08.08.2010

«Wacken Open Air 2010» - friedlich und laut

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Besucher des Heavy-Metal-Festival machen sich auf den Heimweg.  (Foto: dpa) Bild vergrößern Grauer Himmel und regennasse Straßen - kein Wetter könnte am Sonntagmorgen besser passen zum Ende des «Wacken Open Air 2010» (W:O:A).

Um sechs Uhr waren die letzten Verstärker im «Headbangers Ballroom» ausgeschaltet worden.

Wo drei Tage lang wummernde Bässe und verzerrtes Gitarren-Gewimmer erklangen und fröhliche Heavy-Metal-Fans zu dezibelstarken Hits ausgelassen mit den Köpfen wackelten, dröhnen jetzt die Dieselmotoren dutzender Trecker und Radlader: Die riesige Zeltstadt vor den Toren Wackens, die erst vor drei Wochen aus dem Boden gestampft worden war, wird wieder zurückverwandelt in einen fruchtbaren schleswig-holsteinischen Acker.

Dafür müssen Helfer die 600 Tonnen Stahlträger der Bühnen auseinanderschrauben, einen bayerischen Biergarten mit 4500 Plätzen abbauen, die mobilen Geldautomaten leeren und die Container mit der mobilen Polizeiwache für den nächsten Einsatz einmotten. 24 Kilometer Bauzaun werden auf Lastwagen verladen sowie 1500 Mobil-Toiletten geleert und gesäubert.

Bevor die Bauern wieder ihre Wintersaat ausbringen oder ihre Kühe zum Grasen treiben können, beginnt noch das große Müllsammeln. 600 bis 700 Tonnen Müll müssen entsorgt werden, sagt Festival-Sprecherin Britta Kock.

Zwar liefen schon während des Festivals Mitarbeiter mehrmals täglich über das Gelände, um die bereitgestellten Mülleimer zu leeren und achtlos weggeworfenen Unrat aufzusammeln. Doch das reicht nicht, weiß Britta Kock: 600 Männer, Frauen und Kinder werden insgesamt fünf Tage lang damit beschäftigt sein, die Hinterlassenschaften des Festivals zu beseitigen, sagt sie.

Und das ist manchmal Schwerstarbeit, denn Metal-Fans lassen auch schon mal eine komplette, aber zerschlissene Wohnzimmergarnitur zurück. Oder es ist lohnend, denn unzählige Pfandflaschen können in den Läden gegen Bargeld eingetauscht werden. Manchmal ist es auch richtig eklig, wenn Metal-Fans ihr Zelt vor der Heimfahrt schnell noch einmal als Abort missbrauchen und dann einfach stehen lassen. Oder es ist einfach nur mühsam, denn jeder Quadratzentimeter Ackerboden muss akkurat nach alten Zigarettenkippen, Kronenkorken, Glasscherben und Plastikresten abgesucht werden. Wird etwas übersehen, könnte das für die 4000 Kühe, die rund um Wacken leben, beim Grasen unangenehm werden.

Dann fehlt letztlich nur noch eins, um Wacken wieder für elf Monate in ein beschauliches «Kuhdorf» zu verwandeln: Die gelben Ortsschilder müssen wieder an den Straßen angeschraubt werden. Sie gelten bei den Heavy-Metal-Fans als begehrtes Souvenir und werden daher immer vorsorglich für die Dauer des Festivals entfernt. (Quelle: Wacken (dpa/lby))


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