20.09.2016 | Bayernreporter Kleine Bauern ganz groß - Neuer Film setzt Landwirtschaft in Szene

„Weiloisirgendwiazamhängd“ („Weil alles irgendwie zusammenhängt“), so lautet der Titel des neuen Films von Regisseur und Kameramann Erwin Mertl im Auftrag des Agrarbündnisses „Berchtesgadener Land-Traunstein. In 90 Minuten werden die Sorgen und Nöte, aber auch die Hoffnungen von kleinen Bauernhöfen eindrucksvoll in Szene setzt. Kurzweilig, informativ, kritisch und immer mit einer Brise des Bayrischen Humors.

  • Schorsch Planthaler, der Moderator des Filmes, fährt mit seinem knallgelben, almgängigen Traktor durch die Landkreise.

  • Schaut gemütlich aus, sind aber Dreharbeiten.

  • Der Blick durch die Kamera.

  • Der Moderator im Gespräch mit bayerischen Bauern.

  • Ein Bauernhof in Abendrot und Scheinwerferlicht getaucht.

  • Mit dem Traktor durchs Land.

Hintergrund dieser Aktion ist die begründete Befürchtung vieler Kleinbauern, dass die Landwirtschaft in eine Richtung gelenkt wird, die für die Bauern nicht mehr zukunftsfähig ist und auf Dauer deren Lebensgrundlage zerstört. Und dass die derzeitige, „von oben diktierte“ Landwirtschaft diese Voraussetzungen nicht erfüllt, davon sind die Mitgliedsverbände im Agrarbündnis Berchtesgadener Land-Traunstein überzeugt! Mehr noch: Auch die Verbraucher kommen zunehmend zu der Erkenntnis, dass eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft in der Zukunft an Bedeutung gewinnen sollte.

Vorgestellt werden Landwirte, Gärtner, Imker, Bäcker, und Sprecher kritischer Organisationen, die Alternativen aufzeigen, die – so die Überzeugung und die Botschaft des Filmes und seiner Macher – ein gutes Beispiel für die gesamte Landwirtschaft sein könnten: sozial gerecht, ökologisch durchdacht und umweltschonend.

Schorsch Planthaler, der Moderator des Filmes, fährt mit seinem knallgelben, almgängigen Traktor durch die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener-Land und besucht rund ein Dutzend Betriebe, die auf ihre Weise Pioniere einer zukunftsweisenden Landwirtschaft, Bodenbewirtschaftung und Vermarktung sind.

Da ist etwa der Sepp Hubert aus Reichersdorf in der Gemeinde Kirchanschöring. Er fordert als Traunsteiner Kreisvorsitzender des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM), dass bei der Milch die Nachfrage dem Angebot angepasst werden müsse. Gleichzeitig spricht er sich massiv gegen Agrogentechnik aus. Und dann zeigt er stolz sein Getreidefeld aus einem Gemenge verschiedener Sorten, das weder Spritzen noch Düngen braucht und so auch den überdüngten Waginger See von Phosphat entlasten würde.

Gehört der Betrieb von Sepp Hubert eher zu den großen in der Region, so ist die Landwirtschaft von Liesi und Albert Aschauer ein Beispiel für die immer weniger werdenden kleinen landwirtschaftlichen Betriebe. Und gerade diese bräuchten dringend einen Milchpreis von 40 bis 50 Cent, fordert Liesi Aschauer, die Kreisvorsitzende des BDM im Berchtesgadener Land.

Ob der Bauernmarkt in Traunstein, der Eine-WeltLaden in Teisendorf, der Laden vom „Gmias-Miche“ Michael Steinmaßl aus Kirchanschöring: Sie und viele andere kleine Unternehmungen mehr bringen die regional erzeugten Produkte unter die Leute.
Und Steinmaßl führt vor, wie man mit biologischer und regionaler Erzeugung und Vermarktung auch von einem Betrieb den Lebensunterhalt für eine Familie erwirtschaften kann, der gerade mal vier Hektar groß ist.

So wollen die Verantwortlichen des Agrarbündnisses mit ihrem Film Anregungen weitergeben und die Öffentlichkeit wachrütteln. An Konsumenten und Produzenten sollen Denkansätze vermittelt werden, damit die Umwelt zu ihrem Recht kommt und das – ganz und gar nicht zuletzt – die bäuerlichen Familienbetreibe für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben. Damit das möglich ist, müssen baldmöglichst die Voraussetzungen geschaffen werden, dass sie auch die Gegenwart überleben.

Premiere ist am Freitag, 23.September 2016 um 19.30 Uhr auf der Fürmann Alm in Anger. Weitere Vorführungen sind dort am 27.9. und am 30.9.2016 jeweils um 19:30 Uhr, sowie am 14.10 2016 auf Gut Edermann in Holzhausen bei Teisendorf, um 20 Uhr. Für die Veranstaltungen auf der Fürmannalm bitte warme Kleidung mitbringen.

Weitere Infos finden Sie in unter www.weiloisirgendwiazamhaengd.de

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