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Turbulenzen auf den Finanzmärkten und enorme Kosten für den Umbau des eigenen Konzerns haben bei der Credit Suisse einen unerwartet hohen Gewinneinbruch von 62 Prozent verursacht.
Das Jahresergebnis der weltweit tätigen Schweizer Großbank stürzte 2011 unterem Strich auf 1,95 Milliarden Franken (1,62 Milliarden Euro) ab - nach einem Gewinn von 5,1 Milliarden Franken im Jahr zuvor.
Für das vierte Quartal gab der zweitgrößte Schweizer Finanzkonzern in Zürich gar einen Verlust von 637 Millionen Franken bekannt, ein Jahr schlug noch ein Plus von 841 Millionen Franken zu Buche. CS-Chef Brady Dougan nannte das Ergebnis schlicht «enttäuschend». Es widerspiegele allerdings das schwierige Marktumfeld.
Dougan verwies auf hohe Kosten für den als Reaktion auf die Probleme an den Finanzmärkten in Gang gesetzten Konzernumbau mit der Streichung von 3500 Stellen, den Rückzug aus verschiedenen Geschäftsfeldern sowie den Abbau von Risikopapieren. Insgesamt kostete das die Bank rund eine Milliarde Franken. Dem Vorstand zufolge wirkt sich die Kostenbremse inzwischen positiv aus. Man sehe einen «Trend zur Verbesserung».
Angesichts der empfindlichen Einbußen kürzte sich die Konzernleitung die Boni fürs vergangene Jahr um 57 Prozent. Der Topf für «variable Vergütungen» für die anderen Banker sei um 41 Prozent geringer gefüllt als im Vorjahr. Mit weniger müssen sich auch die Aktionäre zufriedengeben. Sie erhalten 0,75 Franken Dividende pro Anteilsschein, nach 1,30 Franken im Vorjahr. Außerdem hat die Bank für eine mögliche Strafzahlung in den USA knapp 300 Millionen Franken zurückgelegt.
Besonders schlecht lief es für die CS - wie auch bei deren Konkurrenten - im Investmentbanking. Es bescherte der Bank im vierten Quartal einen Verlust vor Steuern von 1,31 Milliarden Franken nach einem Plus knapp 560 Millionen Franken vor Jahresfrist.
Weniger dramatisch war der Quartalseinbruch im Private Banking. Bei der Verwaltung großer Vermögen verbuchte die CS einen Vorsteuergewinn von 467 Millionen Franken - was allerdings nur etwa der Hälfte des vergleichbaren Ergebnisses im Jahr 2010 entsprach. Der Lichtblick: Im Private Banking konnte die CS 2011 neue Einlagen in Höhe von 44,5 Milliarden Franken einsammeln - maßgeblich dank potenter Kunden in den aufkommenden Märkten der sogenannten Schwellenländer.
Ein Ergebnis, das schlechter als erwartet ausfiel, hatte zu Wochenbeginn auch die Schweizer UBS bekanntgeben müssen. Nach einem durch den Zocker-Skandal bei der UBS in London sowie die Schuldenkrise verhagelten Jahr 2011 brach der Gewinn der global aufgestellten Großbank um 44 Prozent auf 4,2 Milliarden Franken (3,5 Mrd Euro) ein. (Quelle: Zürich (dpa/lby))
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