02.08.2010

Schwimmer wollen mit sieben Enten zur Nordsee

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Pia Marie Witt (l) und Wilfried Arnold mit ihren Enten in der Fulda. (Foto: dpa) Bild vergrößern Die Enten machten lange Hälse: Zuschauer, Kamerateams und Fotografen sind am Montag ans Ufer der Fulda nach Kassel gekommen, um den Start einer ungewöhnlichen Reise mitzuerleben.

Die sieben zahmen Wasservögel schwimmen gemeinsam mit ihren «Eltern» Pia Marie Witt und Wilfried Arnold 485 Kilometer zur Nordsee. Mitte September wollen sie ihr Ziel Bremerhaven erreichen.

Das tägliche Pensum von 10 bis 15 Kilometern gilt aber nur für die ungefiederten Mitglieder der Reisegruppe. «Enten sind keine Langstreckenschwimmer», sagt «Enten-Mama» Witt. Die von Hand aufgezogenen Tiere werden daher einen Großteil der Reise per Boot oder an Land chauffiert.

Der Tross begann am Montag seine Reise gemächlich: Ein Mensch vorneweg, dann die Entchen, ein «Elternteil» bildete das Schlusslicht. Mit der Reise, die unter dem Motto «Entenexpress» steht, haben sich die beiden Kasseler einen Lebenstraum erfüllt, wie Witt (33) sagt. Die Idee dazu hatte ihr Geschäftspartner und guter Freund Arnold (58). Die beiden betreiben ein Ballon- und Luftfahrtgeschäft und schwimmen in ihrer Freizeit gerne in natürlichen Gewässern.

Auf ihrer Reise durch Fulda und Weser zum Meer werden Mensch und Wasservögel von einem Schlauchboot begleitet - und von Freunden und Familie unterstützt. Die Enten schwimmen täglich nur ein kleines Stück des Weges. Sie sollen insgesamt nur etwa 40 Minuten pro Tag im Wasser sein, damit ihnen keine Erschöpfung droht. «Sie können zwar 1000 Mal besser schwimmen als wir, haben aber nicht so viel Ausdauer», sagt Witt. Die Menschen wollen fünf Stunden am Tag durchhalten.

Vor der Abreise war viel Training nötig - die heute rund sechs Wochen alten Vögel wurden von Witt aufgezogen, gezähmt und aufs gemeinsame Schwimmen vorbereitet. «Die Enten sind meine Kinder und ich bin ihre Mama. Sie hören auf meine Stimme.» Zur Vorbereitung gehörten nach den Worten der 33-Jährigen gemeinsame Spaziergänge an Land sowie Schwimmstunden in Seen und Flüssen.

Witt hofft, dass alle das Ziel gesund und munter erreichen. Sie hat keinen Zweifel daran, dass die Enten ihr Abenteuer mögen werden: «Sie haben viel Spaß im Wasser, planschen und tauchen gerne.» Es sei aber klar, dass Enten «eigentlich nicht den Plan haben, zur Nordsee zu schwimmen». Nach der Ankunft geht es deshalb auch wieder zurück in heimische Gewässer.   (Quelle: Kassel (dpa/lby))


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