21.02.2012

Hier tanken Sie am günstigsten - Benzinpreise international: Ein Ländervergleich

Mit welchen Preisen sich andere Länder herum schlagen und wo Sie die günstigste Tankstelle in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie hier.
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Auf einer Anzeigetafel für Kraftstoffe sind an einer Tankstelle in München die aktuellen Preise abzulesen - die höchsten Benzinpreise in Deutschland aller Zeiten. Foto: Peter Kneffel (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Mit 1,64 Euro für einen Liter Superbenzin E10 war Benzin im bundesweiten Durchschnitt am Montag so teuer wie noch nie. Diesel kostete nur wenig unter 1,54 Euro je Liter und lag nur noch um einen Cent unter seinem historischen Hoch. Mit welchen Preisen sich andere Länder herum schlagen und wo Sie die günstigste Tankstelle in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie hier.

Wie frustrierend. Man muss dringend tanken und wartet darauf, dass die Spritpreise endlich auch mal wieder sinken. Tun sie aber nicht. Im Gegenteil! Der Benzinpreis klettert immer höher.

Auf sinkende Preise können die Autofahrer kaum hoffen. «Es zeichnet sich bei Öl ein konstant hohes Niveau ab», sagte Rainer Wiek vom Hamburger Energie-Informationsdienst EID. Auch Heizöl hält sich mit 94,20 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern) auf dem höchsten Stand seit Sommer 2008. Der Preis ist ebenfalls nicht weit vom Rekord von 98 Euro aus dem Jahr 2008 entfernt und schon seit mehr als zwei Wochen ungefähr so hoch. «Das ist der Unterschied zu 2008», sagte Wiek. «Damals ging es nur um eine kurze Preisspitze, jetzt sehen wir dauerhaft hohe Preise.»
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Ursachen für die hohen Preise sind teures Rohöl und ein relativ schwacher Euro. Das schlägt auf die Beschaffungspreise der Tankstellen durch. «Am Rotterdamer Ölmarkt kostete Superbenzin zeitweise fast 62 Euro-Cent je Liter», sagte Tobias Wolny vom deutschen Marktführer Aral. «Das war der höchste Stand aller Zeiten.» Den wichtigsten Einfluss auf die Benzin- und Heizölpreise hat der Rohölpreis, weil die Produkte aus Rohöl gemacht sind. Am Montag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent mehr als 122 Dollar, so viel wie sei dem vergangenen April nicht mehr. Schon seit mehr als einem Jahr notiert Rohöl über 100 Dollar.

Benzinpreise international: Ein Ländervergleich (Stand: 21. Februar 2012)

Bulgarien: Normalbenzin: 1,21 Euro, Diesel: 1,39 Euro
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Das aktuelle Preishoch ist nach Einschätzung des Hamburger Experten Steffen Bukold auf mehrere Faktoren zurückzuführen. «Die Versorgung der Märkte ist nicht so gut, wie es scheint», sagte er. Trotz gestiegener Vorräte in den USA sei die Lage angespannt. Zudem habe sich die Spekulation an den Finanzmärkten verstärkt. Die Notenbanken in den USA, Europa und Japan fluten die Finanzmärkte mit Liquidität, die nach Anlage sucht.

Das Geld geht in Aktien, die in Deutschland ebenfalls auf einem Sechs-Monats-Hoch notieren, aber auch in Rohstoffe. So ist der Rohstoffindex des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts HWWI nach einigen rückläufigen Monaten seit Beginn des Jahres wieder gestiegen. Rohöl allein hat sich binnen eines Monats um 14 Dollar je Barrel verteuert. Allerlei Negativ-Nachrichten aus dem Iran, Libyen, Syrien, Nigeria und dem Sudan haben zusätzlich dazu beigetragen.

Zu allem Unglück wirken auch die Währungseinflüsse gegen die Verbraucher in Deutschland. Für einen Euro bekommt der Ölhändler gegenwärtig kaum mehr als 1,32 Dollar; im vergangenen Frühjahr waren es noch 1,48 Dollar. Die US-Währung wird aber gebraucht, um das Öl zu bezahlen. Wenn Öl und Dollar gleichzeitig teurer werden, dann schmerzt der nächste Tankstopp besonders. Ein wenig Zuversicht verbreiten die steigenden Temperaturen nach der Kältewelle: Sie könnten Druck aus der Nachfrage nehmen und damit etwas entspannend wirken.