03.02.2012

US-Standortschließungen als Risiko und Chance

Das Aus für die US-Standorte Bamberg und Schweinfurt hat neben Bedauern auch die Hoffnung auf neue Entwicklungschancen ausgelöst.
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Die US-Soldaten werden aus Bamberg abgezogen. Foto: Kevin Alex/US Army (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Das Aus für die US-Standorte Bamberg und Schweinfurt hat neben Bedauern auch die Hoffnung auf neue Entwicklungschancen ausgelöst. «Eine Epoche geht zu Ende», erklärte Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) am Freitag. «Unsere erste Sorge gilt nun den zivilen Beschäftigten, für die gemeinsam gute Lösungen gefunden werden müssen.» Am US-Standort Bamberg arbeiten der Stadt zufolge etwa 370 deutsche Zivilangestellte.
Starke verwies jedoch auch auf die positiven Seiten der Auflösung. «Die freiwerdenden Flächen bieten Raum für Wohnen, Leben und Arbeiten, für Studierende und Familien.»

Die US-Armee will mittelfristig ihre Standorte in Schweinfurt und Bamberg aufgeben. Grafenwöhr dagegen soll erhalten bleiben. Nach US-Armee-Angaben sind dort je rund 3000 Soldaten stationiert. In spätestens drei Jahren würden die Amerikaner den Standort in Bamberg komplett aufgeben, erklärte Starke. Der Prozess beginne bereits in einigen Wochen. Der Stadt zufolge wurde bei dem Gespräch nicht gesagt, wohin die Soldaten verlegt werden. Zuvor gab es Hinweise, dass Teile an den Standort Grafenwöhr umziehen könnten.

Staatskanzlei-Chef Thomas Kreuzer (CSU) versprach Bamberg und Schweinfurt Unterstützung. «Regionen, aus denen die amerikanischen Streitkräfte abziehen, sollen die gleiche Unterstützung erhalten, wie wir es den im Rahmen der Bundeswehrreform betroffenen Kommunen zugesichert haben.»

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte Konversionsprogramme des Bundes - analog zu der Hilfe, die den vom Bundeswehr-Abzug getroffenen Kommunen zuteil werden soll. Herrmann schlug vor, in Bamberg die freiwerdende US-Kaserne für die Unterbringung von Studenten zu nutzen. «Wir brauchen in der Region angesichts des Wachstums der Bamberger Universität dringend mehr Wohnraum.» Der Innenminister hat bereits die Oberste Baubehörde beauftragt zu prüfen, ob auf dem Areal der US-Truppen Studentenwohnheime gebaut werden oder vorhandene Gebäude in Wohnraum umgewandelt werden können.

Aus Sicht des Schweinfurter Finanzreferenten Martin Baldauf liegt die größte Herausforderung darin, die Flächen zivil umzunutzen. Es gehe um fast 100 Hektar in der Stadt und noch einmal 200 Hektar im Umland. Mit dem Abzug der US-Truppen müssen sich der Stadt zufolge außerdem rund 630 zivile Angestellte beruflich neu orientieren. Baldauf hofft, dass Schweinfurt gestärkt aus der Situation hervorgeht. Das ist durchaus möglich, wie das Beispiel Würzburg zeigt: Nachdem die Amerikaner 2009 den Standort aufgaben, entstand auf dem Kasernengelände ein erweiterter Uni-Campus.

Die Entscheidung über die Schließung der beiden Standorte kommt nicht überraschend. «Bamberg und Schweinfurt stehen seit langem nicht auf der Liste der zu erhaltenden Standorte», sagte eine Sprecherin der US-Armee Europa in Heidelberg. Die Schließungspläne wollte sie trotzdem nicht offiziell bestätigen. Das Gespräch zwischen US-Militärs und den Oberbürgermeistern sei schließlich nicht öffentlich gewesen. Bestätigen könne sie weiterhin nur, dass die USA zwei schwere Kampfbrigaden aus Europa abziehen wollten - eine davon hat ihren Hauptsitz im oberpfälzischen Grafenwöhr. Rund 1500 Soldaten der Brigade sind in Schweinfurt stationiert. (Quelle: Bamberg/Schweinfurt (dpa/lby))


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