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Kempten (kw). Alleine im Allgäu haben vermeintliche „Wunderheilerinnen“ in den letzten Monaten mindestens 70.000 Euro durch ihr Geschäft mit der Angst ergaunert. Opfer der meist im Duo auftretenden Betrügerinnen sind fast ausnahmslos russisch-sprachige Frauen mittleren Alters. Nach einer kurzen Pause gingen Ende August die Betrügereien wieder weiter, was die Polizei zu einer ungewöhnlichen Präventionsaktion veranlasste.
Ein Beamter übersetzte ein Warnplakat ins Russische und nun haben Beamte des Polizeipräsidiums Kempten damit begonnen, in hauptsächlich von Menschen russischer Abstammung genutzten Märkten (Mix-Märkte) diese Plakate aufzuhängen. „Wir haben aber auch die Zusage von Lidl, dass in den meisten südbayerischen Märkten der Kette die Warnplakate aufgehängt werden“, freut sich Polizeisprecher Alexander Resch im ANTENNE-BAYERN-Gespräch.
Der Trick mutet auf den ersten Blick wenig vielversprechend an und doch sind mindestens zehn Frauen alleine im Allgäu in den letzten Monaten drauf hereingefallen. Den Frauen wird, meist vor Supermärkten, eingeredet, auf ihnen laste ein Fluch. Mit einer abenteuerlichen Zeremonie – so wird versprochen – sei der Fluch zu beseitigen. Die Angesprochenen heben Geld von der Bank ab. Das sind stattliche Beträge von 2.400 bis 4.500 Euro. Das Geld wird dann in ein Handtuch gewickelt, verschnürt und dann werden Reinigungs-Gebete gesprochen.
Zuhause stellen die Betrogenen dann fest, dass nur wertlose Papierschnipsel im Handtuch sind. Die Handtücher werden nämlich bei der Zeremonie geschickt ausgetauscht. Die Allgäuer Polizei hofft, mit der Plakataktion die fast ausnahmslos russisch sprechenden Opfer warnen zu können.
06.02.2012: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das mehrstündige Einpferchen eines Gefangenen in die winzige Zelle eines Polizeibusses für rechtswidrig erklärt.
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