27.11.2011

Tops, Flops und Kurioses in der Formel 1

Liebeserklärungen auf dem Helm oder Kosmetikbehandlungen für «Kinky Kylie»: Die Formel 1 hat in dieser Saison auch mit Kuriositäten nicht gegeizt.
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Jenson Button gehört zu den Gewinnern der Saison. Foto: Antonio Lacerda (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Liebeserklärungen auf dem Helm oder Kosmetikbehandlungen für «Kinky Kylie»: Die Formel 1 hat in dieser Saison auch mit Kuriositäten nicht gegeizt. Sportlich führt Doppelweltmeister Sebastian Vettel die Liste der Tops an, aber es gab auch mehrere deutsche Flops. Eine Saisonbilanz:

Triumphator: Sebastian Vettel. Rekord von 15 Pole Positionen. Schon vor dem Finale elf Siege auf dem Konto.
Vorzeitig im Red Bull jüngster Doppelweltmeister. Famos, fantastisch, Vettel - trotz verpasstem Sieg im Finale nach Getriebeproblemen.

Gewinner I: Sympathisch, entspannt, erfolgreich. Jenson Button setzte sich im weltmeisterlichen Teamduell bei McLaren gegen den verbissenen Lewis Hamilton durch.

Gewinner II: Die Zuschauer. Ob Überholhilfen KERS (Energierückgewinnungssystem) und DRS (verstellbarer Heckflügel) oder die Reifen - für unterhaltsame Rennen war gesorgt.

Verlierer I: Felipe Massa fährt im kommenden Jahr auf Bewährung bei Ferrari. Wie der Brasilianer kann die Scuderia insgesamt über den Auftritt 2011 nur enttäuscht sein. Klassenziel klar verfehlt.

Verlierer II: Im vergangenen Jahr durfte Mark Webber lange auf seinen ersten WM-Titel hoffen. In dieser Saison waren die Fronten im teaminternen Duell mit Vettel von Beginn an klar verteilt. Im Finale durfte sich der Australier dann mit dem ersten Sieg seit dem 1. August 2010 trösten.

Verlierer III: Rüpel, Rowdy - oder doch einfach nur ein Racer. Lewis Hamilton sorgte in dieser Saison für viele Zwischenfälle. Bei den Rennkommissaren gehörte der Brite zu den Stammgästen. Im Finale vorzeitig wegen eines Getriebeschadens raus.

Verlierer IV: Mercedes. Auch im zweiten Jahr blieb die selbst ernannte deutsche Formel-1-Nationalmannschaft unter den Erwartungen. 2012 gilt's. Erst recht.

Verlierer V.: Kein einziges Mal kam der Wersauer im Marussia-Virgin in die zweite Qualifikationsrunde. Im Finale in Brasilien als letzter gestartet und dann durch eine peinliche Panne beim Reifenwechsel raus. Für Timo Glock eine Saison zum Vergessen.

Marathonrennen: 12. Juni, Montreal, Kanada. Regen, Regen, Regen. Mechaniker ließen in der Boxengasse kleine Schiffchen fahren. Nach insgesamt 4 Stunden und 4 Minuten war es geschafft.

Kurzauftritt: Ein Alptraum für jeden Autofahrer: Reifen, die nur ein paar Kilometer halten. Für die Formel 1 der Schlüssel zu packenden Rennen. Vorhersagen zwecklos. Pirelli sei Dank.

Prozente: Mit dem Finale eingerechnet gab es 858 Grand Prix in der 61-jährigen Formel-1-Geschichte. Oldie Rubens Barrichello hat an deutlich mehr als einem Drittel (37,5/Prozent/322 GP) teilgenommen.

Flügel: Für den WM-Triumph wurde ein neuer Frontflügel für Vettels «Kinky Kylie» nach Japan eingeflogen. Den alten hatte er demoliert. Die Transportkosten (ca. 120 000 Euro) wollte Vettel übernehmen.

Entlassung: Es traf Nick Heidfeld. Nach elf Rennen war Schluss bei Lotus Renault. Die reichten dem Mönchengladbacher Kubica-Ersatz, um bis zum Finale in den Top-Ten der Gesamtwertung zu bleiben.

Jubiläum I: Michael Schumacher feierte sein 20-Jähriges. In Spa. Wo sonst? Dort hatte er zwei Jahrzehnte zuvor sein erstes Rennen bestritten. Diesmal brillierte er mit einer grandiosen Aufholjagd.

Jubiläum II: Nico Rosberg absolvierte in Ungarn sein 100. Formel-1-Rennen. Siege weiter Fehlanzeige. Dafür Vertragsverlängerung bei Mercedes für mehrere Jahre.

Geschenkt: Es ist schon ein bisschen Tradition. Sebastian Vettel darf auch sein Weltmeister-Auto von 2011 wieder behalten.

Premiere: Indien war zum ersten Mal Gastgeber eines Formel-1-Rennens. Manches hakte, im Pressezentrum fiel auch schon mal der Strom aus. Insgesamt aber ein Erfolg.

Absage: Geplant als Saisonauftakt, abgesagt, neu angesetzt, endgültig gestrichen. Der Große Preis von Bahrain sorgte für Wirbel, obwohl er nicht stattfand. Grund: Politische Unruhen mit Toten.

Kaltluft: Red Bull hatte es perfektioniert. Auch ohne Gasgeben wurde Luft aus dem Auspuff zur Verbesserung der Aerodynamik geblasen. Das System wurde nach viel Tamtam verboten.

Liebe: Pech im Sport, aber auch kein Glück in der Liebe. Die Trennung von Pop-Sängerin Nicole Scherzinger setzt Lewis Hamilton zu. In Indien zierten die Worte «One Love» (eine Liebe) Hamiltons Helm.

Crash: Der folgenreichste Unfall passierte Formel-1-Pilot Robert Kubica. Allerdings bei einem Rallye-Abstecher. Der Pole überlebte. Die Fortsetzung seiner Karriere ist aber weiter offen. (Quelle: Sao Paulo (dpa/lby))


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