16.03.2017 | Bayernreporter Bayerisches Umweltministerium lockert Stallpflicht

Die allgemeine Stallpflicht für ganz Bayern wird gelockert. Ab sofort gibt es nur noch eine örtlich begrenzte Aufstallungspflicht bei neuen Nachweisen der Vogelgrippe.

Fritz Amann aus Pettendorf (Landkreis Regensburg) kommt aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus. Endlich dürfen seine Hühner wieder ins Freie, und das auch noch bei schönstem Sonnenschein. Ganz langsam wagen sich die ersten Hennen aus dem Stall, so als ob sie es selbst nicht glauben können. Denn seit dem 18. November waren sie eingesperrt. Wegen der Geflügelpest herrschte bayernweit Stallpflicht. Die Fälle von infizierten Vögeln sind zurückgegangen, also hat das Bayerische Umweltministerium die Stallpflicht nun gelockert.

Welch eine Freude bei den Hühnern! Sie picken um die Wette, breiten ihre Flügel aus und nehmen Sandbäder. Es ist wie eine Befreiung, so Hühnerpapa Fritz Amann. Auch er ist froh, dass er endlich wieder Freilandeier verkaufen kann. In den letzten Monaten stapelten sich bei ihm zu Hause hunderte Eier. Denn sie durften den Hof nicht verlassen. Also machten die Amanns jede Menge Kuchen, Spätzle und was ihnen sonst noch Kulinarisches mit Eiern einfiel. Diese Zeiten sind vorbei. Jetzt können sich seine Kunden ihre Lieblingseier endlich wieder direkt am Amann-Hof kaufen.

  • Fritz Amann aus Pettendorf (LK Regensburg) öffnet nach vier Monaten das erste Mal den Hühnerstall

  • Man sieht das erste Raustasten der Hühner

  • Sie picken erstmal

  • Fritz Amann freut sich mit seinen Hühnern

  • Nach 4 Monaten Stallpflicht dürfen Bayerns Hühner wieder frische Luft schnappen

  • Umgeben von seinen Hennen nimmt der Hahn erstmal ein Sonnenbad

Bayerns Umweltministerium lockert die Stallpflicht:

Das aktuelle Geflügelpestgeschehen bei Wildvögeln in Bayern ist in den letzten Wochen rückläufig. Das gab die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf in München bekannt. "Die allgemeine Stallpflicht für ganz Bayern wird gelockert. Ab sofort gibt es nur noch eine örtlich begrenzte Aufstallungspflicht bei neuen Nachweisen der Geflügelpest. Damit sind bis auf weiteres auch wieder Ausstellungen und Märkte möglich. Eier können wieder als Freilandeier vermarktet werden", so Scharf. Das Umweltministerium hat die zuständigen Kreisverwaltungsbehörden gebeten, die Maßnahmen zum Schutz des Nutzgeflügels an die aktuelle Lage anzupassen. Die erhöhten Biosicherheitsmaßnahmen auch in Kleinbetrieben gelten weiterhin.

Entwicklung der Geflügelpest weiterhin genau beobachten

Um eine erneute größere Ausbreitung der Vogelgrippe in der Wildvogelpopulation rasch zu erkennen, führt Bayern das bestehende Wildvogelmonitoring intensiv weiter. Scharf: "Das konsequente Handeln der Veterinärbehörden und die Vernunft der Geflügelhalter haben ein großflächiges Übergreifen der Geflügelpest auf Nutztierbestände in Bayern verhindert. Dennoch beobachten wir die Situation weiterhin genau und stehen in engem Kontakt mit den Behörden des Bundes und der Länder. Wenn es die Situation erfordert, werden wir weiterhin konsequent im Sinne der Tiergesundheit und der Seuchenbekämpfung handeln." Da immer wieder Situationen eintreten können, die eine Stallpflicht für das Geflügel notwendig machen, sollten sich Geflügelhalter grundsätzlich Gedanken machen, wie die Auswirkungen derartiger Schutzmaßnahmen in Zukunft möglichst gering gehalten werden können.

Zum Hintergrund:

In den vergangenen Monaten sind in Deutschland über 1.000 Fälle der Geflügelpest bei Wildvögeln und über 80 Fälle beim Hausgeflügel bestätigt. In Bayern gab es bei Wildvögeln rund 120 Nachweise in allen sieben Regierungsbezirken und neun Nachweise in hauptsächlich kleineren Nutzgeflügelbeständen. Aktuelle Informationen und Fallzahlen zur Vogelgrippe in Bayern bietet das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

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