Düsseldorf, Königsallee: Menschen, die sich Justin Timberlake, Josephine
Baker und Serge Gainsbourg nennen, flanieren über das Trottoir. Sie sind
Lookalikes, haben sich bei einschlägigen Agenturen registrieren lassen und
sind damit beschäftigt, ihre Ähnlichkeit mit diesen Berühmtheiten produktiv
zu machen.
Salvador da Bahia de Todos os Santos: Thomas Meinecke ist eine Romanfigur,
die sich in den afrobrasilianischen Tempeln der Stadt auf die Spuren des
Schriftstellers Hubert Fichte begibt und dort die synkretistischen Rituale
des candomblé erlebt, in denen nicht nur Heilige in transatlantischen
Doppelrollen agieren, sondern Götter die Körper der Gläubigen übernehmen.
Literatur-Discjockey und Zitatraubritter Meinecke bekommt in seinem neuen
Roman die Rechnung präsentiert: Der Text verschlingt seinen Autor und
spuckt ihn als Romanfigur wieder aus – und mitten hinein ins verspielte und
gleichzeitig todernst gemeinte Treiben der Lookalikes.
Thomas Meinecke, Autor, „Zündfunk“-Radio-DJ und Mitbegründer der Band
„Freiwillige Selbstkontrolle“, lebt in München. Er wurde mehrfach
ausgezeichnet, u.a. mit dem Tukan-Preis der Landeshauptstadt München (2004)
und dem Karl-Sczuka-Preis (2008).
„In seinem neuen Werk treibt der Mann sein Diskurs-Scratching am Mischpult
der Rollen und Identitäten auf neue, global gestylte Höhepunkte.“ Wolfgang
Höbel, KulturSpiegel Nr.11/2011
Anfahrtsadresse:
Galeriehaus Nord
Wurzelbauerstr. 29/35
90409 Nürnberg