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Über 300 Journalisten beim Testauftakt, reißender Absatz für Renntickets: Michael Schumachers Comeback zieht die Massen an. Doch der Rekordweltmeister macht sich eigentlich lieber rar.
«Er wurde in jungen Jahren im Dschungel des Lebens ausgesetzt und hat gelernt, sich nicht unnötig zu offenbaren», sagte einmal Jean Todt, ehemaliger Ferrari-Teamchef und nun FIA-Präsident sowie guter Schumacher-Freund.
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Der erfolgreichste Pilot der Formel 1 hat zwei Gesichter, eines für die Öffentlichkeit, eines fürs Private.
«Ich muss zugeben, es ist sicher sehr schwierig, mich richtig kennenzulernen. Das dauert seine Zeit», sagte Schumacher. Er beschreibt seine Haltung als «gesunde Skepsis». Freundschaften wie beispielsweise mit seinen Kumpels aus früheren Tagen pflegt Schumacher an der Kerpener Kartbahn allerdings.
Hier der Star, dort Hunderte von wissbegierigen Journalisten - für Schumacher ein Dilemma. Er löste es auf seine Weise, bekam den Ruf eines Roboters. Gefühle öffentlich zu zeigen, war nicht unbedingt sein Ding. Seine Worte waren immer wohl gewählt. Und sind es auch jetzt wieder - wenn Schumacher in den Tagen vor seinem Renn-Comeback in Bahrain ausnahmsweise mal sprach. Interviews gab es nur ganz wenige. Presserunden sahen meist so aus: Schumacher stand hinter einer provisorischen Absperrung, Fotografen reckten sich, Kameraleute streckten sich. Und der siebenmalige Weltmeister gab seine Statements zum Entwicklungsstand des neuen Silberpfeils ab.
Schumacher, der beeindruckt war vom Zuspruch bei seinem ersten Comeback-Versuch im vergangenen Jahr («Es ist, als bräche ein Schwall positiver Energie über mich herein.») will lieber Taten auf der Strecke sprechen lassen: Seine Leidenschaft gilt dem Rennfahren, nicht dem Reden. «Es gibt genügend Menschen, die Sprüche klopfen und leicht größenwahnsinnig werden», meinte der mittlerweile 41-Jährige. Distanz ja, aber auch Nähe. In der PS-Welt von Schumacher kein Widerspruch.
Im Schoße der Ferrari-Familie fühlte sich der in der Schweiz lebende Rheinländer einfach wohl. Umso größer der Dank, dass die Scuderia ihren hochkarätigen Berater ausgerechnet zu einem der schärfsten Konkurrenten ziehen ließ. «Solche Taten machen Freundschaften aus», sagte Schumacher.
Wie sehr Schumacher Benzin im Blut hat, weiß auch Gattin Corinna. «Michaels Leidenschaft fürs Rennfahren ist nun mal riesig, ohne diese tiefe Leidenschaft wäre das alles nicht möglich gewesen; diese Leidenschaft hat ihn zu dem gemacht, der er ist», sagte sie. «Er braucht seine Herausforderungen, so ist Michael nun mal.» (Quelle: Hamburg (dpa/lby))
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