09.05.2017 | Gesundheit Pro und Contra: Braucht Bayern eine gesetzliche Impfpflicht?

Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte fordert seit Jahren eine gesetzliche Impfpflicht. Auch die CDU/CSU schließt sich da an. Doch was sind Vor- und Nachteile? Wir haben zwei Experten auf dem Gebiet befragt!

  • <p class="text-center">Das renommierte Institut für übertragbare Krankheiten - das Robert-Koch-Institut - spricht bereits vom "Masern-Jahr 2017". Gesundheitsexperten fordern deshalb erneut eine Impfpflicht. Berechtigt oder übertrieben?</p><p class="text-center"><strong>Wir haben zwei Spezialisten befragt!</strong></p>

    Das renommierte Institut für übertragbare Krankheiten - das Robert-Koch-Institut - spricht bereits vom "Masern-Jahr 2017". Gesundheitsexperten fordern deshalb erneut eine Impfpflicht. Berechtigt oder übertrieben?

    Wir haben zwei Spezialisten befragt!

Bayerns Familien sind alarmiert: Die Gefahr sich heuer mit Masern anzustecken, ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Das renommierte Institut für übertragbare Krankheiten - das Robert-Koch-Institut - spricht bereits vom Masern-Jahr 2017. Deshalb fordern Gesundheitsexperten erneut eine Impfpflicht. Sinnvoll oder verwerflich?

Wir haben zwei Spezialisten befragt!

Dr. Steffen Rabe ist Kinderarzt aus München. Er lehnt die Impfpflicht ab. Dr. Markus Frühwein kann das nicht verstehen. Er ist Allgemeinmediziner und plädiert für eine Impfpflicht in Kitas - zumindest gegen Masern. Wir haben Ihnen die wichtigsten Argumente der beiden Ärzte zusammengestellt.

Das Gespräch der beiden Ärzte zum Nachhören

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Pro & Contra Impfpflicht:

PRO

1)

Für eine Impfpflicht spricht die Erfahrung anderer Länder. In den USA muss sich jeder Amerikaner gegen hochansteckende Virusinfektionen impfen lassen. Das Ergebnis: Experten haben letztes Jahr offiziell verkündet: Mumps, Masern und Röteln sind in den USA seit 2016 erfolgreich ausgerottet.

2)

Die meisten Ärzte sind sich einig: Impfen ist ein wirksamer Schutz gegen Masern (und viele andere Krankheiten auch). Aber: Eltern und Kinder müssen vor einer Impfung über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt werden.

3)

Für die Impfpflicht spricht: Nur Vorbeugung hilft. Wer die Masern bereits hat, kann nicht mehr wirksam behandelt werden. Befürworter sagen deshalb: Wenn Eltern nicht alles für ihr Kind tun, muss eben der Staat handeln.

CONTRA

1)

Gegen die Impfpflicht spricht, dass die Nebenwirkungen einer Impfung noch nicht abschließend erforscht sind. Auch wenn bleibende Impfschäden nur äußerst selten auftreten, sagen Gegner: Eltern hätten durch eine Impfpflicht keine Möglichkeit, ihre Kinder vor Gesundheitsrisiken zu schützen.

2)

Gegen die Impfpflicht sprechen fehlende Langzeitstudien, die den Nutzen und Erfolg von Impfungen belegen. Gegner sagen, die Pharmaindustrie habe gar kein Interesse an diesen Studien. Schließlich sei Impfen für sie eine ‚Lizenz zum Gelddrucken‘.

3)

Gegen die Impfpflicht spricht die Impf-Quote. Bereits 92 Prozent der Schulanfänger sind schon gegen Masern geimpft. Laut Weltgesundheitsorganisation wären 95 Prozent nötig, um Masern komplett auszurotten. 
Impf-Gegner sagen: Die fehlenden Prozente wären locker durch Aufklärung zu erreichen. Ein weiterer Eingriff des Staates in die Privatsphäre sei nicht nötig.

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