09.02.2012

Tödliches Gas: Zwei Tote in Großfamilie

Das tödliche Gas kam aus einer kaputten Heizung: In einer Großfamilie im westfälischen Hamm sind zwei junge Männer gestorben, nachdem wohl seit Tagen Kohlenmonoxid aus der Heizung strömte.
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Ärmelabzeichen eines Polizisten in Nordrhein-Westfalen. In Hamm wurde Tote und Verletzte entdeckt. Foto: Martin Gerten/Archiv (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Das tödliche Gas kam aus einer kaputten Heizung: In einer Großfamilie im westfälischen Hamm sind zwei junge Männer gestorben, nachdem wohl seit Tagen Kohlenmonoxid aus der Heizung strömte.

Die Eltern und drei weitere Kinder kamen mit schweren Vergiftungen ins Krankenhaus. Der Zustand von drei Familienmitgliedern war am Donnerstagabend kritisch, sagte eine Kliniksprecherin. Bei den anderen beiden sei er stabil.
Unabhängig davon starben auch im Emsland zwei Menschen an einer Kohlenmonoxidvergiftung.

Bei den toten Kindern handelt es sich um zwei Söhne im Alter von 18 und 20 Jahren, sagte ein Polizeisprecher. Die Staatsanwaltschaft Dortmund ordnete eine Obduktion der Leichen an, um die genaue Todesursache festzustellen. Für ein Fremdverschulden lägen keine Anzeichen vor, hieß es in einer Erklärung. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Untersuchung der Heizungsanlage an.

Zwei Familienmitglieder fanden die Retter am späten Mittwochabend bewusstlos in dem Haus. Sie konnten reanimiert werden. Die Eltern und die drei überlebenden Kinder wurden mit Hubschraubern nach Düsseldorf geflogen. Dort wurden sie in einer Überdruckkammer der Universitätsklinik behandelt.

Ein noch größeres Unglück verhinderte ein Schulfreund von einem der Jungen. Er hatte am Mittwoch gegen 22 Uhr nach seinem Freund geschaut, der schon seit drei Tagen nicht mehr in der Schule war. Dieser soll am Telefon geklagt haben, dass es ihm nicht gut gehe, erklärte die Polizei. Als der 18-Jährige in das Haus schaute, entdeckte er zwei leblose Körper und rief die Polizei.

Die Retter brachen sofort die Tür auf und kümmerten sich um die Familie. Mehrere Polizisten und Feuerwehrmänner kamen nach der Rettungsaktion selbst mit Kohlenmonoxidvergiftungen ins Krankenhaus. Später konnten aber alle wieder entlassen werden.

Zu den Verletzten gehören der 57 Jahre alte Vater und die 41-jährige Mutter sowie zwei Jungen im Alter von 7 und 18 Jahren und eine 16-jährige Tochter. Bei den 18-jährigen Söhnen handle es sich um Halbbrüder. Die Eltern hatten eine Patchworkfamilie gegründet.

Alles deutet darauf hin, dass sich das Unglück über Tage zusammenbraute. «Es kann durchaus sein, dass schon vor Tagen Kohlenmonoxid entwichen ist», sagte Feuerwehrsprecher Lothar Robers. Wenn man das Gas einatme, komme es am Anfang zu Gleichgewichtsstörungen, dann zu Kopfschmerzen. Wenn die Konzentration zunehme, könne es zu Bewusstlosigkeit oder zum Tod führen. Weil das Gas geruchslos ist, werde es nicht bemerkt. Vermutlich hatten die Familienmitglieder nicht mitbekommen, dass die anderen mit dem Tod rangen. Die Retter fanden die Opfer im Haus verteilt.

Wegen eines Vogelnests auf dem Schornstein starb derweil ein älteres Geschwisterpaar im emsländischen Hüven. Die 69 Jahre alte Frau und ihr 75 Jahre alter Bruder hatten nach Angaben der Polizei wegen der Kälte einen nicht genehmigten Ölofen angeworfen. Weil der Schornstein von einem Dohlennest verstopft war, drangen die giftigen Abgase in das Schlafzimmer ein. Die beiden waren am Mittwoch tot gefunden worden, nachdem sich Angehörige bei der Polizei gemeldet hatten. (Quelle: Hamm (dpa/lby))


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