08.09.2010

Verschüttete Kumpel schauen Ukraine-Chile im TV

Die 33 verschütteten Bergleute in Chile sollten mit der Live-Übertragung des Freundschaftsspiels Chile- Ukraine eigentlich von ihrer prekären Lage abgelenkt werden.
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700 Meter unter der Erdoberfläche: Die eingeschlossenen Bergleute schauen das Freundschaftsspiel zwischen Chile und der Ukraine. (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Die 33 verschütteten Bergleute in Chile sollten mit der Live-Übertragung des Freundschaftsspiels Chile- Ukraine eigentlich von ihrer prekären Lage abgelenkt werden. Zum Auftakt des Spiels waren die Kumpel noch im Fußballfieber und ließen Chile hochleben.

Aber nach der 1:2-Niederlage der Südamerikaner am Dienstag in Kiew dürften sie eher etwas frustriert gewesen sein.
Und Bier oder Zigaretten gab es zu dem Spiel natürlich auch nicht, denn Alkohol und Tabak sind unter Tage streng verboten.

Technisch möglich machte die Live-Übertragung des Spiels ein Glasfaserkabel, das durch eine der engen Versorgungsröhren zu den Verschütteten hinuntergelassen wurde. Die Bilder wurden dann von einem ebenfalls durch eine der Röhren hinuntergeschickten Mini- Beamer an eine Wand projiziert.

Als Ausgleich für den Fußballfrust können sich die seit mehr als einem Monat verschütteten Bergmänner inzwischen aber über eine ersehnte «Ruhestörung» freuen: das Rumpeln der Bohrarbeiten für einen Rettungsschacht ist auch in 700 Metern Tiefe inzwischen schon zu hören.

Der seit Montag vergangener Woche arbeitende Strata-Bohrer ist inzwischen bis auf etwa 120 Meter Tiefe vorgestoßen. Ein zweiter Bohrer ist schon fast genauso tief und Teile eines dritten Bohrers trafen am Mittwoch bei der Mine San José in der Atacama-Wüste im Norden Chiles ein.

Den seit dem 5. August Eingeschlossenen geht es nach offiziellen Angaben den Umständen entsprechend gut. Sie werden über enge Versorgungsröhren mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Medikamenten und Frischluft versorgt. Die voraussichtlich noch mehrere Monate dauernde Wartezeit bis zu einer Rettung ist wegen der Ungewissheit, der großen Hitze und der feuchten Dunkelheit äußerst strapazierend. (Quelle: Santiago de Chile (dpa/lby))


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