02.09.2010

Sparpaket: CSU kündigt Widerstand an

Diesen Artikel auf Twitter empfehlen

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (Archivbild). (Foto: dpa) Bild vergrößern In der schwarz-gelben Koalition regt sich - nur einen Tag nach dem Kabinettsbeschluss - Widerstand gegen das Sparpaket.

Die CSU lehnt die Einsparziele für die Bundeswehr als zu hoch und Kürzungen bei der Städtebauförderung als zu stark ab. Die Christsozialen machen zudem Front gegen Pläne, Entlastungen energieintensiver Unternehmen bei der Ökosteuer zu streichen. In der FDP wiederum stößt die Flugticket-Abgabe weiter auf Kritik.



Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa: «Ich bin der Auffassung, dass die Sparvorgaben des Bundesfinanzministers für die Bundeswehr deutlich überzogen sind.» Es dürfe keine Sicherheitspolitik nach Kassenlage geben. «Ein Land wie Deutschland darf keine Liliput-Armee haben.» Auch Kürzungen bei der Städtebauförderung seien überzogen.

Der CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich hatte zuvor Widerstand im Bundestag angekündigt. Belastungen durch die Ökosteuer seien eine Gefahr für mittelständische energieintensive Betriebe, sagte er der dpa. «Wir werden nicht blindlings industrielle Strukturen zerstören.» Bei der geplanten Kürzung der Städtebauförderung werde er nicht der einzige Gegner sein.

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch den Entwurf für ein Haushaltsbegleitgesetz beschlossen. Damit werden wesentliche Teile des Sparpakets umgesetzt, das Anfang Juni vom Kabinett beschlossen worden war und das den Bundeshaushalt bis 2014 um rund 80 Milliarden Euro entlasten soll. Bauminister Peter Ramsauer (CSU) plant die Halbierung der Städtebauförderung von rund 600 auf 300 Millionen Euro. Zudem sollen die Bundeszuschüsse für das CO2- Gebäudesanierungs-Programm 2011 auf knapp 450 gesenkt werden.

Die Länderminister beraten mit Ramsauer an diesem Freitag in Berlin über die Kürzungen. Handwerkspräsident Otto Kentzler warnte vor Einschnitten. «Werden die Bundesmittel für Städtebauförderungen wie geplant halbiert, drohen ein massiver Einbruch des öffentlichen Bauens und damit erhebliche negative Auswirkungen für das örtliche Handwerk», sagte er der «Passauer Neuen Presse». Städtetagspräsidentin Petra Roth fürchtete in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Donnerstag), dass dann auch die Länder ihre Mitfinanzierung der Projekte reduzierten. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) setzt sich dafür ein, die Kürzungen besonders beim Gebäudesanierungsprogramm abzumildern.

Die FDP-Bundestagsfraktion verlangt zusätzliche Sparanstrengungen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Bei einer Neuberechnung der Hartz-IV-Leistungen für Kinder und Erwachsene dürften für den Haushalt keine zusätzlichen Kosten entstehen, sagte Fraktionschefin Birgit Homburger der dpa. «Auf jeden Fall gilt: Eventuelle Mehrausgaben müssen durch Einsparungen an anderer Stelle im Haushalt des Bundesarbeitsministeriums ausgeglichen werden.»

FDP-Wirtschaftsexperte Paul Friedhoff warnte vor Steuerausfällen durch die Luftverkehrsabgabe. Bei gewerblichen Kunden und Fluglinien könnte es Körperschaft- und Gewerbesteuerausfälle von bis zu 250 Millionen Euro geben, sagte er der «Bild»-Zeitung. Er warnte zugleich vor steigenden Belastungen für den Bund durch höhere Flugkosten für Bundestagsabgeordneten von bis zu zehn Millionen Euro pro Jahr. (Quelle: Berlin (dpa/lby))


ähnliche Meldungen

Viele Politiker hoffen auf ein schnelles Verbot der NPD - erst recht, nachdem Verbindungen zu Rechtsterroristen auftauchten. Doch reichen die Beweise? Foto: Uwe Zucchi
Range: Rechtsterroristen nicht militanter Arm der NPD

09.02.2012: Generalbundesanwalt Harald Range hat Hoffnungen auf ein rasches Verbot der rechtsextreme NPD gedämpft.

