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Islamabad (dpa) - Zwei Selbstmordattentäter haben am Freitag in der ostpakistanischen Kulturmetropole Lahore mindestens 48 Menschen mit in den Tod gerissen.
«Der Tod von 30 Zivilisten und 18 Soldaten ist bestätigt», sagte ein Armeeoffizier, der anonym bleiben wollte. Nach Angaben der Polizei wurden rund 100 weitere Menschen verletzt.
Es war der zweite Anschlag in der einst ruhigen Kulturmetropole binnen vier Tagen und der schwerste jemals in der Stadt. Die pakistanischen Taliban bekannten sich in einem Anruf beim privaten Fernsehsender Geo zu der Bluttat. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die beiden Attentate.
Ziel des Doppel-Anschlags in dem Garnisonsviertel am Freitag war ein Militärkonvoi. Ein Polizeisprecher sagte, die beiden Attentäter hätten sich innerhalb von 15 Sekunden auf einem belebten Markt in der Nähe einer Armee-Basis in die Luft gesprengt. Ihre Köpfe seien gefunden worden. Am Abend explodierten außerhalb des Stadtzentrums sechs weitere kleine Sprengsätze. Es wurde jedoch niemand ernsthaft verletzt.
UN-Generalsekretär Ban verurteilte die Anschläge als «unmenschlich und skrupellos». Nichts könne solche Taten rechtfertigen, sagte er am Freitag in New York. Ban drückte den Angehörigen der Opfer und der Regierung in Islamabad sein Beileid aus. Er hoffe, dass die Verletzten wieder völlig genesen würden.
Am vergangenen Montag waren bei einem Selbstmordanschlag auf Terrorfahnder in Lahore mindestens 15 Menschen getötet und 70 weitere verletzt worden. Pakistanische Sicherheitskräfte sind in den vergangenen Wochen verstärkt gegen afghanische Taliban-Anführer vorgegangen, die in Pakistan untergetaucht sind. Gruppen mit Verbindungen zu den pakistanischen Taliban und dem Terrornetz El Kaida haben ihre Angriffe auf Sicherheitskräfte verschärft, seit die Armee im Oktober vergangenen Jahres eine Offensive gegen Aufständische im Grenzgebiet zu Afghanistan begann.
Ein privater Fernsehsender zeigte am Freitag ein Video des Doppel- Anschlags, das ein Amateurfilmer mit seinem Handy aufnahm. Auf dem Video waren Trümmer und Leichenteile zu sehen, hohe Flammen und schwarzer Rauch stiegen vom Anschlagsort auf. Hilfeschreie von Verletzten waren zu hören, eine Stimme rief: «Oh mein Gott, oh mein Gott, wer sind diese Barbaren? Möge Allah uns helfen.»
Der Justizminister der Provinz, Rana Sanullah, sagte, es sei «schwierig, wenn nicht unmöglich», Selbstmordattentäter zu stoppen. Aber «die Nation bekämpft diese Terroristen mutig». Abdul Basit vom Pakistanischen Institut für Friedensstudien sagte, der jüngste Anschlag sei der bislang tödlichste in Lahore.
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