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In dem arabischen Golfemirat Katar diskutieren Regierungsvertreter und Umweltschützer seit Samstag darüber, ob und in welchem Umfang künftig mit Krokodilen, Eisbären, Elfenbein, Tigern und Rotaugenfröschen gehandelt werden darf.
Wie tief der Graben zwischen den Tierschützern und den Tiernutzern ist, zeigte sich schon während der Eröffnung der 13-tägigen Konferenz der 175 Unterzeichnerstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES.
Sandra Altherr von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife kritisierte, dass in den Eröffnungsreden nicht von Staaten, in denen Wildtiere leben, die Rede gewesen sei, sondern von «Ländern, die Wildtiere produzieren». Dies zeige, dass die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund stünden, sagte sie. Der Chef des UN-Umweltprogramms (UNEP), Achim Steiner, erklärte dagegen, es sei - wenn der politische Wille vorhanden sei - durchaus möglich, den Schutz und die Nutzung der Pflanzen- und Tierwelt in Einklang zu bringen.
Auch für die international stetig wachsende Gemeinde der Sushi-Liebhaber sind die Entscheidungen der 15. Artenschutzkonferenz von Bedeutung. Denn die Bestände an Rotem Thunfisch (Blauflossenthunfisch) sind in den vergangenen Jahrzehnte durch Überfischung stark zurückgegangen. Monaco hat nun ein Verbot für den internationalen Handel mit der vor allem für die Herstellung der japanischen Fischspezialitäten Sushi und Sashimi begehrten Delikatesse gefordert.
In dem Antrag aus Monaco heißt es zur Begründung, die Fischer hielten sich bisher nicht an die festgelegten Quoten. Dies ließe sich unschwer an der Größe ihrer Flotten ablesen. Die Tierschützer sind allerdings der Meinung, dass die EU-Staaten zu viele Bedingungen für den Schutz der großen Fische stellen. «Wir sind mit diesem Kompromissvorschlag der EU nicht zufrieden», sagte Volker Homes von der Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF). Dem Argument der Fischproduzenten, die erklärt haben, viele Fischer würden durch eine weitere Einschränkung des Handels ihre Arbeit verlieren, hält er entgegen: «Wenn der maßlose Fischfang weitergeht, wird es bald gar keine Fische und auch keine Arbeit mehr geben.»
Doch der Blauflossenthunfisch, der bis zu 650 Kilogramm schwer und bis zu drei Meter lang werden kann, ist nicht der einzige Meeresbewohner, der wegen seiner Verwendung in der asiatischen Küche im großen Stil gejagt wird. Die USA und der Inselstaat Palau haben nun einen Antrag gestellt, um drei Hammerhai-Arten, deren Flossen als Zutat für die berühmte Haifischflossensuppe gefragt sind, in den Anhang II des CITES-Abkommens aufzunehmen. Dann wäre der Handel mit den Hammerhaien zwar immer noch erlaubt, würde aber stark reglementiert.
Insgesamt wird in Doha bis zum 25. März über 42 Anträge abgestimmt. (Quelle: Doha (dpa/lby))
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