Wladimir Klitschko: Dritte Absage in einem Jahr
Ein kleiner Nierenstein hat den großen Wladimir Klitschko in die Knie gezwungen. Der Schwergewichts-Weltmeister aus der Ukraine kann seine drei WM-Gürtel in der Düsseldorfer Esprit-Arena gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck nach einer Nierenoperation nicht verteidigen.
(Foto: dpa)
Ein kleiner Nierenstein hat den großen Wladimir Klitschko in die Knie gezwungen. Der Schwergewichts-Weltmeister aus der Ukraine kann seine drei WM-Gürtel in der Düsseldorfer Esprit-Arena gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck nach einer Nierenoperation nicht verteidigen.
«Das hatten wir uns alles anders vorgestellt.
Aber es ist unmöglich, den Kampf durchzuführen», sagte Klitschkos Manager Bernd Bönte auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf. Wladimir Klitschko war dabei nicht zugegen. Dem 35 Jahre alten Boxer gehe es den Umständen entsprechend gut, bestätigte Professor Peter Albers, Urologe an der Uniklinik Düsseldorf. «Er ist wieder schmerzfrei. Es wäre in seiner Situation nicht sinnvoll, eine Schwergewichts-WM zu bestreiten. Nach zwei Eingriffen innerhalb von 24 Stunden braucht jeder Mensch die Zeit zur Rekonvaleszenz», sagte der Mediziner. Der jüngere der beiden Klitschko-Brüder war am Freitag in Innsbruck notoperiert worden, ehe ihm am Samstag in Düsseldorf ein Nierenstein aus der Harnröhre entfernt wurde.
Zunächst hatte das Management des Ukrainers noch mitgeteilt, dass der 20. WM-Kampf des jüngeren der beiden Klitschko-Brüder dennoch stattfinden könnte. Durchaus zu Recht, wie Albers erläuterte. «Natürlich war schon am Samstag klar, dass der Kampf in Gefahr ist. Die Heilung hätte auch schneller verlaufen können», sagte der Urologe. Am Sonntagabend klagte Wladimir Klitschko dann aber wieder über Schmerzen und musste erneut ins Krankenhaus gebracht werden. Inzwischen ist er aber wieder in einem Düsseldorfer Hotel.
Herausforderer Mormeck äußerte Verständnis für die kurzfristige Absage. «Wenn der Gegner krank ist, dann ist er krank. So ist das Leben», sagte der Franzose. Der bereits 39 Jahre alte ehemalige Cruisergewichtsweltmeister soll aber noch Gelegenheit bekommen, gegen den wohl übermächtigen Klitschko in den Ring zu steigen.
Der Kampf soll am 3. März an gleicher Stelle nachgeholt werden. «Die bereits gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit», sagte Bönte. Er müsse allerdings noch die Zustimmung der IBF einholen, für die sein Klient eigentlich mit einer Pflichtverteidigung dran ist. Für die freiwillige Titelverteidigung des IBF-, WBO-Weltmeisters und WBA-Superchampions waren bereits über 30 000 Karten verkauft worden. Klitschko wollte seinen 20. WM-Kampf mit dem 50. K.o.-Sieg seiner seit 1996 dauernden Profikarriere krönen. Der Kampf gegen Mormeck wäre sein 60. Profikampf gewesen. Zuletzt hatte er am 2. Juli in Hamburg gegen den Briten David Haye nach Punkten gewonnen.
Vergleichbares Pech hatte Wladimir Klitschko bereits vor Jahresfrist. Da musste der vermeintlich beste aktive Schwergewichtsboxer der Welt die für den 11. Dezember 2010 in Mannheim angesetzte Titelverteidigung gegen den Briten Dereck Chisora wegen eines Muskelfaserrisses in der Bauchmuskulatur wenige Tage zuvor absagen.
Chisora schaute dann am 5. März diesen Jahres wieder in die Röhre, als Klitschko den neuen Termin 30. April erneut platzen ließ. Sportmediziner Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt diagnostizierte, dass die Verletzung noch nicht vollständig ausgeheilt sei und ein Kampf im April ein noch zu größeres Risiko wäre. Tags darauf meldete Wladimir Klitschko das millionenträchtige Mega-Duell mit Chisoras Landsmann Haye als perfekt. (Quelle: Düsseldorf (dpa/lby))
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