14.01.2012

Ökonom: Industrie treibt gesamte Volkswirtschaft

Die Industrie treibt in Deutschland die gesamte Volkswirtschaft an. Zu diesem Ergebnis ist der Wittener Professor André Schmidt in einer Studie im Auftrag der Wiesbadener Chemie-Stiftung Sozialpartner-Akademie (CSSA) gekommen.
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Industriearbeiter im Einsatz: Die Industrie ist nach einer Studie der Motor der gesamten Volkswirtschaft. Foto: Oliver Berg / Archiv (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Die Industrie treibt in Deutschland die gesamte Volkswirtschaft an. Zu diesem Ergebnis ist der Wittener Professor André Schmidt in einer Studie im Auftrag der Wiesbadener Chemie-Stiftung Sozialpartner-Akademie (CSSA) gekommen.

Danach bestimme insbesondere auch die stark wachsende Exportwirtschaft die Nachfrage nach zusätzlichen, industrienahen Dienstleistungen.
Von unterentwickelten Dienstleistungen könne in diesem Bereich in Deutschland keine Rede sein.

Schmidt betont die sehr viele höhere Bedeutung der Industrie in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Gemessen am Produktionswert mache sie hierzulande 40 Prozent der Volkswirtschaft aus im Vergleich zu 22,7 Prozent in Großbritannien oder 27,8 Prozent in Frankreich. «Deutschlands industrieller Kern hat nicht zuletzt dazu beigetragen, dass wir die Krise schneller überwunden haben als andere Länder.»

Der Makro-Ökonom der Universität Witten-Herdecke hat für seine Studie die volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für den Zeitraum 1995 bis 2007 ausgewertet und dabei die Verflechtungen der einzelnen Wirtschaftssektoren untereinander genauer untersucht. Die Chemie-Stiftung Sozialpartner-Akademie versteht sich als gemeinsame «Denkfabrik» der Chemie-Tarifpartner.

Im untersuchten Zeitraum sei die exportorientierte Industrie besonders stark gewachsen und habe ihren Anteil am Gesamtgüteraufkommen beträchtlich von 17,2 auf 23,2 Prozent gesteigert, berichtete Schmidt. Zudem sei deutlich geworden, dass der exportorientierte Industriegütersektor am meisten unternehmensbezogene Dienstleistungen auslöse. Die meisten Vorleistungen der Dienstleister fielen bei chemischen Produkten an.

Schmidt wandte sich gegen die Einschätzung, dass es in Deutschland einen unterentwickelten Dienstleistungssektor gibt. Das treffe zumindest auf die industrienahen Dienstleister in keiner Weise zu, die mit der Industrie ein hoch wettbewerbsfähiges Geflecht bildeten. «Industriesektor und Dienstleistungssektor ergänzen sich und ersetzen sich nicht.» Einen Rückstand im Vergleich zu anderen EU-Staaten könne man allenfalls bei konsumbezogenen und sozialen Dienstleistungen erkennen. Damit werden zum Beispiel Dienstleistungen im Handel oder im Gesundheitswesen beschrieben. (Quelle: Wiesbaden (dpa/lby))


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