05.09.2010

Doppeldecker rast bei Flugschau in Zuschauermenge

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Der verunglückte Doppeldecker auf dem Segelflugplatz Lauf-Lillinghof (Foto: dpa) Bild vergrößern Ein Doppeldecker ist am Sonntag bei einer Flugschau in der Nähe von Nürnberg in die Zuschauermenge gerast und hat eine 46 Jahre alte Frau getötet. 38 Menschen wurden bei dem Unglück in der Nähe von Schnaittach-Lillinghof verletzt, fünf davon schwer. 

Zu Zwischenfällen kam es am Wochenende auch bei Flugtagen im bayerischen Füssen und im hessischen Langenselbold. In Füssen starb eine Drachenfliegerin, nachdem sie auf ein geparktes Segelflugzeug gestürzt war.

Augenzeugen des schweren Unfalls in Lillinghof berichteten, die getötete Zuschauerin sei in den Propeller des Doppeldeckers geraten. Der aus dem hessischen Gelnhausen stammende Pilot der Unglücksmaschine blieb nach Angaben von Polizeipressesprecher Robert Sandmann dagegen unverletzt. Er erlitt einen Schock, konnte aber kurze Zeit später bereits von der Kripo und Experten der Flugunfalluntersuchungsstelle vernommen werden. Der Unglücksort liegt rund 25 Kilometer nordöstlich von Nürnberg.

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Das Flugzeug war der Polizei zufolge beim Start zu einem Formationsflug nach rechts ausgebrochen und in die Zuschauermenge gerast. «Wir waren gerade beim Kaffeetrinken, als auf einmal Tische und Bänke durch die Luft flogen - und auf ein Mal hatten wir den Propeller der Maschine vor uns», sagte ein Augenzeuge. Die Maschine kam 20 Meter vor dem Kontrollturm zum Stehen und kippte auf die Nase.

Warum das Flugzeug beim Start ausbrach, war zunächst unklar. Mehrere Augenzeugen berichteten, die Maschine habe anscheinend nicht ausreichend Tempo gehabt, um abzuheben. Der frühere Vorsitzende des Segelflug-Clubs Lauf, Thomas Horz, vermutete dagegen, der rund 70 Jahre Flugzeug-Oldtimer könnte von einer starken Windböe nach rechts gedrückt worden sein. Er habe beobachtet, wie der Flügel kurz den Boden berührt habe. Dadurch sei das Flugzeug destabilisiert worden.

Noch Stunden später war das havarierte Flugzeug von Neugierigen umringt. Bierbänke und ein Schankwagen erinnerten an den Volksfestcharakter der Schau auf dem Segelflughafen am Fuß der Frankenalb. Die Veranstaltung wurde nach dem Unglück sofort abgebrochen.

Der Doppeldecker - ein Original-Oldtimer vom Typ Tiger Moth - war bei dem vom Segelclub Lauf veranstalteten Flugtag eine der Hauptattraktionen. Zum Programm gehörten auch Segelkunstflug, Fallschirmformations-Sprünge sowie Rundflüge mit Hubschraubern.

Innenminister Herrmann schloss unterdessen ein Verbot solcher Flugtage aus. Es sei zwar sehr tragisch, wenn ein so schöner Anlass einen so grausigen Verlauf nimmt. «Aber ein solches Unglück könnte auch während des normalen Flugbetriebs passieren», sagte der Minister, der am frühen Abend von seinem Heimort Erlangen zu dem Unglücksort geeilt war. Zugleich dankte er den rund 240 Helfern.

Zum Unglück beim Flugtag im bayerischen Füssen teilte die Polizei in Kempten mit, eine 50 Jahre alte Drachenfliegerin habe am Samstag in der Startphase einen Fehler gemacht und sei dann in die Tiefe gestürzt. Am Boden prallte sie auf ein geparktes Segelflugzeug. Die Schwerverletzte wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Unfallklinik geflogen. Dort starb sie in der Nacht zum Sonntag.

Glimpflich ging dagegen ein Unfall bei einem Flugtag im hessischen Langenselbold aus: Am Sonntag war ein Kleinflugzeug beim Anlassen am Boden außer Kontrolle geraten. Die führerlose Maschine rollte über den Rasen und blieb in einer Hecke stecken, teilte die Polizei in Offenbach mit. Verletzt wurde niemand. Der Pilot habe vor der Maschine stehend den Propeller gestartet, als sich das Flugzeug in Bewegung setzte. (Quelle: Lillinghof (dpa/lby))


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