10.04.2010

Wahlkampftemperatur in Nordrhein-Westfalen steigt

In Nordrhein-Westfalen haben die Parteien die entscheidende Phase des Landtagswahlkampfs eingeläutet. Vier Wochen vor der Wahl verschärfte die CDU ihre Warnungen vor einem Bündnis von SPD und Linkspartei.
Diesen Artikel auf Twitter empfehlen

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (M.) und weitere CDU-Prominenz im Konfettiregen. (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


In Nordrhein-Westfalen haben die Parteien die entscheidende Phase des Landtagswahlkampfs eingeläutet. Vier Wochen vor der Wahl verschärfte die CDU ihre Warnungen vor einem Bündnis von SPD und Linkspartei. Die SPD warb für eine Neuauflage der rot-grünen Koalition.

Sie will bei einem Erfolg in Nordrhein-Westfalen die Politik der Bundesregierung im Bundesrat stoppen. Das Rennen ist Meinungsumfragen zufolge völlig offen.
Weder die schwarz- gelbe Regierungskoalition noch Rot-Grün haben derzeit eine Mehrheit.

Bei der Wahl am 9. Mai müsse verhindert, dass «dieses Land Rot-Rot in die Finger fällt», sagte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) am Samstag beim Wahlkampfauftakt seiner Partei vor rund 6000 Anhängern in Oberhausen. Eine Landesregierung von SPD, Grünen und Linkspartei «wäre eine politische Katastrophe». Rüttgers warnte: «Rot-Grün macht arm. Rot-Rot schafft Chaos. Rot-Rot-Grün vernichtet Arbeitsplätze.»

Die Landtagswahl sei keine Zwischenbilanz für die Politik der Bundesregierung, sondern «eine Schicksalswahl für Nordrhein- Westfalen», sagte Rüttgers. Die SPD will die Wahl dagegen zur Abstimmung über die Reformpläne von Schwarz-Gelb im Bund machen. Nach einem Regierungswechsel in Düsseldorf wolle die SPD über den Bundesrat die Kopfpauschale, die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke und den Weg in immer mehr befristete Arbeitsverhältnisse verhindern, sagte Spitzenkandidatin Hannelore Kraft vor rund 3500 Genossen in Düsseldorf.

Sie warf Rüttgers «verlogene Politik» etwa bei den umstrittenen Steuersenkungen vor. In Berlin hebe Rüttgers dafür die Hand, in Düsseldorf tue er so, «als hätte er damit nichts zu tun». Die SPD wolle bei einem Wahlsieg die Kommunen wieder handlungsfähig machen. Rüttgers versicherte in Oberhausen erneut, er werde keiner Steuersenkung zustimmen, die in den Kommunen zur Schließung von Schwimmbädern oder zum Stopp des Ausbaus von Krippenplätzen führe.

FDP-Landeschef Andreas Pinkwart forderte eine klare Abgrenzung der CDU von den Grünen. «Es reicht mir nicht, wenn die CDU in Oberhausen vor Rot-Rot warnt», sagte er nach Parteiangaben bei einer FDP- Wahlkampfveranstaltung vor 200 Anhängern in Köln. Nur eine starke FDP könne verhindern, das Nordrhein-Westfalen vom linken Rand aus regiert werde. «Die Grünen sind in Wahrheit das trojanische Pferd der Linkspartei», warnte Pinkwart.

Die Auftaktveranstaltungen von CDU und FDP fanden ohne die Parteivorsitzenden Angela Merkel (CDU) und Sigmar Gabriel (SPD) statt. In Oberhausen unterstützten Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die CDU. Kraft erhielt Schützenhilfe der SPD-Regierungschefs von Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Bremen. (Quelle: Oberhausen/Düsseldorf (dpa/lby))


ähnliche Meldungen

Der Fiskalpakt sieht einen rascheren Defizitabbau und nationale Schuldenbremsen vor. Foto: Patrick Pleul/Archiv
Für Fiskalpakt-Verabschiedung vor Sommerpause wird es eng

24.05.2012: Für die von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geplante gemeinsame Verabschiedung des künftigen Euro-Rettungsschirms ESM und des Fiskalpakts noch vor der Sommerpause wird es eng.

Deutschlands neuer Umweltminister Peter Altmaier im Bundestag in Berlin. Foto: Michael Kappeler
Altmaier als neuer Umweltminister vereidigt

24.05.2012: Peter Altmaier (CDU) hat im Bundestag seinen Amtseid als neuer Bundesumweltminister abgelegt. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) wünschte ihm für das Amt alles Gute, Erfolg, solide Nerven und Gottes Segen.

Die Zwickauer Neonazi-Terrorzelle war jahrelang untergetaucht. Foto: Uwe Zucchi/Archiv
Neonazi-U-Ausschuss befragt Beckstein

24.05.2012: Der bayerische Verfassungsschutz hatte nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse, dass hinter den Morden an neun ausländischstämmigen Kleinunternehmern Rechtsextremisten stecken könnten.

Horst Seehofer übt Druck auf die Kanzlerin aus. Foto: Rainer Jensen/Archiv
Schwarz-gelbe Kurskorrektur: Spitzentreffen am 4. Juni

24.05.2012: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am 4. Juni mit den Vorsitzenden von CSU und FDP über den Kurs der schwarz-gelben Regierung beraten. Ein FDP-Sprecher bestätigte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der «Rheinischen Post».

Die stellvertretende Vorsitzende der Partei Die Linke, Sahra Wagenknecht in Berlin bei einer Regionalkonferenz ihrer Partei. Foto: Soeren Stache
Linke: Ernst spricht sich für Wagenknecht aus

24.05.2012: Nach dem Rückzug von Oskar Lafontaines aus dem Machtkampf der Linken ist nun dessen Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht als Parteichefin im Gespräch.

Der erste Tag der historischen Präsidentenwahl in Ägypten blieb friedlich, aber nicht ohne Spannungen. Foto: Andre Pain
Präsidentenwahl in Ägypten geht weiter

24.05.2012: Nach einem stürmischen ersten Tag strömen die Ägypter heute erneut in großer Zahl zu den Urnen, um einen neuen Präsidenten zu wählen.

Armin Laschet (l.) und Karl-Josef Laumann sind derzeit die politischen Schwergewichte der NRW-CDU. Foto: Henning Kaiser/Archiv
NRW-CDU will Kandidatenfrage für Parteivorsitz klären

24.05.2012: Die nordrhein-westfälische CDU will auf der Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Landeschef Norbert Röttgen einen wichtigen Schritt vorankommen.

Spaenle berichtet über die Finanzierung von Schulen. Foto: Frank Leonhardt/Archiv
Spaenle berichtet über Integration und Großstadtschulen

24.05.2012: Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) legt heute um 9 Uhr im Bildungsausschuss des Landtags gleich zwei Berichte vor: zur Integration ausländischer Kinder an den Schulen und zur Finanzierung von Großstadtschulen.

Verfallene Packard-Fabrik in Detroit: Nicht nur in der einstigen US-Autometropole herrscht verbreitet Armut. Foto: Jeff Kowalsky/Archiv
Romney will US-Arbeitslosigkeit senken

24.05.2012: Mitt Romney will im Falle eines Wahlsiegs die US-Arbeitslosenquote bis zum Ende seiner ersten Amtszeit mindestens auf sechs Prozent senken.