Volkskrankheit Schlafstörung
Schlafen Sie schlecht? Dann gehören Sie wohl auch zu den 20 Millionen Deutschen, die sich durch die Nacht quälen.
Schlafen Sie schlecht? Dann gehören Sie wohl auch zu den 20 Millionen Deutschen, die sich durch die Nacht quälen. Der erholsame Schlaf in deutschen Schlafzimmern ist laut einer Studie der Krankenkasse DAK zur Seltenheit geworden.
Nächtliches Grübeln bringt Deutsche um den Schlaf Als Hauptursachen für dieses Phänomen werden Jobängste und Alltagsstress genannt.
Mit zunehmendem Leistungsdruck in Zeiten der Wirtschaftskrise nimmt die Zahl derer, die an einer Schlafstörungen leiden, noch zu. Rund 4 Millionen betroffene Berufstätige geben an, unter einer schweren Form von Schlafstörung zu leiden. Sie schlafen mehr als dreimal in der Woche schlecht und gehen regelmäßig antriebslos durch den Tag. Dadurch wird nicht nur die Arbeit zur Qual, auch der Alltag wird zu einer Belastungsprobe.
Die Hauptprobleme der Betroffenen sind laut der DAK regelmäßiges Aufwachen, längeres Wachliegen und riskanter Kurzschlaf unter sechs Stunden. Aber auch Umwelteinflüsse, wie ein schnarchender Partner oder Licht im Schlafraum sind als Problemquellen aufgeführt.
Am häufigsten von Schlafstörungen betroffen sind die Berufsgruppen, bei denen Stress am Arbeitsplatz der Auslöser ist. Hier plagen sich vor allem Lehrer, Polizisten, Kraftfahrer sowie Schichtarbeiter durch den Tag und die Nacht. Bei vielen kommt zusätzlich noch die Angst um den Arbeitsplatz sowie flexiblere Arbeitszeiten, globale Vernetzung und ständige Verfügbarkeit hinzu.
Schlafstörungen sind nicht harmlos Deutschland ist mit 323 Schlaflaboren zwar gut ausgerüstet, dennoch erkennen viele Ärzte das Leiden nicht richtig und können es deshalb auch nicht angemessen behandeln. Und genau hier liegt die Gefahr, denn Schlafstörungen sind nicht harmlos. Oftmals ziehen sie für die Betroffenen Folgekrankheiten, wie Nierenerkrankungen, Rheuma, Krebs, Herz-Kreislauf Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Parkinson nach sich. Außerdem haben Menschen mit chronischen Schlafstörungen eine deutlich kürzere Lebenserwartung.
Einen Arzt sollten auf jeden Fall alle aufsuchen, die über längere Zeit ein Schlafproblem haben. Auch bei Betroffenen, die oft mehr als eine halbe Stunde zum Einschlafen brauchen oder nachts mehrmals aufwachen, sollten sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen.
Tipps bei Schlafstörungen Trotz des Gangs zum Arzt muss klar sein, dass es keine Wunderwaffe gegen Schlafstörungen gibt. Auf dem Medikamentenmarkt wird zwar eine Vielzahl von Schlafmitteln angeboten, aber eine längerfristige Einnahme ist keine Patentlösung: es droht die Gefahr einer Abhängigkeit. Auch eine Verhaltenstherapie in einem Zeitraum von sechs bis 12 Monate kann helfen, ist aber kein Erfolgsgarant.
Wenn Sie versuchen wollen, ihre Schlafprobleme selbst in den Griff zu bekommen, hier noch ein paar Tipps:
- Meiden Sie große und schwere Mahlzeiten am Abend. Sie belasten den Körper und somit den Schlaf. Außerdem sollten Sie nicht übermäßig viel vor dem Zubettgehen trinken - möglicherweise wachsen Sie nachts öfter auf, weil Sie auf die Toilette müssen und dann fällt das Einschlafen schwer.
- Versuchen Sie auch auf belebende Getränke wie Kaffee, Cola oder Energy Drinks zu verzichten.
- Machen Sie sich aus Ihrem Schlafzimmer einen Wohlfühlraum.
- Achten Sie auf den Härtegrad ihrer Matratze. Zudem sollte im Schlafzimmer die Luft immer kühl und frisch sein. Also lüften Sie am besten immer vor dem Schlafengehen.
- Versuchen Sie morgens immer zur gleichen Zeit aufzustehen. Das hilft ihrer inneren Uhr dabei sich selbst zu regulieren. Sie werden dann im Laufe des Tages rechtzeitig und schnell müde.