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Nach tagelangem Streik der griechischen Tank- und Lastwagenbesitzer hat sich die Versorgungssituation im Land deutlich entspannt. Das Militär übernahm die Belieferung von Krankenhäusern, Behörden, Elektrizitätswerken und anderen logistisch wichtigen Bereichen wie Häfen und Flughäfen.
Rund 250 Militär-Tankwagen waren im Einsatz, berichtete die Athener Zeitung «To Vima». Die Marine sollte abgelegene Inseln versorgen.
Den Notfallplan hatten die zuständigen Minister am Freitagabend bei einer Sitzung in Athen angesichts der schlechter werdenden Versorgungslage beschlossen. Medien in Athen gingen davon aus, dass bis Samstagabend etwa 50 Prozent der Tankstellen im Großraum Athen Treibstoff erhalten haben sollten.
Die Lastwagenbesitzer protestieren seit Montag gegen ein geplantes Gesetz der Regierung, wonach jeder Inhaber eines Lkw-Führerscheins eine Transport-Lizenz bekommen kann. Er muss nur in der Lage sein, sich einen Laster zu kaufen. Bisher war die Zahl dieser Lizenzen auf etwa 30 000 limitiert. Sie kosteten bis zu 300 000 Euro. Die bisher tätigen Transporteure sehen in der geplanten Gesetzesänderung deshalb eine Art Enteignung ihres Vermögens, weil mit der Öffnung ihres Berufes der Wert ihrer Lizenzen deutlich fallen wird.
Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou erklärte, das Gesetz werde ungeachtet der Proteste in die Tat umgesetzt. «Wenn es geschlossene Berufe gibt, ist es logisch, dass die Transportkosten teurer und damit auch unsere Produkte teurer sind», sagte Papandreou. Das werde es «bald nicht mehr geben», meinte er im Fernsehen.
Unterdessen setzten die Ölraffinerien eigene Tankwagen ein, um die Tankstellen des Landes zu versorgen. Zudem bröckelte in einigen Regionen des Landes die Streikbereitschaft. Einige Tankwagenbesitzer, die seit Donnerstagmorgen per Ministerialerlass zum Dienst verpflichtet worden sind, nahmen die Arbeit wieder auf. Polizeistreifen überwachten die Transporte, damit sie ungehindert die Tankstellen erreichen können, wie das Fernsehen zeigte. In der Hafenstadt Thessaloniki bewarfen aufgebrachte Lkw-Besitzer mit Steinen einen Tankwagen. Verletzt wurde niemand, berichtete das Fernsehen unter Berufung auf die Polizei.
In Athen gab es kaum noch Warteschlangen vor den Tankstellen. Auf den Touristeninseln Rhodos, Paros, Naxos und Chios hatte sich die Situation erheblich verbessert, berichtete der staatliche Rundfunk. Dagegen gab es noch erhebliche Probleme in Nordgriechenland und vor allem auf der touristischen Halbinsel Chalkidiki sowie in einigen Regionen der Insel Kreta.
Auf der Halbinsel Chalkidiki und rund um die Hafenstadt Thessaloniki sitzen vor allem Touristen aus Serbien und Bulgarien fest, die traditionell ihren Sommerurlaub in Nordgriechenland mit dem eigenen Wagen oder Wohnmobil verbringen. Hunderte Urlauber ließen nach Medienberichten ihre Mietautos stehen, weil ihnen der Treibstoff ausgegangen war. (Quelle: Athen (dpa/lby))
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