04.02.2012

Ungarischer Rechtsextremist Csurka gestorben

Der ungarische Theaterautor und Rechtsextremist Istvan Csurka ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Er starb nach langem Leiden im Krankenhaus, wie die Nachrichtenagentur MTI am Samstag unter Berufung auf Angehörige berichtete.
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Istvan Csurka starb im Alter von 77 Jahren. Foto: Attila Kovacs  (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Der ungarische Theaterautor und Rechtsextremist Istvan Csurka ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Er starb nach langem Leiden im Krankenhaus, wie die Nachrichtenagentur MTI am Samstag unter Berufung auf Angehörige berichtete.

Die Todesursache wurde nicht angegeben. Vor der Wende vor 22 Jahren war Csurka einer der erfolgreichsten ungarischen Theaterautoren.
Danach wurde er Politiker: Mit antisemitischen Haltungen trug er dazu bei, das Land weit nach rechts zu rücken.

Als er noch Autor war, geißelte Csurka in seinen Komödien die alltäglichen Zustände und Mentalitäten im Sozialismus, ohne dabei bestimmte Tabus anzutasten. Nach der Wende engagierte sich Csurka zunächst im bürgerlich-konservativen Ungarischen Demokratischen Forum (MDF), dessen Mitgründer und Vize-Vorsitzender er war. Bereits damals nahm er Positionen in der Nähe des Rechtsextremismus ein.

1992 veröffentlichte er ein Pamphlet mit dem Titel «Einige Gedanken zu den zwei Jahren nach dem Systemwechsel». Für die Probleme des Übergangs machte er darin die «Achse New York - Paris - Tel Aviv» verantwortlich, ein Hinweis auf einen angeblichen Einfluss von Juden. Mit seinen Schriften machte Csurka den codierten Antisemitismus in der ungarischen Nach-Wende-Politik salonfähig.

1993 gründete er die rechtsextremistische Ungarische Wahrheits- und Lebenspartei (MIEP). Diese zog 1998 ins Parlament ein. 2002 scheiterte sie an der Fünfprozent-Hürde und wurde bedeutungslos.

Csurka näherte sich in den letzen Jahren zunehmend dem rechts-konservativen Bund Junger Demokraten (FIDESZ) von Ministerpräsident Viktor Orban an. In seiner Wochenzeitung «Magyar Forum» (Ungarisches Forum) veröffentlichte er weiter antisemitische Hetzartikel, rühmte aber zugleich auch die Politik Orbans. Sein letzter öffentlicher Auftritt war bei einer Pro-Orban-Kundgebung vor drei Wochen in der südungarischen Stadt Szeged.

Ins internationale Scheinwerferlicht rückte der Rechtsaußen-Politiker erneut Ende 2011, als sein Gesinnungsfreund György Dörner zum Intendanten des Budapester Neuen Theaters (Uj Szinhaz) ernannt wurde. Dörner wollte Csurka zum künstlerischen Direktor machen. Dies wurde aber von Oberbürgermeister Istvan Tarlos, der Dörner bestellt hatte, unterbunden. (Quelle: Budapest (dpa/lby))


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