01.02.2012

Wölfl-Ermittlungen weiten sich aus - Landratsamt durchsucht

Die Korruptionsermittlungen nach dem Selbstmord des Regener Landrats Heinz Wölfl weiten sich aus: Die Staatsanwaltschaft Deggendorf ermittelt mittlerweile gegen 18 Beschuldigte.
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Die Korruptionsermittlungen nach dem Selbstmord des Regener Landrats Heinz Wölfl weiten sich aus: Die Staatsanwaltschaft Deggendorf ermittelt mittlerweile gegen 18 Beschuldigte. Am Mittwoch ließ die Behörde das Landratsamt Regen sowie mehr als 30 Büros und Wohnungen von Unternehmern und Selbstständigen aus der Region durchsuchen - und auch noch ein «Objekt» in Nordrhein-Westfalen.
Das teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Kunigunde Schwaiberger am Mittwoch mit. Ermittelt wird wegen Vorteilsgewährung. Der Landrat war verschuldet und hatte sich vor seinem Tod privat hohe Summen geliehen.

Einzelheiten nennen die Ermittler derzeit nicht. «Aus ermittlungstaktischen Gründen können derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden», hieß es in der Mitteilung. Den 18 Beschuldigten wirft die Staatsanwaltschaft vor, dem CSU-Politiker «in Einzelfällen für seine Dienstausübung Vorteile» gewährt zu haben. Wölfl war im vergangenen Sommer mit seinem Auto gegen einen Baum gefahren. Kurz darauf stellte sich heraus, dass der allseits beliebte Wölfl ein Doppelleben geführt hatte - selbst gut bekannte Parteifreunde wussten nichts von seinen großen Geldproblemen. Das Ermittlungsverfahren kam dann Ende August 2011 durch eine anonyme Anzeige in Gang. In anonymen Briefen an die Nachrichtenagentur dpa und andere Medien kursierten Vorwürfe, dass Wölfl als Gegenleistung für sein Entgegenkommen bei Behördenentscheidungen Geld verlangt haben soll.

Bei den Mitarbeitern des Landratsamt Regen löste die Durchsuchung naturgemäß Aufsehen aus: «Für uns ist das ein bisschen ungewöhnlich, wenn da so ein großer Aufmarsch ist», sagte Sprecher Anton Wegmann. «Das Landratsamt ist aber nicht als Beschuldigter an dem Verfahren beteiligt, sondern als Zeuge.» Die Staatsanwaltschaft habe Unterlagen zu einzelnen Beschuldigten angefordert, die ausgehändigt worden seien. Bei den insgesamt 34 Durchsuchungen waren unter Federführung der Staatsanwaltschaft Polizisten mehrerer Kripo-Inspektionen, des Polizeipräsidiums Niederbayern Landshut, der Bereitschaftspolizei und weiterer Kriminalpolizeiinspektionen in Niederbayern beteiligt.

Ein Ende des Verfahrens ist bislang nicht in Sicht: Bei den Durchsuchungen wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. «Die Auswertung wird längere Zeit in Anspruch nehmen», schrieb Chefermittlerin Schwaiberger. (Quelle: Deggendorf/Regen (dpa/lby))


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