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Vier Wochen nach dem Erdbeben in Haiti ist in Port-au-Prince angeblich noch ein Überlebender aus Trümmern geborgen worden. Über die fast unglaubliche Geschichte des Überlebens von Evan Muncie (28) berichtete am Montagabend (Ortszeit) der US-Sender CNN.
Ob Muncie tatsächlich seit dem verheerenden Beben vom 12. Januar unter dem Schutt begraben lag, war zunächst unklar.
Die Vereinten Nationen berichteten unterdessen in Genf, dass erst 272 000 von 1,9 Millionen Obdachlosen eine provisorische Unterkunft hätten. Kuba sicherte Haiti langfristige Hilfe zu und Südkorea will Soldaten zum Wiederaufbau nach Port-au-Prince schicken. Die US- Schauspielerin und UN-Botschafterin Angelina Jolie wollte sich noch am Dienstag ein Bild von der Katastrophe in Haiti machen.
Nach der wundersamen Rettung ihres Sohnes sagte Muncies Mutter dem haitianischen Sender Radio Metropole: «Ich dachte, er sei tot, aber Gott hat verhindert, dass er stirbt.» Nach Angaben des US-Senders CNN, der exklusiv über die Rettung Muncies berichtete, hielten Mediziner es für möglich, dass er so lange überlebt haben könnte, da er angegeben habe, immer wieder mit Wasser versorgt worden zu sein.
Die Fragen, wer ihn so lange versorgte, warum das niemandem auffiel und warum man ihn erst jetzt aus den Trümmern befreien konnte, blieben in dem Bericht allerdings unbeantwortet. Ein Mensch kann normalerweise nur bis zu 72 Stunden ohne Flüssigkeit überleben. Der stark ausgetrocknete und unterernährte Mann mache einen sehr verwirrten Eindruck und glaube manchmal noch immer, unter den Trümmern zu liegen, hieß es.
Der Mann wurde den Angaben zufolge am Montag zu einer von der Universitätsklinik Miami betriebenen Notfallstation in Port-au-Prince gebracht. Die Familienangehörigen, die ihn brachten, hätten angegeben, dass man ihn in den Trümmern eines bei dem Beben verschütteten Marktes gefunden habe, sagte Mike Connelly von der Universität Miami dem US-Sender.
«Er war abgemagert und hat offene, eiternde Wunden an beiden Füßen», sagte der Arzt weiter. Ansonsten habe er aber keine schweren äußeren Verletzungen. Ob der Mann in seinem Trümmerverlies wirklich von außen mit Wasser versorgt wurde, wie er es den Ärzten gesagt habe, ließ sich zunächst nicht klären. Aber Zugang zu Wasser müsse er gehabt haben, so Connelly. Sonst hätte er nicht überlebt.
Unterdessen arbeiten die Hilfsorganisationen mit Hochdruck daran, die Zahl der Notunterkünfte für die Obdachlosen in der Region von Port-au-Prince vor der Regenzeit zu erhöhen. Fast eine halbe Million Menschen hat die Hauptstadt Port-au-Prince verlassen. Elisabeth Byrs vom UN-Koordinationsbüro für humanitäre Hilfe (OCHA) teilte am Dienstag in Genf mit, der Aufbau der Unterkünfte sei nach wie vor ein großes Problem.
Nach Angaben der UN-Organisation für Migration (IOM) leben in der Hauptstadtregion mehr als 91 000 Familien oder fast 468 000 Menschen in 315 Notlagern.
Inzwischen will sich auch Südkorea im Katastrophengebiet von Haiti an Wiederaufarbeiten und humanitären Hilfsaktionen beteiligen. Das Parlament in Seoul billigte am Dienstag entsprechende Regierungspläne, 260 Soldaten nach Haiti zu schicken, die bis Ende Dezember bleiben sollen. Zu der Einheit würden unter anderem Ingenieure und Sanitäter gehören, teilte das südkoreanische Außenministerium mit.
Die US-Schauspielerin Angelina Jolie wollte noch am Dienstag in ihrer Eigenschaft als UN-Botschafterin des guten Willens Haiti besuchen, wie ein UN-Sprecher in Genf mitteilte. Am Montag war Jolie bereits in Haitis Nachbarland, der Dominikanischen Republik, gewesen. Dort hatte sie in Krankenhäusern haitianische Erdbebenopfer in Krankenhäusern besucht und den Präsidenten getroffen. (Quelle: Washington/Port-au-Prince (dpa/lby))
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