27.01.2012

Mission für Brand: Eliteförderung im Handball

Jung, robust und Bundesliga-gestählt: So soll der deutsche Handball-Nationalspieler der Zukunft sein. Nach dem dritten enttäuschenden Turnier nacheinander und dem Olympia-Aus soll als Konsequenz aus dem siebten Platz bei der EM einmal mehr die Nachwuchsausbildung intensiviert werden.
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Heiner Brand hat eine neue Handball-Mission. Foto: Jens Wolf (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Jung, robust und Bundesliga-gestählt: So soll der deutsche Handball-Nationalspieler der Zukunft sein. Nach dem dritten enttäuschenden Turnier nacheinander und dem Olympia-Aus soll als Konsequenz aus dem siebten Platz bei der EM einmal mehr die Nachwuchsausbildung intensiviert werden.

Federführung bei dem Projekt hat der frühere Bundestrainer Heiner Brand.
«Vor allen Dingen müssen wir die individuellen Fähigkeiten unserer jungen Elite-Spieler fördern, womit wir mit Heiner Brand unseren geeignetsten Mann beauftragt haben», erklärte Ulrich Strombach, Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB).

Die Bestandsaufnahme gibt einen unverstellten Blick auf die Gegenwart frei. Bei der EM in Serbien traten die 16 Mannschaften mit 78 Spielern aus der Bundesliga an. Zieht man die 16 Akteure der DHB-Auswahl ab, die als einzige ohne einen «Legionär» antrat, verdienten immerhin gut 25 Prozent aller EM-Spieler ihr Geld in der 1. oder 2. Bundesliga.

Diese Quote und die Tatsache, dass in den Bundesliga-Clubs die Schlüsselpositionen mit ausländischen Spielern besetzt sind, hatte Brand schon in seiner Zeit als Bundestrainer schwer im Magen gelegen. Seine Forderung nach mehr Einsatzzeiten für deutsche und vor allem auch junge Spieler, um deren Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen, verhallte jedoch weitgehend ungehört. «Das war immer mein Lieblingsthema. Aber ich schaue nicht zurück», sagte der DHB-Sportmanager in Belgrad.

Nach seiner Ansicht hat in den Clubs ein Gedankenwandel stattgefunden. Nicht nur wegen der jüngsten Forderung von DOSB-Präsident Thomas Bach, dass Liga und Verband gemeinsam einen Weg aus der Misere finden müssen, richten die Vereine den Blick mehr auf den Nachwuchs. Der Ligaverband HBL vergibt Jugendzertifikate für gute Ausbildungsarbeit, eine A-Jugend-Bundesliga wurde installiert und der TBV Lemgo - auch aus einer gewissen Finanznot heraus - frischt seinen Kader mit immer mehr Junioren-Nationalspielern wie zuletzt Torhüter Dennis Doden auf. «Wir haben ein klares Konzept, das auf junge, talentierte Spieler setzt», sagte Trainer Dirk Beuchler.

«Mit der Liga müssen wir im Dialog bleiben. Hier geht es jetzt darum, deutsche Spieler zu entwickeln. Wir haben uns langfristig die Eliteförderung auf die Fahnen geschrieben», erklärte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier und ergänzte: «Wir brauchen Vereine, die mit diesen Spielern arbeiten, sie technisch ausbilden, taktisch ausbilden und bei denen sie dann auch Spielpraxis bekommen. Da muss die Liga mithelfen.»

Einen Vorgeschmack auf mögliche künftige Nationalspieler wird es am 4. Februar beim Allstar Game in Leipzig geben. Im Vorspiel zum Schaulaufen der DHB-Auswahl gegen die Bundesliga-Stars tritt eine von Bundestrainer Martin Heuberger zusammengestellte B-Nationalmannschaft gegen den Drittligisten EHV Aue an. (Quelle: Belgrad (dpa/lby))


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