01.09.2010

Arcade Fire begeistern mit großen Rock-Hymnen

Diesen Artikel auf Twitter empfehlen

Win Butler und die kanadische Indie-Band Arcade Fire wurden in Berlin gefeiert. (Foto: dpa) Bild vergrößern Berlin (dpa) ­ Mitreißend, berauschend, überwältigend ­ ihrem Ruf als Konzertattraktion ist die kanadische Indierock-Band Arcade Fire am Dienstagabend in Berlin mehr als gerecht geworden.

Der seit langem ausverkaufte Auftritt im Tempodrom ließ keinen Zweifel: Ihre vielstimmig geschmetterten Hymnen voller Pracht und Pathos gehören auch live zum Besten, was die Popmusik zu bieten hat.



Zwar irritierte zunächst das eher matschige Klangbild, doch nach wenigen Songs hatten Band und Sound-Mixer die Probleme im Griff. Die Virtuosität und Spielfreude des neunköpfigen Bühnenkollektivs um den Sänger und Songschreiber Win Butler hinterließen nach gut 90 schweißtreibenden Minuten ein euphorisches Publikum.

Arcade Fire stellten bei ihrem einzigen Deutschland-Auftritt dieses Sommers ihr Ende Juli erschienenes drittes Album «The Suburbs» vor, das in den USA und Großbritannien an die Spitze der Charts schoss, in Deutschland immerhin den vierten Platz erreichte. Mit dem monumentalen Werk lässt Butler seine Jugend in einer texanischen Vorstadt Revue passieren. Zu den düster-melancholischen Texten sind ihm erneut Melodien von beeindruckender Raffinesse eingefallen.

Neben neuen Songs wie dem treibenden «Month Of May» oder «We Used To Wait» widmete sich die Band auch ausgiebig den älteren Alben «Funeral» (2005) und «Neon Bible» (2007). Beide sind längst Referenzwerke des amerikanischen Folkrocks der «Nuller-Jahre», gleichermaßen verehrt von David Bowie, Bruce Springsteen, Peter Gabriel und Bono (U2).

Zwar wurde diesmal nicht wie bei früheren Tourneen eine Kirchenorgel auf die Bühne gewuchtet, um den mächtigen Studiosound nachzubauen. Mit drei Streichern, Akkordeon, Glockenspiel, Megafon, Riesentrommel, Banjo und jeder Menge Gitarren bestand freilich kein Mangel an Klangeffekten ­ zumal alle neun Musiker munter die Instrumente tauschten und auf der Bühne für unterhaltsames Gewusel sorgten.

Ein besonderes Kompliment verdiente sich an diesem herausragenden Konzertabend Drummer Jeremy Gara für die unerbittliche, präzise Wucht seines Schlagzeugspiels - ein kraftvoller Motor für die innovativen Rock-Songs von Arcade Fire.


ähnliche Meldungen

Liebreich wird Chef des polnischen Rundfunksymphonieorchesters

09.02.2012: Der in München lebende Dirigent Alexander Liebreich wird von der Saison 2012/13 an Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Rundfunksymphonieorchesters im polnischen Kattowitz (Katowice). Der Vertrag über das auf vier Jahre angelegte Engagement wurde am Donnerstag in der oberschlesischen Bergbaumetropole unterschrieben, teilte Liebreichs Agentur mit.

Paul McCartney stellt sein neues Album vor. Foto: MPL Communications Ltd./Mary McCartney
Streaming-Performance von Paul McCartney

09.02.2012: Gerade erst hat Paul McCartney mit seinem Album «Kisses On The Bottom» Einblicke in seine musikalischen Wurzeln vermittelt, da hält der Ex-Beatle bereits die nächste Überraschung bereit: Eine Live-Performance, die man als Stream im iTunes Store verfolgen kann.

Richard Weize, Chef des kleinen Musiklabels Bear Family Records, hat sich auf Wiederveröffentlichungen spezialisiert. Foto: Carmen Jaspersen
Grammys 2012: Von Bristol über Hambergen nach L.A.

09.02.2012: Es ist ein kleines, unabhängiges Plattenlabel aus Norddeutschland, das bei der Grammy-Verleihung am Sonntag gegen große Namen der internationalen Musikbranche antritt.

Die Finalisten der Castingshow
Finale bei «Voice of Germany»

09.02.2012: Es wird ein spannendes Finale: Allein von den Stimmen her könnte jeder der vier verbliebenen Teilnehmer am Freitag locker «The Voice of Germany» gewinnen.

Lana Del Rey hat den Erfolg im Blick. Foto: Jörg Carstensen
Lana del Rey stürmt die Charts

07.02.2012: Erstmals in diesem Jahr ist die Spitze der Album-Charts so richtig durcheinandergewirbelt worden - auf den ersten vier Plätzen stehen allesamt Neueinsteiger: Die kalifornische Sängerin Lana Del Rey stürmte mit ihrem Debütalbum «Born To Die» gleich auf Rang eins.

Malia verneigt sich vor Nina Simone. Foto: Universal Music
Malia und Lyambiko: Zwei Jazz-Ladies verneigen sich

07.02.2012: Die Jazz-Ikone Nina Simone und der Komponist George Gershwin - dazu gibt es jetzt zwei neue Tribute-Alben junger Interpretinnen mit recht unterschiedlichem Ergebnis. Hörenswert sind beide.

Hollywood-Stern für America

07.02.2012: Vor 40 Jahren feierte die Folk-Rock-Band America mit dem Song «A Horse With No Name» ihren ersten großen Hit. Jetzt haben die Musiker einen Ehrenplatz auf Hollywoods Walk of Fame gefunden.

Stadt Bayreuth bedauert Aus für Wagner-Übertragung

06.02.2012: Wagner im Kino statt auf dem Volksfestplatz: Mit Bedauern hat die Stadt Bayreuth auf das Aus für die Live-Übertragung bei den Richard-Wagner-Festspielen reagiert.

Wieder da: Die Biermösl Blosn sind in Bayern eine Kultband. Foto: Daniel Karmann
Hausmusikabend nach Art der Well-Geschwister

06.02.2012: Zwei mal drei ist sechs - das ist bei den Geschwistern der großen Familie Well schon lange so. Erst begeisterten die drei Brüder von der Biermösl Blosn 35 Jahre lang ihr Publikum, dann taten es ihnen drei Schwestern als Wellküren gleich.


Meistgelesene Artikel

Singleschnäppchen Marina

Single-Schnäppchen: Marina aus Mittelfranken
Die quirlige Marina aus Mittelfranken ist auf der ...

mehr

Winter Schnee Baum kalt

Kälteeinbruch: So kommen Sie sicher durch den Winter
Brrrr. Es wird kalt in Bayern. Wir haben die beste...

mehr