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Falscher Terrorverdacht: Die Festnahmen von zwei Jemeniten auf dem Amsterdamer Flughafen waren unbegründet. Nach zwei Tagen Untersuchungshaft kamen die Männer am Mittwoch mangels Beweisen wieder frei, wie die niederländische Staatsanwaltschaft bekanntgab.
Die amerikanische Bundespolizei FBI hatte zuvor eingeräumt, dass sich der Verdacht, die Männer hätten mit Bombenattrappen für spätere Anschläge auf Flugzeuge geübt, nicht bestätigte.
Nach intensiven Ermittlungen in den USA - darunter Hausdurchsuchungen und Vernehmungen von Bekannten der beiden Jemeniten - signalisierte das US-Ministerium für Heimatschutz den Niederländern Entwarnung. Daraufhin wurden die Männer umgehend auf freien Fuß gesetzt, ohne sie erst noch einem Untersuchungsrichter vorzuführen.
Ein hochrangiger US-Sicherheitsbeamter bestätigte zudem, dass Ahmed Mohamed Nasser al-Soofi (48) und Hezam al-Mursi (37) sich legal in den USA aufgehalten haben, nicht vorbestraft waren und in keiner der amerikanischen Listen mit Terrorverdächtigen auftauchten. Damit bestätigte sich offenkundig die zuvor in US-Medien geäußerte Vermutung, dass die Festnahme vor allem auf Missverständnissen und Ermittlungspannen in den USA beruhte.
Zu dem Terroralarm trugen allerdings auch eine Reihe von Merkwürdigkeiten bei. So fanden sich im Gepäck eines der Männer neben etlichen Messern mehrere mit Packband zusammengeschnürte Handys und Uhren. Besonders misstrauisch wurden die US-Ermittler durch ein Handy, das an eine Plastikflasche mit Medikamenten geklebt war. Dafür gab es jedoch harmlose Erklärungen: Laut US-Medienberichten handelte es sich wahrscheinlich um Geschenke für Angehörige im Jemen, die je nach Empfänger gebündelt waren.
Vor allem war für die Festnahme der Jemeniten in Amsterdam jedoch ausschlaggebend, dass ihr Gepäck in Chicago planmäßig auf einen Flug nach Washington umgeladen worden war, während sie selbst mit einer anderen Maschine nach Holland flogen. Später stellte sich heraus, dass die aus verschiedenen Orten in den USA nach Chicago angereisten Männer, die sich nicht kannten, dort ihren geplanten Flug nach Washington verpassten. Vom Washingtoner Dallas Airport hatten sie einen Anschlussflug über Dubai nach Sanaa nehmen wollen. Sie seien wegen der Verspätung aber auf einen Flug der United Airlines nach Amsterdam mit Anschluss nach Jemen umgebucht worden.
Der niederländische Rechtsanwalt von Al-Murisi sagte Reportern, sein Mandant sei wegen der Vorwürfe geschockt. «Er ist emotional aufgewühlt und will so schnell wie möglich nach Hause zu seiner Familie», erklärte der Anwalt Klaas-Arjen Krikke. «Er sieht das Ganze als einen großen bösen Traum.» (Quelle: Amsterdam/New York (dpa/lby))
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