18.05.2017 | Bayernreporter Was steckt hinter der Sage von Schönderling? Verschwundener Ort am Osterrain gefunden

Eine mysteriöse Sage über die Entstehung des Dorfes schwebt über dem Örtchen Schönderling im Landkreis Bad Kissingen. Nun haben Wissenschaftler der Universität Würzburg zusammen mit einem Ur-Bewohner geforscht und sind dabei tatsächlich auf jenen verschwundenen Ort gestoßen.

  • <p>Um die Entstehung des Dorfes Schönderling rangt seit langem eine Sage...</p>

    Um die Entstehung des Dorfes Schönderling rangt seit langem eine Sage...

    Foto: Antenne Bayern
  • <p>Im 13. bis 14. Jahrhundert soll der Teufel Wind von Streit und Ärger in dem Örtchen bekommen haben. Daraufhin packt er alle Bewohner und Häuser in einen großen Sack.</p>

    Im 13. bis 14. Jahrhundert soll der Teufel Wind von Streit und Ärger in dem Örtchen bekommen haben. Daraufhin packt er alle Bewohner und Häuser in einen großen Sack.

    Foto: Antenne Bayern
  • <p>Nur eine Mutter bemerkt den Teufel, der mit dem Sack das Weite sucht und schneidet kurzerhand ein Loch in den Sack.</p>

    Nur eine Mutter bemerkt den Teufel, der mit dem Sack das Weite sucht und schneidet kurzerhand ein Loch in den Sack.

    Foto: Antenne Bayern
  • <p>Heraus fallen zwei Dutzend Häuser und die Schönderlinger. Genau an diesem Ort soll laut der mystischen Erzählung nun das neue Schönderling stehen.</p>

    Heraus fallen zwei Dutzend Häuser und die Schönderlinger. Genau an diesem Ort soll laut der mystischen Erzählung nun das neue Schönderling stehen.

    Foto: Antenne Bayern
  • <p>Bewohner Gerhard Morber ging der Sage auf den Grund: Zusammen mit Forschern ist er mit Hilfe einer&nbsp;Magnetometer-Prospektion&nbsp;auf Fundstücke wie Scherben und Lehmbrocken gestoßen. Der muss aus dem 13. bis 14. Jahrhundert stammen.</p>

    Bewohner Gerhard Morber ging der Sage auf den Grund: Zusammen mit Forschern ist er mit Hilfe einer Magnetometer-Prospektion auf Fundstücke wie Scherben und Lehmbrocken gestoßen. Der muss aus dem 13. bis 14. Jahrhundert stammen.

    Foto: Antenne Bayern

Schönderling im 13. bis 14. Jahrhundert: Im Örtchen herrscht Neid und Streit. Als der Teufel davon Wind bekommt, packt er schnurstracks alle Bewohner und Häuser in einen großen Sack. Nur eine Mutter bemerkt den Teufel, der mit dem Sack das Weite sucht und schneidet kurzerhand ein Loch in den Sack. Heraus fallen zwei Dutzend Häuser und die Schönderlinger. Genau an diesem Ort soll laut der mystischen Erzählung nun das neue Schönderling stehen.

Tatsächlich wurde in den 40er Jahren ein Brunnen auf dem Gebiet des früheren Terrains gefunden, der seitdem die uralte Sage von Schönderling wieder mit neuem Leben füllt. Bewohner Gerhard Morber wollte es nun endlich genau wissen - ging der Sage auf den Grund.

Dabei bekommt er Unterstützung vom Lehrstuhl für vor- und frühgeschichtliche Archäologie der Universität Würzburg, die mit einem Verfahren namens Magnetometer-Prospektion die rund acht Hektar am Osterrain abgemessen und Erstaunliches hervorgebracht haben. Es wurden Hofstätten mit ca. 20 Häusern gefunden und sogar die Existenz eines Turms, in dem einst der Nideradel residiert hat, ist nicht auszuschließen. Fundstücke wie Scherben und Lehmbrocken belegen, dass der Fund aus dem 13. bis 14. Jahrhundert stammen muss.

Wer mit dem Auto durch Schönderling fährt, dessen Blicke fallen unweigerlich auf ein buntes Kunstwerk das meterhoch aus dem Boden ragt. Ein alter, unscheinbarer Trafo wurde von einem Künstler aus Potsdam in nur drei Tagen in ein Bilderbuch verwandelt. Jede Seite des Koloss zeigt einen Teil der mysteriösen Sage um den kleinen Ort. Hierbei handelt es sich um das Projekt „Kunst am Turm“ das von der Firma Bayernwerk gesponsert wurde. Zufälligerweise wurde schon kurz vor den archäologischen Erkundungen am Osterrain die Graffitigestaltung am Trafo beendet und somit das Kunstwerk zum ganzen Stolz der Schönderlinger.

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