18.08.2010

Bayerischer Vorzeige-Grüner Daxenberger gestorben

Diesen Artikel auf Twitter empfehlen

daxenberger Bild vergrößern Der hoch angesehene und beliebte bayerische Grünen-Politiker Sepp Daxenberger ist im Alter von 48 Jahren gestorben.

Der gelernte Schmied und Biobauer erlag in der Nacht zum Mittwoch nach sieben Jahren seiner Krebserkrankung - wenige Stunden vor der Beerdigung seiner Frau Gertraud, die drei Tage zuvor ebenfalls an Krebs gestorben war.

Bild 1 von 14
Bild 1 von 14



Daxenberger war jahrelang Fraktionschef der Grünen im bayerischen Landtag und nach 1996 Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Waging am See, wo er 2002 mit sensationellen 75,6 Prozent im Amt bestätigt worden war.

Das Ehepaar Daxenberger hinterlässt drei Kinder, das jüngste ist erst zwölf. «Das ist eine Tragödie, die sprachlos macht», sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Die Bundesjustizministerin und FDP-Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger nannte Daxenbergers Tod «ein auch für Außenstehende kaum zu ertragendes Drama».

Die Grünen-Fraktionschefs im Bundestag, Renate Künast und Jürgen Trittin, äußerten ihre Erschütterung. «Sepp Daxenberger war ein wertkonservativer Rebell, der politische Radikalität, ökologisches Bewusstsein, Heimatverbundenheit und ein christliches Wertefundament in einzigartiger Weise verband», beschrieben sie den Politiker. Mit seiner menschlichen, motivierenden und zupackenden Art sei ihm gelungen, was unmöglich schien: Die Grünen zu einer anerkannten, erfolgreichen politischen Kraft in Bayern zu machen.

Daxenberger litt seit 2003 an einem Plasmozytom, einem bösartigen und aggressiven Tumor, der hauptsächlich das Knochenmark befällt. In den vergangenen Monaten hatte sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert. Im Juni trat er wegen seiner Krankheit vom Fraktionsvorsitz zurück, kurz darauf erlitt er einen Schlaganfall.

Daxenberger wehrte sich mit aller Kraft gegen den nahenden Tod - eigentlich wollte er auch nach seinem Rückzug von der Fraktionsspitze im Landtag aktiv bleiben und sich um kommunale Themen kümmern. Doch war er nur noch einmal stark genug, an einer Fraktionssitzung teilzunehmen. Die letzte Therapie war «sehr schmerzhaft, sehr anstrengend, aber nicht erfolgreich, zumindest nicht von Dauer», sagte er bei einem seiner letzten öffentlichen Auftritte im Münchner Maximilianeum. (Quelle: München (dpa/lby))


ähnliche Meldungen

Viele Politiker hoffen auf ein schnelles Verbot der NPD - erst recht, nachdem Verbindungen zu Rechtsterroristen auftauchten. Doch reichen die Beweise? Foto: Uwe Zucchi
Range: Rechtsterroristen nicht militanter Arm der NPD

09.02.2012: Generalbundesanwalt Harald Range hat Hoffnungen auf ein rasches Verbot der rechtsextreme NPD gedämpft.

Die Affäre Wulff flammt wieder auf. Erneut geht es um einen Urlaub mit reichen Freunden. Wieder werden Rücktrittsforderungen gegen den Bundespräsidenten laut - aber Kanzlerin Merkel bleibt bei ihrer Unterstützung. Foto: Johannes Eisele
Neue Rücktrittsforderungen gegen Wulff

09.02.2012: Zwei Monate nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe gerät Bundespräsident Christian Wulff wegen seiner Beziehungen zu reichen Unternehmern erneut unter Druck. Wulff wurde erneut mit Rücktrittsforderungen konfrontiert.

Im öffentlichen Dienst bahnen sich schwierige Tarifverhandlungen an. Foto: Armin Weigel/ Symbol
Öffentlicher Dienst: Forderung nach 6,5 % mehr Geld

09.02.2012: Im öffentlichen Dienst droht eine harte Tarifauseinandersetzung. Die Gewerkschaften fordern für die rund zwei Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen 6,5 Prozent mehr Geld - mindestens aber 200 Euro.

Pflegebedürftige sollen die Bescheide ihrer Kassen künftig schneller bekommen. Foto: Patrick Pleul
Geld an Pflegebedürftige soll schneller fließen

09.02.2012: Drohende Strafen für die Pflegekasse sollen nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) das Geld an Pflegebedürftige in Zukunft rasch fließen lassen.

Ein Polizist vor der syrischen Botschaft in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv
Deutschland weist vier syrische Diplomaten aus

09.02.2012: Mit der Geduld am Ende: Nach immer wiederkehrenden Klagen über den langen Arm des Assad-Regimes weist Deutschland vier syrische Diplomaten aus. Und es könnten noch weitere Schritte folgen.

Behälter mit hoch radioaktiven Abfällen (hinten) und einige Transporthauben im atomaren Zwischenlager in Gorleben. Foto: Julian Stratenschulte
Bund und Länder beraten über Atomendlagersuche

09.02.2012: Bundesumweltminister Röttgen (CDU) berät heute mit Vertretern der Bundesländer über das weitere Vorgehen bei der Suche nach einem Endlager für Atommüll.

Neuer Wirbel um den Bundespräsidenten Christian Wulff. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv
Staatsanwaltschaft prüft Wulffs Sylt-Urlaub

08.02.2012: Bundespräsident Christian Wulff gerät wegen seiner Urlaube als niedersächsischer Ministerpräsident erneut in die Schlagzeilen.

Möglicherweise haben Hacker Zugriff auf einen Server des Bundestages. Foto: Rainer Jensen / Archiv
Hacker melden Angriff auf Bundestag

08.02.2012: Wirbel um einen angeblichen Hackerangriff auf Bundestagsunterlagen mit «Geheim»-Aufdruck: Die Gruppe Anonymous hat nach eigenen Angaben Parlamentsserver geknackt - und Geheimunterlagen aus dem Kundus-Untersuchungsausschuss ins Netz gestellt.

Uwe Böhnhardt (l.) und Uwe Mundlos: Sie bildeten eine rechtsradikale Terrorzelle, die für eine Serie von zehn Morden verantwortlich gemacht wird. Foto: Uwe Zucchi/ Archiv
NSU-Morde: Bund-Länder-Kommission nimmt Arbeit auf

08.02.2012: Neben Untersuchungsausschüssen in Berlin und Erfurt durchleuchtet nun auch eine Bund-Länder-Kommission die jahrelang unentdeckt gebliebenen Neonazi-Morde. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) setzte das vierköpfige Gremium am Mittwoch nach der Zustimmung des Kabinetts ein.


Meistgelesene Artikel

Singleschnäppchen Marina

Single-Schnäppchen: Marina aus Mittelfranken
Die quirlige Marina aus Mittelfranken ist auf der ...

mehr

Heiratsantrag

Was war Ihr schönster Liebesbeweis?
Pünktlich zum Valentinstag suchen wir Bayern tolls...

mehr