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Ein im Jemen verhaftetes mutmaßliches El-Kaida-Mitglied hat jahrelang in amerikanischen Atomkraftwerken gearbeitet.
Es handelt sich um den 26-jährigen US-Bürger Sharif Mobley somalischer Herkunft, der im Jemen wegen El-Kaida-Kontakten festgenommen wurde und bei seinem jüngsten Fluchtversuch aus einem Krankenhaus einen Wächter erschoss.
Allerdings geht die amerikanische Atomaufsicht davon aus, dass Mobley in den Atomkraftwerken keinen Zugang zu sensiblem Material oder sensiblen Informationen hatte, berichteten US-Medien am Samstag. Dagegen bereitete den US-Behörden eine andere Tendenz zunehmend Sorgen - die Radikalisierung unter amerikanischen Muslimen.
Mobley sei sechs Jahre lang als Arbeiter in Kernkraftwerken im Bundesstaat New Jersey tätig gewesen, schreibt die «New York Times». Er habe zwischen 2002 und 2008 zudem in Kraftwerken in den Bundesstaaten Pennsylvania und Maryland gearbeitet. Nach Angaben der Aufsichtsbehörde Nuclear Regulatory Commission war er allerdings lediglich mit Wartungsarbeiten betraut. Es gebe keine Hinweise, dass er sicherheitsrelevante Informationen besaß, sagte ein Sprecher. Es habe sich lediglich um Routine-Tätigkeiten gehandelt. Vorher habe Mobley die Routine-Überprüfungen durchlaufen.
Mobley war bereits vor mehreren Wochen vom Geheimdienst im Jemen wegen mutmaßlicher El-Kaida-Kontakte festgenommen worden. Wegen gesundheitlicher Probleme sei er in eine Klinik in der Hauptstadt Sanaa verlegt worden, sagte das Innenministerium. Dort habe er bei einem Fluchtversuch einem Wächter eine Pistole entrissen, den Wachmann erschossen und einen weiteren Wächter verletzt. Schließlich hätten Beamte einer Anti-Terror-Einheit das Krankenhaus gestürmt. Nach Informationen jemenitischer Behörden war Mobley in mehrere Terrorattacken verwickelt.
Auch die US-Bundespolizei war Mobley bereits auf der Spur: Nach Aussagen seiner Eltern habe das FBI in der Vergangenheit mehrfach in ihrer Wohnung nach ihm gesucht, doch da sei ihr Sohn bereits im Jemen gewesen.
Mobley gilt in den USA als «homegrown radical» und gehört damit zu den im eigenen Land aufwachsenden Muslimen, deren politische Radikalisierung den Sicherheitsbehörden immer mehr Kopfzerbrechen bereitet. Es handele sich vorwiegend um junge Muslime, die sich nicht zuletzt angesichts der Kriege im Irak und in Afghanistan radikalisieren.
Erst in der vergangenen Woche machte eine 46-jährige Amerikanerin als «Dschihad Jane» weltweit Schlagzeilen: Der Frau aus Philadelphia, die inzwischen in Haft ist, wird vorgeworfen, in ein vereiteltes Mordkomplott auf einen skandinavischen Mohammed-Karikaturisten verwickelt zu sein. Wie die US-Justiz bekanntgab, soll die auch als «Fatima LaRose» bekannte Frau den Auftrag zur Ermordung des Künstlers Lars Vilks angenommen haben. (Quelle: Washington/Sanaa (dpa/lby))
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