Freundlicher Applaus für Berlinale-Eröffnungsfilm
Die Bären sind los: Mit dem französischen Revolutionsdrama «Leb wohl, meine Königin!» sind am Donnerstagabend die 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet worden.
(Foto: dpa)
Die Bären sind los: Mit dem französischen Revolutionsdrama «Leb wohl, meine Königin!» sind am Donnerstagabend die 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet worden. Am Freitag standen zwei Filme aus Frankreich und dem Senegal auf dem Programm des Berlinale-Wettbewerbs.
«A moi seule» («Coming Home») von Frédéric Videau ist als «kontroverses Werk» angekündigt: Es geht um eine Frau, die als Mädchen Opfer einer Entführung wurde.
Regisseur Alain Gomis erzählt in «Aujourd'hui» die Geschichte eines Senegalesen, der aus den USA in seine Heimat zurückkehrt. Außer Konkurrenz wird «Extrem laut und unglaublich nah» von Stephen Daldry («Der Vorleser») nach dem Bestseller von Jonathan Safran Foer gezeigt.
Zur von Anke Engelke moderierten Eröffnung kamen mehr als 1600 Gäste in den Berlinale-Palast am Potsdamer Platz - darunter fast die komplette Riege deutscher Schauspieler und Filmemacher. Unter den Gästen: Mario Adorf, Iris Berben, Veronica Ferres, Ulrich Noethen, Corinna Harfouch, Hannelore Elsner, Marie Bäumer und Bruno Ganz. Einen Extra-Applaus gab es für den 89 Jahre alten Briten Christopher Lee, den legendären Dracula-Darsteller.
Nachdenklich wurde die Stimmung im Saal, als Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) das Schaffen couragierter Filmemacher würdigte und anprangerte, dass in China und im Iran immer noch Künstler verfolgt werden. Er kritisierte die Haft und das Berufsverbot für den iranischen Filmemacher Jafar Panahi als unmenschlich. «Er hat unsere volle Sympathie und Solidarität.» Neumann forderte: «Demokratie braucht Kultur - und Kultur braucht Freiheit.»
Der Kostümfilm «Leb wohl, meine Königin!» erhielt vom Publikum freundlichen, aber etwas matten Applaus. Die deutsche Schauspielerin Diane Kruger («Inglourious Basterds», «Barfuß auf Nacktschnecken») spielt in «Leb wohl, meine Königin!» die schillernde Marie Antoinette. Regisseur Benoît Jacquot erzählt die dramatischen Ereignisse zu Beginn der Französischen Revolution im Juli 1789 aus der Sicht der Diener im Schloss von Versailles.
Bis zum 19. Februar zeigt die Berlinale knapp 400 Filme aus aller Welt. Im offiziellen Wettbewerb konkurrieren neben «Leb wohl, meine Königin!» 17 weitere Filme um die Trophäen. Drei deutsche Regisseure haben Bären-Chancen: Christian Petzold mit «Barbara», Hans-Christian Schmid mit «Was bleibt» und Matthias Glaser mit «Gnade».
Zahlreiche Stars haben sich angekündigt. Dazu gehören Vampir-Darsteller Robert Pattinson, Oscar-Anwärterin Meryl Streep, Angelina Jolie, Uma Thurman, Keanu Reeves, Billy Bob Thornton, Isabelle Huppert, Charlotte Rampling und Salma Hayek. Am Samstag wird Bollywoodstar Shah Rukh Khan erwartet. (Quelle: Berlin (dpa/lby))
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