Die Affäre Wulff flammt wieder auf. Erneut geht es um einen Urlaub mit reichen Freunden. Wieder werden Rücktrittsforderungen gegen den Bundespräsidenten laut - aber Kanzlerin Merkel bleibt bei ihrer Unterstützung. Foto: Johannes Eisele
Neue Rücktrittsforderungen gegen Wulff

09.02.2012: Zwei Monate nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe gerät Bundespräsident Christian Wulff wegen seiner Beziehungen zu reichen Unternehmern erneut unter Druck. Wulff wurde erneut mit Rücktrittsforderungen konfrontiert.

Im öffentlichen Dienst bahnen sich schwierige Tarifverhandlungen an. Foto: Armin Weigel/ Symbol
Öffentlicher Dienst: Forderung nach 6,5 % mehr Geld

09.02.2012: Im öffentlichen Dienst droht eine harte Tarifauseinandersetzung. Die Gewerkschaften fordern für die rund zwei Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen 6,5 Prozent mehr Geld - mindestens aber 200 Euro.

Pflegebedürftige sollen die Bescheide ihrer Kassen künftig schneller bekommen. Foto: Patrick Pleul
Geld an Pflegebedürftige soll schneller fließen

09.02.2012: Drohende Strafen für die Pflegekasse sollen nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) das Geld an Pflegebedürftige in Zukunft rasch fließen lassen.

Ein Polizist vor der syrischen Botschaft in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv
Deutschland weist vier syrische Diplomaten aus

09.02.2012: Mit der Geduld am Ende: Nach immer wiederkehrenden Klagen über den langen Arm des Assad-Regimes weist Deutschland vier syrische Diplomaten aus. Und es könnten noch weitere Schritte folgen.

Behälter mit hoch radioaktiven Abfällen (hinten) und einige Transporthauben im atomaren Zwischenlager in Gorleben. Foto: Julian Stratenschulte
Bund und Länder beraten über Atomendlagersuche

09.02.2012: Bundesumweltminister Röttgen (CDU) berät heute mit Vertretern der Bundesländer über das weitere Vorgehen bei der Suche nach einem Endlager für Atommüll.

Neuer Wirbel um den Bundespräsidenten Christian Wulff. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv
Staatsanwaltschaft prüft Wulffs Sylt-Urlaub

08.02.2012: Bundespräsident Christian Wulff gerät wegen seiner Urlaube als niedersächsischer Ministerpräsident erneut in die Schlagzeilen.

Möglicherweise haben Hacker Zugriff auf einen Server des Bundestages. Foto: Rainer Jensen / Archiv
Hacker melden Angriff auf Bundestag

08.02.2012: Wirbel um einen angeblichen Hackerangriff auf Bundestagsunterlagen mit «Geheim»-Aufdruck: Die Gruppe Anonymous hat nach eigenen Angaben Parlamentsserver geknackt - und Geheimunterlagen aus dem Kundus-Untersuchungsausschuss ins Netz gestellt.

Uwe Böhnhardt (l.) und Uwe Mundlos: Sie bildeten eine rechtsradikale Terrorzelle, die für eine Serie von zehn Morden verantwortlich gemacht wird. Foto: Uwe Zucchi/ Archiv
NSU-Morde: Bund-Länder-Kommission nimmt Arbeit auf

08.02.2012: Neben Untersuchungsausschüssen in Berlin und Erfurt durchleuchtet nun auch eine Bund-Länder-Kommission die jahrelang unentdeckt gebliebenen Neonazi-Morde. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) setzte das vierköpfige Gremium am Mittwoch nach der Zustimmung des Kabinetts ein.


Meistgelesene Artikel

Singleschnäppchen Marina

Single-Schnäppchen: Marina aus Mittelfranken
Die quirlige Marina aus Mittelfranken ist auf der ...

mehr

Winter Schnee Baum kalt

Kälteeinbruch: So kommen Sie sicher durch den Winter
Brrrr. Es wird kalt in Bayern. Wir haben die beste...

mehr

Heiratsantrag

Was war Ihr schönster Liebesbeweis?
Pünktlich zum Valentinstag suchen wir Bayern tolls...

mehr