinausgehende finanzielle Unterstützung schloss Schmid aus: «Direkte Hilfskredite an Schlecker wird es aber nicht geben.»

Nach einer Analyse der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat Schlecker hat in den vergangenen fünf Jahren rund sechs Millionen Kunden verloren. «Allein 2011 wanderten rund zwei Millionen Kunden ab», sagte GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth dem Blatt. Rund 40 Prozent von Schleckers «verlorenen Umsätzen» landeten laut GfK bei Drogeriemärkten wie dm oder Rossmann. «Aber auch Supermärkte und Lebensmitteldiscounter konnten profitieren», so Adlwarth. Verantwortlich für den Kundenschwund sei auch das schlechte Image der Kette.

Handelsexperten empfehlen Schlecker derweil zur Bewältigung der Krise auf den Markennamen «Ihr Platz» zu setzen. Zwar sei Schlecker eines der bekanntesten Handelsunternehmen Deutschlands, sagte der Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH), Manfred Hunkemöller, der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag). Der Ruf der Kette sei aber schwer belastet. «Die Diskussionen um Dumpinglöhne und Mitarbeiterschikanen bleiben beim Kunden in Erinnerung», so Hunkemöller.

Ähnlich sieht es der Art Directors Club Deutschland: «Als Marke hat Schlecker seine letzte Chance gehabt und verspielt. Der alte Name und Markenauftritt, wie man ihn vielerorts noch sieht mit engen, dunklen Läden und weiß-blauem Blockschrift-Logo, steht für den Unterschicht-Billig-Drogeriemarkt. Das war nicht Erlebniseinkauf, sondern Warenausgabestation», sagte Präsident Jochen Rädeker der «Wirtschaftswoche».

Hunkemöller empfahl dem insolventen Drogerieriesen zu prüfen, alle Filialen unter dem Namen der Tochtergesellschaft «Ihr Platz» firmieren zu lassen. Nach Untersuchung des IFH genießen die Schlecker-Konkurrenten dm und Rossmann ein deutlich besseres Image unter den Verbrauchern als Schlecker. (Quelle: Stuttgart (dpa/lby))


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