10.03.2010

Lit.Cologne: Politische Diskussionen und Musiklyrik

Diesen Artikel auf Twitter empfehlen

Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller kommt nach Köln. (Foto: dpa) Bild vergrößern Köln (dpa) Literatur in Diktaturen ist eines der zentralen Themen der zehnten Lit.Cologne 2010. Das Kölner Literaturfestival, das am Mittwoch (10.3.) startet, will unter anderem mit Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller die Rolle und Arbeit von Künstlern in Diktaturen besprechen.



Dass der ebenfalls zu diesem Thema geladene chinesische Autor Liao Yiwu fehlen wird, gibt dem Ganzen besondere Brisanz: China verweigerte ihm wieder einmal die Ausreise. «Wir lassen trotzdem lesen», kündigt Festivalleiter Rainer Osnowski an.

Auf einer Solidaritätsveranstaltung am 19. März will die Lit.Cologne aus Liaos Buch «Fräulein Hallo und der Bauernkaiser - Chinas Gesellschaft von unten» lesen und über den Fall diskutieren lassen. Außerdem werden Briefe vorgelesen, und es ist ein Telefon-Interview mit dem Autor zu hören. Eine Woche zuvor, am 11. März, sollen Diktaturen und Unterdrückung ebenfalls Thema sein, wenn nämlich Herta Müller auf den chinesischen Künstler Ai Weiwei trifft.

Aktuell und politisch geht es auch bei der Veranstaltung «Money makes the world go round» mit der Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun und der Bankmanagerin und Autorin Christine Novakovic zu, die «aus der Höhle des Löwen berichtet», wie Osnowski sagt.

Mit von der Partie ist auch Nachwuchsautorin Helene Hegemann, die jüngst zuerst wegen ihres hochgelobten Erstlings «Axolotl Roadkill» und anschließend wegen Plagiatsvorwürfen für Aufsehen sorgte. Auf der Lit.Cologne, bei der Hegemann mit zwei weiteren Debütanten um den ersten «Silberschweinpreis» konkurrieren wird, zähle allein der Auftritt der Autorin, so Osnowski. Über den Gewinner des Preises, der nach einer Kölner Partyreihe benannt ist, werde das Publikum entscheiden.

Insgesamt gibt es auf der Lit.Cologne an elf Tagen 175 Veranstaltungen, darunter altbewährte «gebaute Abende» wie etwa zum Thema «Barock» mit Roger Willemsen oder «Herrenmagazine der 1950er-Jahre» mit Götz Alsmann. Erstmals wird die musikalische Lyrik ein besonderes Forum haben: An vier Abenden wird das Opernlibretto und die Entstehung von musikalischen Texten vorgestellt. Außerdem liest der deutsche Popmusiker Max Herre seine Songtexte.

Bis zum 20. März kommen international bekannte Autoren wie Nick Hornby, Siegfried Lenz, Martin Walser, Margaret Atwood, Maarten 't Hart, Frank Schätzing und Henning Mankell. Außerdem gibt es wieder eine Lit.Kid.Cologne für Kinder und Jugendliche. Mehr als 90 Prozent der Festival-Veranstaltungen seien bereits ausgelastet. Im vergangenen Jahr zählte die Lit.Cologne etwa 65 000 Besucher.


ähnliche Meldungen

Belletristik-Charts

04.02.2012:

Sachbuch-Charts

04.02.2012:

Der Maler Gerhard Richter bei der Eröffnung der Ausstellung «Atlas» in Dresden. Foto: Arno Burgi
Gerhard Richters «Atlas» zum 80. in Dresden

03.02.2012: Scherzen, Lachen und Autogramme: Der mit Spannung erwartete berühmte Künstler war guter Dinge. Umringt von einem Fotografen-Pulk schritt Gerhard Richter am Freitag von der Brühlschen Terrasse in Dresden in den Lipsiusbau.

Das macht Spaß: Omar Sy und François Cluzet in einer Szene aus «Ziemlich beste Freunde». Foto: Senator
Französisches Kino auf Erfolgskurs

03.02.2012: Ihre therapeutischen Kräfte sind nicht wissenschaftlich bewiesen. Doch die Zuschauerzahlen bestätigen ihre Wirkung - auch in Deutschland.

Ole von Beust sagt aus. Foto: Angelika Warmuth
Ole von Beust übernimmt Verantwortung für Elbphilharmonie

02.02.2012: Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hat die politische Verantwortung für die Probleme beim Bau der Elbphilharmonie übernommen.

«Kandors Full Set» von Mike Kelley. Foto: Andrea Merola
US-Künstler Mike Kelley gestorben

02.02.2012: Seine Installationen ergründeten die menschliche Psyche, sie sind roh, grotesk und auffallend: Der US-Künstler Mike Kelley ist tot.

Details des Gemäldes aus dem Prado. Foto: epa.
Die schöne Zwillingsschwester der «Mona Lisa»

02.02.2012: Jahrelang hatte das Bild der «Mona Lisa» im Madrider Prado-Museum gehangen, ohne dass ihm jemand eine besondere Bedeutung beimaß. Das Gemälde galt als eine der zahllosen Kopien des Meisterwerks von Leonardo da Vinci (1452-1519). Die «Mona Lisa aus dem Prado» hatte mit dem Original zwar das geheimnisvolle Lächeln gemeinsam, aber sie wirkte vor einem schwarzen Hintergrund finster und traurig.

Die polnische Dichterin und Literatur- Nobelpreisträgerin Wislawa Szymborska starb im Alter von 88 Jahren. Foto: Arne Dedert
Literaturnobelpreisträgerin Szymborska gestorben

02.02.2012: Sie war eine Dame - so beschrieb ihr langjähriger Assistent Michal Rusinek im polnischen Fernsehen die am Mittwochabend gestorbene Literaturnobelpreisträgerin Wislawa Szymborska.

Details des Gemäldes aus dem Prado. Foto: epa.
«Zwillingsschwester» der «Mona Lisa» entdeckt

01.02.2012: Kunstexperten des Madrider Prado-Museums haben eine «Zwillingsschwester» der berühmten «Mona Lisa» entdeckt.


Meistgelesene Artikel

Karl-Theodor zu Guttenberg winkt zum Abschied. Foto: Jochen Lübke/Archiv

Video: Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg bekommt Torte ins Gesicht
Nichts ahnen sitzt Karl-Theodor zu Guttenburg auf ...

mehr

Winter Schnee Baum kalt

Kälteeinbruch: So kommen Sie sicher durch den Winter
Brrrr. Es wird kalt in Bayern. Wir haben die beste...

mehr

365 Tage im Jahr Barfuss unterwegs - Robert Franz aus Würzburg zu Gast im Studio

Ohne Socken und Schuhe - Robert Franz aus Würzburg ist immer barfuss unterwegs
Robert Franz aus Würzburg ist barfuss unterwegs - ...

mehr

Christlesee, der See der nicht zufriert

Geheimnisvoll: Im Trettachtal bei Oberstdorf gibt es einen See, der nie zufriert
Im Trettachtal bei Oberstdorf gibt es einen geheim...

mehr

Hygienemängel haben zu Schädlingen geführt. Foto: Tobias Hase

Ungeziefer und schmutzige Maschinen bei Müller-Brot
Ungeziefer und verschmutzte Maschinen - die Hygien...

mehr