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Nordkoreas Militärmachthaber Kim Jong Il hofft nach Chinas Angaben auf eine «baldige Wiederaufnahme» der Verhandlungen über sein Atomwaffenprogramm. Damit sollen die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verringert werden.
Das sagte Kim Jong Il bei einem Treffen mit Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao.
Chinesische Staatsmedien berichteten erst mit dreitägiger Verspätung am Montag über das Treffen am Freitag in der Industriestadt Changchun in Nordostchina. Kim Jong Il kehrte am Montag nach Nordkorea zurück.
Chinas Präsident würdigte bei dem Treffen «positive Bemühungen» Nordkoreas, um die Situation auf der koreanischen Halbinsel und das internationale Umfeld zu verbessern. Er appellierte an «alle betroffenen Parteien», die gegenwärtigen Spannungen zu reduzieren. Sie sollten aktiv auf Frieden und Stabilität und eine koreanische Halbinsel ohne Atomwaffen hinarbeiten, sagte Hu Jintao.
Seit der Erklärung des Weltsicherheitsrates über den Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffes «Cheonan» im März habe es «neue Entwicklungen» gegeben, sagte Chinas Präsident, ohne konkreter zu werden. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Versenkung im Juli verurteilt, ohne aber Nordkorea direkt dafür verantwortlich zu machen. 46 Seeleute waren ums Leben gekommen. Die USA und Südkorea sehen ein nordkoreanisches Torpedo als Ursache. Pjöngjang bestreitet jedoch jede Verwicklung.
Als Vermittler bemüht sich China seit Monaten um eine Wiederaufnahme der 2009 von Nordkorea einseitig abgesprochenen Sechser-Gespräche. Den anderen Teilnehmern, darunter die USA, Japan, Südkorea und Russland, hatte China vorgeschlagen, zunächst bilaterale Gespräche mit Nordkorea aufzunehmen. In der nächsten Stufe könnten die Sechser-Gespräche informell und am Ende wieder formell aufgenommen werden. Vorher erwarten die USA und Südkorea allerdings ein Entgegenkommen in dem Streit um den Untergang der Korvette.
In ihrem Gespräch vereinbarten Hu Jintao und Kim Jong Il verstärkte Kontakte auf hoher Ebene, einen Ausbau des Handels und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sowie eine Stärkung ihrer «strategischen Kommunikation», wie Xinhua schrieb. Nordkoreas Militärführer äußerte seinen Wunsch, von Chinas marktwirtschaftlichen Erfahrungen zu lernen. Sein Land habe vergleichbare geographische Bedingungen und eine ähnliche Industriestruktur wie Nordostchina. Nordkorea wolle den Austausch und die Kooperation mit der benachbarten Region stärken.
Bei seinem Besuch in Nordostchina war Kim Jong Il auch den Spuren seines legendenumwobenen Vaters gefolgt. In der Stadt Mudanjiang (Provinz Heilongjiang) habe der Militärführer am Montag ein Monument besucht, das an Kim Il Sungs Wirken dort während des Kampfes gegen die japanische Kolonialherrschaft in den 30er Jahren erinnere, berichtete eine Funktionärin der Nachrichtenagentur dpa. «Es ist nicht amtlich, aber jeder weiß, dass Kim Jong Il heute hier war.»
Hintergrund könnten Vorbereitungen für die Nachfolge des gesundheitlich angeschlagenen 68-jährigen Führer sein. Ähnlich wie Kim Jong Il den 1994 gestorbenen «ewigen Präsidenten» beerbt hatte, soll möglicherweise sein Sohn Kim Jong Un eines Tages die Führung des stalinistischen Staates übernehmen. In China hatte Kim Jong Il auch die frühere Mittelschule seines Vaters in der Stadt Jilin und eine andere Stätte in Harbin besucht, die an dessen antijapanischen Widerstand erinnerte, wie Südkoreas Medien berichteten.
Ob der Militärführer in China von seinem Sohn begleitet wird, war unklar. Nach unbestätigten Berichten könnte Kim Jong Un auf einem Parteitreffen Anfang September in Pjöngjang in eine hohe Position gebracht werden, die eine erneute Erbfolge in der Kim-Familie Zukunft vorbereiten könnte. Er ist allerdings erst 27 oder 28 Jahre alt. (Quelle: Peking (dpa/lby))
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