Vettel-Verfolger machen sich warm
Diesmal lief der neue Red-Bull-Herausforderer schon bei der ersten Ausfahrt wie geschmiert. So sehr, dass Vizeweltmeister Jenson Button vor dem Zelt des McLaren-Teams auf dem Circuito de Jerez ins Schwärmen geriet.
(Foto: dpa)
Diesmal lief der neue Red-Bull-Herausforderer schon bei der ersten Ausfahrt wie geschmiert. So sehr, dass Vizeweltmeister Jenson Button vor dem Zelt des McLaren-Teams auf dem Circuito de Jerez ins Schwärmen geriet.
«Es gibt keine kniffligen Bereiche am Auto, das ist schön. Ich bin glücklich», sagte der Brite. Es war ihm anzusehen. Button, ohnehin kein Griesgram oder Grantler, lächelte bei jedem Wort über den neuen Rennwagen.
Der MP4-27 kommt als einziger ohne Höckernase daher. Das macht ihn optisch zumindest schon mal zum Renner. Doch nicht nur das. «Ich sitze viel tiefer als im vergangenen Jahr», betonte Button: «Ich liebe diese Position.»
Für Button war es im Gegensatz zur auch leidvollen Liaison mit dem Vorgänger-Modell Liebe auf den ersten Sitz. Vor einem Jahr waren mit jeder Fahrt nur noch mehr Probleme mit dem McLaren aufgetaucht. Dennoch bekam das traditionsreiche Team in der Saison die Kurve und avancierte zum «Best-of-the-Rest» hinter Doppelweltmeister Sebastian Vettel und Red Bull.
Diesmal ging's schon mit Schwung los. Er fühle sich als Teil des Autos, betonte Button. Aber: «Wir wissen bis zum ersten Rennen nicht, wo wir stehen.» Die Testfahrten bis Freitag in Jerez und danach zweimal in Barcelona (21. bis 24. Februar und 1. bis 4. März) sind zum Ausprobieren da.
Daher wollte auch Rückkehrer Kimi Räikkönen seinen Bilderbuch-Einstand nicht überbewerten. «Die Rundenzeit spielt keine Rolle», sagte der Finne, nachdem er gleich mal die schnellste Runde des Tages auf dem 4,42 Kilometer langen Kurs hingelegt hatte. «Hier bedeutet das nichts», betonte Räikkönen.
Und er klang nicht nur so, als sei es ihm tatsächlich egal. Räikkönen sah auch so aus, als er, umringt von zig Journalisten im Lotus-Motorhome, in bekannt monotonem Tonfall über seinen ersten Testarbeitstag berichtete. «Das Gefühl mit dem Auto war ziemlich okay», meinte der 32 Jahre alte Finne: «Ganz sicher: Ich hatte schon schlechtere erste Tage und ein schlechteres Gefühl mit einem neuen Auto.»
In den Kuschel-Kurs der Ex-Weltmeister - Button 2009, Räikkönen 2007 - konnte Rekordchampion Michael Schumacher nicht recht einstimmen. Der Mercedes-Pilot muss noch einige Tage auf seinen neuen Wagen warten. Im alten Auto erzielte Schumacher am Mittwoch aber immerhin die Bestzeit - bevorteilt wegen des an den neuen Wagen nicht mehr erlaubten Diffusorsystems, bei dem Luft auf das Heck geblasen wird.
Er freut sich aber bereits darauf, bei der zweiten Testphase in rund zwei Wochen «unter gleichen Voraussetzungen» gegen die Konkurrenz zu fahren «und zu schauen, inwiefern wir unsere harte Arbeit auf dem Zeitenmonitor wiedererkennen», sagte Schumacher.
Sein Kumpel Vettel darf dagegen wie 2008er Weltmeister Lewis Hamilton (McLaren) und Doppelweltmeister Fernando Alonso (Ferrari) schon an diesem Donnerstag zum Vergleichstest mit den neuen Autos ran. Vettels Teamkollege Mark Webber brachte den neuen RB8 von Red Bull an den ersten beiden Tagen auf Temperatur. Auch dem Australier, der sich am Mittwoch einzig Schumacher geschlagen geben musste, hat es das neue Auto angetan. «Ich fühl mich gut in dem Auto», erklärte Webber, «es macht so ziemlich das, was wir erwartet haben. Das ist immer schön.» (Quelle: Jerez de la Frontera (dpa/lby))
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