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Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat das Vorgehen der ausländischen Truppen am Hindukusch scharf kritisiert und eine Überprüfung der Militärstrategie gefordert.
Die Jahre nach dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 hätten gezeigt, dass der Krieg gegen den Terrorismus in den Dörfern Afghanistans wenig effizient sei und bislang vor allem zivile Opfer gefordert habe, hieß es in einer vom Präsidentenpalast verbreiteten Erklärung zum Treffen Karsais mit Bundestagspräsident Norbert Lammert am Sonntag.
Bei Anschlägen mit selbstgebastelten Sprengsätzen kamen unterdessen an zwei verschiedenen Orten im Süden des Landes insgesamt sieben Soldaten der internationalen Schutztruppe ISAF ums Leben. Die ISAF wollte sich am Montag nicht zu der Staatsangehörigkeit der Opfer äußern.
Lammert und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatten Afghanistan am Wochenende besucht. Während Guttenberg erstmals deutsche Soldaten im Kampfgebiet in der nordafghanischen Provinz Baghlan besuchte, führte Lammert Gespräche mit Präsident Karsai und dem Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF, US-General David Petraeus, in der Hauptstadt.
Petraeus rief alle Beteiligten - einschließlich der Afghanen - in einem ZDF-Interview auf, zu einem Erfolg der internationalen Schutztruppe beizutragen. «Es wird nicht leicht, aber Fortschritt ist möglich.»
Gleichzeitig machte der US-General deutlich, dass es im nächsten Jahr keinen überstürzten Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan geben wird. «Sie sollten sich noch einmal anhören, was Präsident Obama gesagt hat: dass im Juli 2011 eine Phase beginnt, in der wir nicht alle zum Ausgang rennen und nach dem Lichtschalter suchen, den wir ausmachen können, bevor wir die Tür hinter uns zuschlagen.»
Petraeus lobte auch den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan. «Es gibt jetzt Einheiten, die in der Lage sind, Aktionen gegen die Aufständischen durchzuführen - mit beeindruckenden Erfolgen», sagte der General. «Ich habe die Truppen dort gesehen, ich kenne die Pläne, ich sehe, wie sie umgesetzt werden und diese deutschen Truppen haben sich bedeutende Verdienste erworben, das kann ich ihnen sagen.» (Quelle: Kabul (dpa/lby))
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