17.01.2012

Rekordjahr bei Airbus: 4000 Neueinstellungen geplant

Der europäische Flugzeugbauer Airbus will nach einem Rekordjahr 4000 neue Mitarbeiter einstellen. Auf einer gemeinsamen Neujahrskonferenz im Hamburger Airbus-Werk mit dem Mutterkonzern EADS sprach Verkaufschef John Leahy vom erfolgreichsten Jahr des europäischen Vorzeigeunternehmens.
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«EADS ist eine Wachstums-Story und eine Geld-Maschine», sagte EADS-Chef Louis Gallois auf einer gemeinsamen Neujahrskonferenz im Hamburger Airbus-Werk. Foto: Peter Kneffel  (Foto: dpa)
 
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Der europäische Flugzeugbauer Airbus will nach einem Rekordjahr 4000 neue Mitarbeiter einstellen. Auf einer gemeinsamen Neujahrskonferenz im Hamburger Airbus-Werk mit dem Mutterkonzern EADS sprach Verkaufschef John Leahy vom erfolgreichsten Jahr des europäischen Vorzeigeunternehmens.

«Wir hatten die höchste Auslieferungsrate unserer Geschichte», sagte Airbus-Chef Tom Enders zum Höhenflug 2011.
Insgesamt wurden mit 534 Maschinen so viele Jets ausgeliefert wie nie zuvor. Es sei angesichts von Lieferengpässen - etwa durch das Erdbeben in Japan - jedoch nicht einfach gewesen, sagte Enders. Großaufträge reihten sich wie am Fließband: Airbus erhielt unterm Strich die Rekordzahl von 1419 Bestellungen. Damit gelang es den Europäern den US-Erzrivalen Boeing erneut zu überflügeln.

In den Airbus-Büchern stehen nun Aufträge für 4437 Flugzeuge im Gesamtwert von 588 Milliarden Dollar nach Listenpreis. Das sichert die Produktion über einen Zeitraum von acht Jahren. «EADS ist eine Wachstums-Story und eine Geld-Maschine», sagte EADS-Chef Louis Gallois.

«Unser Umsatz wird ganz hübsch über dem Vorjahr liegen.» 2010 hatte EADS 45,8 Milliarden Euro umgesetzt und sich ein Plus von vier Prozent vorgenommen. Der Sparflieger A320neo sei der Star des Jahres gewesen. Die wichtigsten Programme liefen rund, die Preise würden steigen.

Es gelte nun, den Luft- und Raumfahrtkonzern trotz wachsender Konkurrenz profitabler zu machen und das internationale Profil zu schärfen: «Mehr Auslieferungen, bessere Preise», brachte es Gallois auf den Punkt.

Europa, USA und Schwellenländer seien die drei wichtigsten Pfeiler. Das werde aber nicht auf Kosten der Arbeitsplätze in Europa gehen. Der Konzern hebe nun ab Richtung Wachstumsmärkte.

Mit Blick auf seinen Nachfolger betonte der scheidende Gallois, derartige Entscheidungen bräuchten Zeit. Er wolle an dem öffentlichen Gezerre nicht mitwirken. Die Diskussion mit den Anteilseignern brauche ihre Zeit. Bis Mitte April sei mit einem Beschluss zu rechnen. Der Vertrag des 67-Jährigen läuft zur Jahresmitte aus. Geplant ist dem Vernehmen nach, dass Airbus-Chef Enders den Franzosen ablöst.

Seit der Gründung des Luft- und Raumfahrtkonzerns ringen die deutsche und die französische Seite um eine Ausbalancierung, wobei der französische Staat als Anteilseigner ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Enders warnte vor Ungeduld bei Personalfragen im Top-Management und erklärte mit Blick auf Spekulationen: «Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich nichts davon negativ auf Airbus auswirken wird.»

Mit Blick auf die Schuldenkrise mahnte Gallois schnelle Lösungen an, um Marktvertrauen wieder herzustellen: «Wir brauchen klare Signale, die von jedem verstanden werden.» EADS könne da als europäisches Integrationsmodell gelten.

Leahy betonte, dass er im laufenden Jahr mit weniger Aufträgen rechne. Sie würden aber mindestens der Zahl der Auslieferungen entsprechen, die Airbus für 2012 auf 570 veranschlagt. Konkret geht Leahy von 600 bis 650 Aufträgen aus - der Rückgang sei angesichts des üppigen Auftragsbestands durchaus erwünscht. Den Airbus-Marktanteil schätzt er für 2012 auf um die 50 Prozent. Vom Mega-Flieger A380 sollen in diesem Jahr 30 Jets verkauft und auch ausgeliefert werden.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen Weltmarktanteil von 64 Prozent nach Bestellungen (54 Prozent nach Umsatz). Verkaufsrenner des Vorjahres war der mit sparsameren Triebwerken ausgerüstete A320neo, das, so Leahy, «sich am schnellsten verkaufende Flugzeugprojekt der Luftfahrtgeschichte». 2011 gingen alleine für dieses Modell 1226 Festbestellungen ein. US-Konkurrent Boeing sei 2011 nur im mittleren Marktsegment besser als Airbus gewesen. Leahy: «Wir waren in neun der vergangenen zehn Jahren der größte Flugzeughersteller.»

Der Luftverkehr sei ein enormer Wachstumsmarkt, der sich trotz weltweiter Krisen alle 15 Jahre verdoppele. Während der europäische Markt weitgehend stagniere, sei der asiatisch-pazifische Raum ein absoluter Boom-Markt, der von Airbus dominiert werde. Nach 4500 Neueinstellungen im Vorjahr kommt Airbus nun auf 55 000 Mitarbeiter. (Quelle: Hamburg (dpa/lby))


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