02.02.2012

Sky Deutschland kauft sich den Erfolg

Sky Deutschland wagt sich nach einem Rekordplus bei den Abonnentenzahlen wieder an eine vorsichtige Gewinnprognose. 2013 will Konzernchef Brian Sullivan zumindest operativ endlich den langersehnten Sprung in die schwarzen Zahlen schaffen.
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Der Vorstandsvorsitzende des TV-Bezahlsenders sky Deutschland, Brian Sullivan, in der Firmenzentrale in Unterföhring bei München. Foto: Andreas Gebert (Archivbild) (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Sky Deutschland wagt sich nach einem Rekordplus bei den Abonnentenzahlen wieder an eine vorsichtige Gewinnprognose. 2013 will Konzernchef Brian Sullivan zumindest operativ endlich den langersehnten Sprung in die schwarzen Zahlen schaffen.

Im vergangenen Jahr knackte der Bezahlsender die wichtige Marke von drei Millionen Kunden, blieb aber in der Verlustzone - wenn auch weit weniger tief als noch 2010.
Die Trendwende scheint in greifbarer Nähe.

«Wir haben im Jahr 2011 eine Reihe von wichtigen Meilensteinen erreicht, die unser Unternehmen in eine profitable Zukunft führen werden», sagte Sullivan am Donnerstag in München, nachdem er überraschend vorläufige Zahlen mitgeteilt hatte. Die Börse dankte es: Der Aktienkurs notierte am Nachmittag mit gut 25 Prozent im Plus.

Und das obwohl auch in diesem Jahr am Ende noch ein Minus in den Büchern des früheren Senders Premiere stehen wird. Um das langfristig zu ändern, will der Manager den Ausbau des Angebots vorantreiben - und braucht dafür nochmals frisches Geld - 300 Millionen Euro will sich der defizitäre Konzern in zwei Schritten beschaffen. Die stattliche Summe wird abgesichert durch den Großaktionär News Corp., dem Konzern von Medienzar Rupert Murdoch. Murdoch hatte in den vergangenen beiden Jahren bereits rund 448 Millionen Euro in den Konzern gepumpt.

Das Geld nutzte Sullivan bisher, um das Angebot des Senders auszubauen, neue Programme und Formate anzubieten wie den Empfang auf mobilen Computern oder den neuen Sportnachrichtensender Sky Sports News HD zu starten. Auch die 300 Millionen sollen in das Programm und die Verbesserung des Services gesteckt werden - und verschaffen Sullivan in den anstehenden Verhandlungen über den Verkauf der Bundesligarechte mehr Flexibilität. Zwar gebe es keinen direkten Zusammenhang mit dem Bieterwettbewerb um die wichtigen Rechte, sagte Sullivan. Schaden dürfte das Polster aber kaum.

2011 blieben die Sky-Deutschland-Zahlen wie erwartet rot. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verringert sich verglichen mit 2010 allerdings deutlich von 269 auf 155 Millionen Euro. Der Umsatz wuchs um 17 Prozent auf 1,139 Milliarden Euro. Am wichtigsten aber für den Sender: Die Kundenzahl kletterte zum Jahresende auf 3 012 000 Abonnenten. Unter dem Strich gewann Sky Deutschland damit im vergangenen Jahr 359 000 zahlende Kunden hinzu - der größte Zuwachs in der Firmengeschichte. 2010 lag das Plus noch bei 183 000.

Damit verbesserte sich auch eine andere wichtige Kennzahl deutlich, der durchschnittliche Umsatz pro Kunde. Er wuchs um 1,77 Euro auf 30,46 Euro. «Das ist ein fantastisches Ergebnis, aber es gibt noch viel zu tun», sagte Sullivan. Denn auch in diesem Jahr wird Sky noch Verluste schreiben. Allerdings: In einem oder vielleicht sogar zwei Quartalen könnte bereits in diesem Jahr operativ ein Gewinn zu schaffen sein, sagte Sullivan.

Die Börse reagierte trotz der nötigen - und bei Anlegern zumeist wenig beliebten - Kapitalspritze begeistert auf die Zahlen. Schon am Vormittag legte die Aktie um fast 14 Prozent zu, am Nachmittag waren es bereits 25 Prozent. Etliche Analysten hatten eine weitere Kapitalmaßnahme bereits erwartet. Sullivan sieht sich nun auf dem besten Weg, sein Ziel zu erreichen, den Konzern profitabel zu machen. In der mehr als 20 Jahre währenden Geschichte des Bezahlsenders war das bisher nie nachhaltig gelungen. (Quelle: München (dpa/lby))


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