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Der spanische Popsänger Enrique Iglesias hat es satt, ständig als Frauenschwarm und Sexsymbol bezeichnet zu werden. In Musikvideos gibt er sich zwar als lüsterner, cooler Draufgänger zu schnulzigen Popklängen mit einfachen Texten. Doch der 35-Jährige ist nach eigenen Angaben von Natur aus schüchtern.
Ein Leben im Rampenlicht gebe ihm Selbstvertrauen, sagte er einem Radiosender. «Ruhm ist das beste Aphrodisiakum.
» 55 Millionen Platten verkaufte er bisher weltweit. Der Freund von Tennisspielerin Anna Kurnikowa (29) lud die Deutsche Presse-Agentur dpa in London zum Interview, um über sein neues Album «Euphoria» zu sprechen.
Ihr Vater Julio hat nach 20-jähriger Beziehung vor einer Woche überraschend geheiratet. Wie steht es bei Ihnen?
Iglesias: «Hochzeit? Kinder? Nie! Ich bleibe lieber ungebunden.»
Warum sind Sie dann nun so euphorisch mit ihrer neuen Platte?
Iglesias: «Nach dieser Stimmung strebt man. Wann immer man ein Album oder Musik macht, betet man für diese magischen Momente. Man schreibt etwas oder bekommt eine Blitzidee, die einen eben euphorisch stimmt. Dann denke ich, wie schön es wäre, wenn jeder jetzt sofort diesen Song hören könnte. Auf dieser Platte sind vier oder fünf solcher Momente. In diesem Geschäft lässt man sich von seinem Instinkt, Gott und persönlichen Geschmack leiten.»
Haben Sie keinen Druck, Nummer-eins-Hits zu komponieren?
Iglesias: «Doch, immer. Manchmal öfter als andere Popstars. Ein gutes Lied aber entsteht, wenn ich keinen Druck verspüre und dann glaube, meinen besten Song geschrieben zu haben - ganz plötzlich, in einem nervenaufreibenden Marathon. Dafür gibt es keine Formel.»
Wie oft hatten Sie diesen Moment in ihrer 15-jährigen Karriere?
Iglesias: «Mein erstes Album zählt nicht; ich war so jung. Aber es passierte von der zweiten Platte an. Ich schrieb den Song "One Night Stand" und war so überzeugt von ihm, aber er wurde nicht mal eine Single. Am selben Tag schrieb ich "Hero", weil es in meinen Händen kribbelte. Bei diesem Album war es ein wenig anders. Viele Lieder schrieb ich mehrmals um, obwohl ich erst echt überhaupt nicht an sie glaubte und aufgeben wollte. Jetzt sind es meine Lieblingssongs.»
«Euphoria» ist Ihre erste zweisprachige Platte. Warum nicht früher?
Iglesias: «Weil die Plattenfirma mich nicht gelassen hätte.»
Und da haben Sie nicht auf den Tisch gehauen?
Iglesias: «Das hätte ich tun können, aber man will es sich ja nicht mit der Plattenfirma verscherzen. Dieses Geschäft ist Teamarbeit.»
Sie singen englisch und spanisch. Wie schwierig fällt es Ihnen mit Ihren spanischen Liedern das internationale Publikum zu begeistern?
Iglesias: «Es ist einfacher, wenn gewisse Melodien zu einem flotten Rhythmus laufen - den Text verstehen ja wenige. Es gibt dabei so etwas wie eine Formel: Meine spanischen Songs kamen oft im Sommer heraus, wenn viele Spanienurlauber zu Hause vom neuesten Latino-Hit schwärmen. Mit einer Ballade ist es viel schwieriger.»
Sie haben nun auch mit vielen Popstars wie Usher und Lionel Richie gemeinsam gesungen. Wie lief diese Zusammenarbeit?
Iglesias: «Für mich war es sehr lustig. Diese Aufnahmen machen das Album vielschichtiger und locken mich aus meiner Kuschelecke.»
Wer steht noch auf Ihrer Wunschliste?
Iglesias: «Leuten, mit denen ich aufwuchs: Tom Petty, Bruce Springsteen, Michael Jackson, Prince, Paul McCartney, Marvin Gaye.»
Warum haben viele Ihrer Fans mehr Interesse an Ihrer Attraktivität als an Ihrer Musik?
Iglesias: «Wenn meine Musik nicht wäre, die sie auf mich aufmerksam gemacht hat, wäre ich ihnen scheißegal. Offensichtlich hilft beides. Erst fängt man sie mit Musik, dann mit Persönlichkeit und Charisma - nie umgekehrt. Es gibt eine ganze Menge gut aussehender Menschen.»
Interview: Sebastian Döring, dpa (Quelle: London (dpa/lby))
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