17.09.2011

Weltkriegsmaschine rast bei US-Flugshow ins Publikum

Beim Absturz einer historischen Propellermaschine während einer Flugshow in den USA sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. 54 Menschen wurden bei dem Unglück am Freitag in Reno (Nevada) verletzt, teilte der Leiter der Veranstaltung mit.
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Polizeiwagen und eine Ambulanz im Einsatz. (Archiv- und Symbolbild) (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Beim Absturz einer historischen Propellermaschine während einer Flugshow in den USA sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. 54 Menschen wurden bei dem Unglück am Freitag in Reno (Nevada) verletzt, teilte der Leiter der Veranstaltung mit.

Elf von ihnen waren laut dem Sender CNN am Samstag in kritischem Zustand. Den Angaben zufolge starben zwei Zuschauer und der 74-jährige Pilot der Unglücksmaschine.


Augenzeugen sprachen von einer «Horrorszene». Aber es hätte noch weitaus schlimmer kommen können: Die Maschine prallte nur wenige Meter von einer dicht besetzten Zuschauertribüne entfernt auf den Boden. Zuschauer berichteten, der Pilot Jimmy Leeward habe sich noch kurz vor dem Absturz bemüht, das Oldtimer-Flugzeug von der Menge wegzulenken. Viele Zuschauer nannten ihn einen Helden. «Ich habe kein Zweifel daran, dass er Leben gerettet hat», sagte Augenzeuge Gus McCrea dem Sender CNN.

Der Unfall ereignete sich bei den jährlichen National Championship Air Races, einer Art Rennen in der Luft mit stets Tausenden von Zuschauern. Leeward, ein langjähriger Hollywood-Stuntpilot, steuerte den «Galloping Ghost» (Gallopierenden Geist) - ein einmotoriges Jagdflugzeug vom Typ P 51 Mustang aus dem Zweiten Weltkrieg. Houghton zufolge lieferte sich der Pilot einen Wettflug mit fünf Konkurrenten, als der Unfall passierte.

Laut Augenzeugen scherte das Flugzeug plötzlich aus seiner Bahn aus, überschlug sich und prallte dann im Sturzflug auf den Boden - direkt vor einer Extra-Sitzreihe vor der Haupttribüne, die unter anderem für Organisatoren der Veranstaltung und Ehrengäste reserviert gewesen sei. So ereignete sich das Unglück nach Angaben mehrerer örtlicher Sender auch direkt vor den Augen der Familie des Piloten.

Zeugen berichteten, die Maschine sei in kleine Stücke zerrissen worden. Auf Videoaufnahmen waren eine Staubwolke und herumfliegende Trümmerteile zu sehen. Fernsehsender zeigten Bilder von blutüberströmten Menschen, die auf Tragen zu Krankenwagen und Helikoptern gebracht wurden. Mehreren von ihnen sollen Gliedmaße abgerissen worden sein.

Die Absturzursache blieb vorerst unklar. Vermutlich sei aber ein mechanischer Fehler Schuld, hieß es am Samstag in Fernsehberichten. Experten der Nationalen Transportsicherheitsbehörde NTSB ermittelten am Unglücksort.

Der Pilot galt als äußerst flugerfahren. Nach Angaben auf seiner Facebook-Seite nahm er seit Mitte der 70er Jahre an Flugwettbewerben teil. Der Filmdatenbank Imdb.com zufolge wirkte er als Stuntpilot an Filmen wie «Amelia», «Im Zeichen der Libelle» und «Das ausgekochte Schlitzohr 3» mit. Er habe sich niemals fahrlässig verhalten, zitierten Medien Freunde Leewards.

Nach Angaben des «Reno Gazette Journal» hat es in der fast 50-jährigen Geschichte des Luftrennens wiederholt tödliche Abstürze gegeben. Bis zum Freitag seien aber noch nie Zuschauer ums Leben gekommen oder verletzt worden. (Quelle: Washington/San Francisco (dpa/lby))


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